Der Präsident der Sportanlagen Val Müstair, Vito Stupan (2. von links), bei der Orientierung über das neue Projekt; Foto: Jon Manatschal

Skigebiet Minschuns soll durch 4-er Sesselbahn erschlossen werden

Publiziert in 44 / 2009 - Erschienen am 10. Dezember 2009
Val Müstair – Die Pläne zur Erschließung des Skigebiets Minschuns am Ofenpass kommen in eine neue Phase. Ein erstes Projekt für den Bau einer Seilbahn von Tschierv hinauf ins Skigebiet hatte vor einigen Jahren Schiffbruch erlitten. Nun gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer am Horizont, wie anlässlich der Generalversammlung der Sportanlagen Val Müstair AG zu hören war. von Jon Manatschal Die größte Knacknuss bei ­allen Plänen zur besseren Erschließung des Skigebiets Minschuns oberhalb Tschierv, auf der Südseite des Ofenpasses, sind und bleiben die Finanzen. Nach der Fusion der Gemeinden des Val Müstair zur Talgemeinde, gibt es aber einen Hoffnungsschimmer. Wenn das Volk einverstanden ist, könnte die Gemeinde einen Teil der 8,5 Millionen Franken, die sie nach der Fusion vom Kanton erhalten hat, zur Finanzierung einer Bahn einsetzen. Anlässlich der Generalversammlung der Sportanlagen wurden zwei Projekte vorgestellt. Eines sieht den Bau einer ca. 700 m langen 4er-Sesselbahn vor, das andere die Erstellung einer Windenbahn von Süsom Tschierv bis nach Minschuns. Bei der Sesselbahn rechnet man mit Kosten von etwa 6,5 Millionen Franken, die Windenbahn würde 3 Millionen mehr kosten. In diesen Kosten sind auch die Auslagen für die Anpassung der Infrastruktur und für den Ausbau der Beschneiungsanlagen inbegriffen. Die Diskussion bei der Generalversammlung konzentrierte sich vor allem auf die Sesselbahn, die eher finanzierbar sein sollte. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Gemeindebeitrag von über 2 Millionen und mit namhaften Zuschüssen von Seiten des Kantons und des Bundes. Als Voraussetzung dafür, dass die Beiträge vom Kanton und vom Staat auch gewährt werden, gilt die Bereitschaft des Val Müstair, Eigenleistungen zu erbringen. Bereits im Januar sollen diesbezüglich erste Gespräche mit den Gemeinde­verantwortlichen geführt werden. Das letzte Wort in einer solchen Angelegenheit hat aber die Gemeindeversammlung. Positive Jahresrechnung Die Rechnung der Sportanlagen Val Müstair AG für das vergangene Betriebsjahr schließt mit einem Vorschuss von Fr. 46.000 ab. Der Cash Flow beläuft sich auf Fr. 276.000. Dieses Resultat war möglich, dank der guten Schneeverhältnisse des vergangenen Winters, aber auch dank der sehr großen Anstrengungen der Pro Minschuns zur Verbesserung und Optimierung der Anlagen. Die Eröffnung der Skisaison 2009/2010 auf Minschuns ist für den 19. Dezember vorgesehen. Sollten es aber die Schneeverhältnisse erlauben, wird man bereits am Wochenende vom 12./13. Dezember 2009 auf Minschuns Skifahren können. Leicht verbesserte ­Wirtschaftslage im Val Müstair Als Referent zur diesjährigen Generalversammlung der Sportanlagen Val Müstair war der aktuelle Präsident der Bündner Regierung, Hansjörg Trachsel, eingeladen. Laut Trachsel hat sich die Wirtschaftslage im Val Müstair, im Vergleich zu den vergangenen Jahren, leicht verbessert. So konnte die Arbeitsplatzentwicklung stabilisiert und im Dienstleistungssektor sogar etwas verbessert werden. Dies sei erfreulich und vor allem den Besonderheiten zu verdanken, die das Val Müstair mit dem Kloster, der Biosphäre, aber auch durch seine Lage zwischen zwei Nationalparken zu bieten hat. Leider genüge dies aber nicht, um die lang­fristige Zukunft des Val Müstair zu garantieren, stellte Trachsel fest. Zahl der Geburten hat sich halbiert Große Sorgen bereite der Bündner Regierung die ­demografische Entwicklung im Tal. Seit 1980 hat sich die Zahl der Geburten im Val Müstair halbiert und wiegt die Todesfälle nicht mehr auf. Natürlich seien sinkende Geburtszahlen auch an vielen anderen Orten festzustellen, aber Gebiete, wie zum Beispiel das Oberengadin, könnten diese mit der Zuwanderung, im Moment vor allem aus Deutschland und aus Portugal, kompensieren. Das Val Müstair hat verhältnismässig viele Arbeitsplätze anzubieten. Diese werden aber zu einem schönen Teil von Leuten eingenommen, die jenseits der Grenze wohnen. Wohl bezahlen diese im Tal Steuern, aber sie bereichern und befruchten nicht das Leben in den Dörfern, was gemäß dem Regierungspräsidenten auf die Länge ­fatal sein könne. Wenn das Tal überleben wolle, müssten hier dringend Lösungen gefunden werden. Positive Worte konnte man von Seiten des Vertreters der Bündner Regierung zur Zusammenarbeit mit der Süd­tiroler Regierung hören. Bozen sei gegenüber den Anliegen von Bündner Seite immer sehr offen und der Kontakt problemlos.
Jon Manatschal

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