„Feuer & Wasser“ bei der Nacht der Kultur
Glurns - Am 17. Juli wurde in Glurns zur 14. Glurnser Kulturnacht geladen. Was als einmaliges Kulturevent von Glurns Marketing begonnen hat, ist inzwischen zu einer liebgewordenen Tradition geworden. Und jedes Jahr hat die Kulturnacht ein anderes Thema: diesmal war es „Feuer & Wasser“. Nach einem Kulturspaziergang nach St. Jakob und einer Kurzführung durch die Stadtmühle traf sich eine kleine interessierte Gruppe im Gemeindehaus von Glurns zur Eröffnung einer Bilderausstellung des Künstlers Florian Maurer. Der aus München stammende Architekt und Künstler Florian Maurer hatte 40 Jahre seines Lebens gemeinsam mit seiner Frau Erika in Kanada verbracht. Zurückgekehrt, lebt er seit einigen Jahren im Trentino. Das Städtchen Glurns habe er vor 10 Jahren bei einem Wanderurlaub kennengelernt, und es habe ihn nicht mehr losgelassen. „Es freut mich, dass die Stadt trotz dieser vielen historischen Gebäude eine so lebendige Stadt geblieben ist und kein Museum geworden ist“, so Florian Maurer. In seinen Bildern hat der Künstler die Stadt nicht einfach fotorealistisch festgehalten, sondern er hat sie erfühlt, er hat sich inspirieren lassen und er hat flüchtigen Augenblicken und Gedanken Dauer verliehen, so der Historiker Christof Anstein. Die Ausstellung, die von Valentin Moriggl musikalisch umrahmt wurde, bleibt noch bis 30. Juli geöffnet. Ein weiterer Programmpunkt war eine Führung durch die Ausstellung „150 Jahre FF Glurns“ mit der Historikerin Helene Dietl Laganda. Feuer- und Wassergefahr stellten die Bevölkerung von Glurns seit jeher vor große Herausforderungen. Die enge Bebauung und das Mit-und Nebeneinander von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden samt Scheunen und Stallungen sorgten für ein erhöhtes Brandrisiko, sodass Glurns im Laufe der Geschichte viermal gänzlich und in jedem Jahrhundert teilweise abgebrannt ist. Zudem bedrohten Etsch, Romm- und Punibach das Städtchen mit Überschwemmungen bei Schneeschmelzen oder Unwettern. 1876 wurde auf Initiative der Stadtgemeinde auch in Glurns eine Feuerwehr gegründet. Sie feiert heuer ihr 150-jähriges Bestehen. In einer Familienführung erklärte der Historiker Christof Anstein die wesentlichsten Funktionen der Stadt Glurns im Mittelalter als Handels- und Verwaltungszentrum und als Umschlagplatz für Waren. Mit Hilfe eines Stadtplanes führten die Kinder die Gruppe vom Schludernser Tor, wo das erste, einfache Glurnser Spritzenhaus stand, durch die Laubengasse zur Fuirgasse bis zum Mühlbach, dem ehemaligen Handwerkerviertel und weiter zum Gerichtsplatz und zur heutigen Feuerwehrhalle. Diese konnte von den interessierten Gästen besichtigt werden. Am Abend gab die Musikkapelle der Stadt Glurns ein Konzert auf dem Festivalgelände.