Bis Anfang November kann im archeoParc die Ausstellung „Pilze. Die Kulturgeschichte der Pilze von Ötzi bis heute“ besichtigt werden.
Diese Mixed-Media-Collage hat Jana Nicole eigens für die Ausstellung im archeoParc geschaffen.
Diese Mixed-Media-Collage hat Jana Nicole eigens für die Ausstellung im archeoParc geschaffen.
Mariana Villani
Bei der Eröffnung (v.l.): Otto Rainer, Peter Grüner, Johanna Niederkofler und Jana Nicole.

Pilze von Ötzi bis heute

Sehenswerte Sonderausstellung im archeoParc Schnalstal.

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Unser Frau im Schnalstal - Unser Frau im Schnalstal - Einen gediegenen Einblick in die Kulturgeschichte der Pilze bietet eine Sonderausstellung, die am 4. Juli im archeoParc Schnalstal in Unser Frau eröffnet wurde. „Diese Ausstellung hat eine lange Geschichte“, blickte die archeoParc-Leiterin Johanna Niederkofler zurück. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Ethnomykologin und Agrarökologin Mariana Villani. Die Forscherin hat die Ausstellung zusammen mit Niederkofler und ihrem Team gestaltet. Im Vorjahr hatte sich Villani, die als Ethnomykologin das historische und kulturelle Zusammenspiel zwischen Menschen und Pilzen erforscht, drei Monate lang im Schnalstal aufgehalten und war dabei oft zu Gast im archeoParc. Derzeit forscht sie an der Universität in Cardiff in der Ukraine sowie am botanischen Forschungszentrum Kew Gardens im Südwesten Londons.

Weder Pflanzen noch Tiere

Pilze sind laut Villani weder Pflanzen noch Tiere: „Sie bilden ein eigenes Reich, die Pilzflora oder Funga.“ Es sei schwierig, die Verwendung von Pilzen in früheren Zeiten nachzuvollziehen, denn Pilze können nur schlecht konserviert werden und fanden lange Zeit wenig Beachtung in der wissenschaftlichen Forschung. Ötzi, der über 5.300 Jahre lang im Eis konserviert war, bietet laut Villani einen seltenen Einblick in das Pilz-Wissen der prähistorischen Europäer. Ihr besonderes Interesse galt den Birkenporlingen, die in Ötzis Gürteltasche entdeckt wurden. „Mariana Villani hat sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Pilzen, Ökosystemen und traditionellem Wissen beschäftigt, unter anderem im brasilianischen Nationalpark Chapada Diamantina und bei indigenen Gemeinschaften in Nordamerika“, führte Niederkofler weiter aus.

Kunstwerke von Jana Nicole

Bereichert wird die Ausstellung, die in Text und Bild aufzeigt, wie Pilze von der Steinzeit bis in unsere Tage genutzt wurden und wie sie noch heute im Gebrauch sind, mit besonderen Arbeiten der britisch-amerikanischen Künstlerin Jana Nicole, die eigens aus London zur Ausstellungseröffnung angereist war. Besonders bekannt sind ihre Mixed-Media-Collagen, bei denen sie die Traditionen des Papierschnitts und der Reliefskulptur verbindet. Das Kunstwerk, das Nicole für die Ausstellung im archeoParc geschaffen hat, gehört zu ihrer preisgekrönten Serie „Botanical Troupe“. Ihre Arbeiten verbinden fotografische Elemente mit handgezeichneten Bildern zu leuchtenden Kompositionen. Bürgermeister Peter Grüner, seines Zeichens auch Präsident des archeoParc-Trägervereins, und Kulturreferent Otto Rainer freuten sich, dass es Johanna Niederkofler und ihrem Team erneut gelungen ist, eine sehr interessante Ausstellung für die Besucherinnen und Besucher des archeoParc auf die Beine zu stellen. „Der archeoParc ist ein Riesenbotschafter des Schnalstals“, sagte Grüner. Die Ausstellung bleibt zum 6. November während der Öffnungszeiten des archeoParc-Besucherzentrums zugänglich. Schon jetzt freuen darf man sich auf die Sonderausstellung im nächsten Jahr, die der Kulturgeschichte des Steinwildes gewidmet sein wird. 

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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