Walter Klaus als Kapitän seiner „MS Sonnenkönigin“, die am 18. September 2008 am Bodensee zur Jungfernfahrt auslief.

In Erinnerung an Walter Klaus

Publiziert in 16 / 2012 - Erschienen am 26. April 2012
Sulden/Vorarlberg – „Das geht so nicht, die Kabinen müssen sauber sein, was sollen sonst die Gäste denken?“ Zu hören bekam dies vor rund 15 Jahren ein Angestellter der Seilbahn Sulden. Gesagt hat es ihm ein Mann an der Bergstation. Er war mit der Seilbahn hochgefahren und hatte während der Fahrt ein paar Papierfetzen vom Boden der Seilbahnkabine aufgelesen. Erst wenig später erfuhr ich, dass es sich beim Mann um ­Walter Klaus handelte, den Eigentümer der Aufstiegsanlagen in Sulden, der 2002 auch das Skigebiet Trafoi übernahm. Am 17. April 2012 ist Walter Klaus, seit 2000 Ehrenbürger der Gemeinde Stilfs, kurz vor seinem 78. Geburtstag in Lochau in Vorarlberg gestorben. Wenige Tage vorher, am 12. April, hatte er noch in einem Hotel in Sulden mit seiner Frau Eva zu Mittag gegessen und mit Reinhold Messner, dem ehemaligen Landstagspräsidenten Hermann Thaler, Altbürgermeister Josef Hofer sowie mit Paul Hanny und Vertretern des ORF rund eine halbe Stunde lang geplaudert. Es handelte sich um ein spontanes Zusammentreffen. Walter Klaus hatte sich schon vor Jahren aus gesundheitlichen Gründen nach und nach aus dem aktiven Geschäftsleben zurückgezogen. 2010 hat der ­Vorarlberger Werner Netzer die Firmenanteile von Walter Klaus an der Klaus Holding GmbH übernommen. Netzer ist seither Eigentümer sämtlicher Aufstiegsanlagen in Sulden und Trafoi. Zu den persönlichen Sternstunden von Kommerzialrat Walter Klaus, der als Unternehmer von echtem Schrot und Korn mit seinen Entscheidungen mit­unter auch aneckte, zählte sicher die Jungfernfahrt seines Event-Schiffs „MS Sonnenkönigin“ am 18. September 2008 auf dem ­Bodensee. Klaus hatte rund 13 Millionen Euro in die Erfüllung dieses seines Lebenstraums gesteckt. Wirtschaftlich gesehen kam der Luxusliner mehr schlecht als recht in Fahrt. Mit Sulden und auch Trafoi war Walter Klaus weit mehr als nur wirtschaftlich verbunden. Vor allem Sulden war für ihn ein Stück Heimat geworden.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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