Für Frauen, die Hilfe suchen

Publiziert in 8 / 2009 - Erschienen am 4. März 2009
Meran/Vinschgau – Probleme in der Partnerschaft, Angstzustände, finanzielle Schwierigkeiten, Magersucht, Kaufzwang der Töchter, Konfliktschwangerschaften, Existenzängste, Alkoholismus, Erbstreitigkeiten, Trauer, Krankheit. Dies sind die häufigsten Probleme und Anliegen, mit denen sich Hilfe suchende Frauen an den Verein „Frauen helfen Frauen“ (FhF) wenden. Bis vor rund einem Jahr konnten die Frauen noch die FhF-Stelle in Mals aufsuchen. Sechs Jahre lang standen dort sechs ausgebildete Frauen aus dem Vinschgau ehrenamtlich im Einsatz. „Dass die Stelle in Mals geschlossen wurde, tut uns leid,“ sagt Traudl Holzner, die Vorsitzende der FhF-Stelle in Meran. Die Anlaufstelle in Mals war vor allem deshalb gegründet worden, um den Frauen aus Obervinschgau und aus den dortigen Seitentälern den langen Anfahrtsweg nach Meran ersparen zu können. Derzeit kommen laut Holzner zwischen 2 und 3 Vinschgerinnen täglich nach Meran oder werden telefonisch von Meran aus betreut. Einigen sei es sogar lieber, die Stelle in Meran aufzusuchen, „weil ein bestimmter Abstand von Zuhause mehr Diskretion und Anonymität gewährtleistet.“ Die FhF-Stelle in Meran befindet sich in unteren Lauben Nr. 250 (Tel. + Fax. 0473 211 611; E-Mail: info.meran@frauenhelfenfrauen.it; Internet: www.frauenhelfenfrauen.it). Das Büro ist von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr sowie am Dienstag zusätzlich von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Es stehen täglich zwei ausgebildete, freiwillige Mitarbeiterinnen im Einsatz. Insgesamt leisten in Meran 12 Frauen wertvolle und kostenlose Dienste für Frauen, die in Schwierigkeiten und in Nöte geraten sind. Die FhF-Mitarbeiterinnen stellen ihre Freizeit, ihr Einfühlungsvermögen und vor allem auch ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf sozialem, psychologischem und rechtlichem Gebiet zur Verfügung. Traudl Holzner: „Wir respektieren die Persönlichkeit jeder Frau, hören uns ihre Probleme ohne Vorurteile, ohne Zeitdruck und unter dem Siegel absoluter Verschwiegenheit an und beurteilen ihre Entscheidung nicht.“ Im FhF-Büro werden Frauen und Mädchen in Krisensituationen kostenlos und unbürokratisch Beistand und Information angeboten. Während in manchen Fällen schon mit einem einmaligen Gespräch geholfen werden kann, gibt es zum Teil auch Frauen, die über Jahre betreut werden. Bei Bedarf werden Kontakte zu therapeutischen und sozialen Stellen hergestellt. Auch über eine Kleinwohnung in Meran verfügt die FhF-Stelle. Dort können Frauen, die sich in besonderen Notlagen befinden, bis zu 6 Monate wohnen.Was laut der Vorsitzenden seit einigen Jahren auffällt, ist die Tatsache, dass sich immer mehr Ausländer-Frauen an die Stelle wenden. In akuten Fällen hilft die FhF-Stelle auch finanziell aus. „Wir bezahlen eine Strom- oder Gasrechnung, den Kindergartenbeitrag, die Schulbücher oder Babykleidung,“ berichtet Traudl Holzner. Gedeckt werden diese Ausgaben mit Spenden, „die wir zu 100 Prozent für diesen Zweck weitergeben.“ Spenden können übrigens auf folgenden Bankkonten eingezahlt werden: Raiffeisenkasse Meran (IBAN: IT78X0813358593000040108656) und Sparkasse Meran (IBAN: IT98T 0604558590000000430500). Neben Meran gibt es noch in Bozen und in Bruneck FhF-Stellen. Finanziell unterstützt werden diese wertvollen Dienste vom Land und den jeweiligen Gemeinden.
Josef Laner
Josef Laner

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