Erfahrung und Verantwortung: Ärztlicher Direktor und vier Primariae/Primare vorgestellt
Fünf neu ernannte Führungskräfte verstärken den Gesundheitsbezirk Meran: Sie übernehmen zentrale Aufgaben im Krankenhaus Meran und in der wohnortnahen Versorgung. Am 17. September wurden sie offiziell vorgestellt.
- Neu besetzt wurden fünf zentrale Führungspositionen: Dr. Valter Ciarrocchi wurde für die Ärztliche Direktion des Krankenhauses Meran ernannt, die er bereits geschäftsführend leitete;Dr.in Walburga Cassar steht nunmehr der Pädiatrie im Gesundheitsbezirk Meran vor, Dr. Stefano Grassi der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Meran, Dr. Antonio Luchetti dem Psychiatrischen Dienst und Dr.in Barbara Elisabeth Klotz dem Psychologischen Dienst im Gesundheitsbezirk Meran. Die fünf Führungskräfte verfügen über langjährige Erfahrung in ihren jeweiligen Fachgebieten und tragen künftig gemeinsam Verantwortung für wesentliche Bereiche der Gesundheitsversorgung im Bezirk Meran
„Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem braucht nicht nur moderne Einrichtungen,“ betontLandesrat Dr. Hubert Messner, „sondern vor allem Menschen, die Verantwortung übernehmen und die Dienste mit Leben füllen. Die neuen Führungskräfte im Gesundheitsbezirk Meran bringen dafür viel fachliche Erfahrung und Kenntnis der lokalen Gegebenheiten mit – und leisten damit einen wichtigen Beitrag dazu, die Gesundheitsversorgung in Südtirol weiterzuentwickeln und noch stärker zu vernetzen“.
Generaldirektor Dr. Christian Kofler unterstreicht die Bedeutung kompetenter Führung: „Ich freue mich, dass mit der Besetzung dieser Führungspositionen die medizinische Versorgung im Gesundheitsbezirk Meran gestärkt wurde.“ Bei allen bedankt sich der Generaldirektor für ihren Einsatz bei der täglichen Versorgung der Patientinnen und Patienten. „Nicht zuletzt sind die Führungskräfte Vorbilder für ihre Teams und sollten Orientierung in fachlicher und menschlicher Hinsicht geben.“
Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann hebt insbesondere die übergreifende Bedeutung der Aufgaben aller fünf neu ernannten Direktoren hervor: „Der Ärztliche Direktor Dr. Valter Ciarrocchi ist ein zentraler Ansprechpartner für die Primarärztinnen und -ärzte im Krankenhaus Meran und trägt Verantwortung für das reibungslose Funktionieren des klinischen Bereichs. Auch bei den Primarärztinnen und -ärzten konnten wir wichtige Positionen mit erfahrenen und kompetenten Fachleuten besetzen. Mit Dr.in Walburga Cassar konnten wir eine erfahrene und engagierte Leiterin für die Pädiatrie in den Krankenhäusern Meran und Schlanders gewinnen. Dr. Stefano Grassi bringt als langjähriger Facharzt aus dem Krankenhaus Bozen große klinische und chirurgische Erfahrung mit und wird die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe in Meran in die Zukunft führen, in enger Abstimmung mit seinen betrieblichen Netzwerkpartnern. Dr. Antonio Luchetti steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, den gesamten psychiatrischen Bereich im Gesundheitsbezirk zu leiten und eine verstärkte Zusammenarbeit in Abstimmung mit den Partnern im Netzwerk der anderen Gesundheitsbezirke zu entwickeln. Dr.in Barbara Elisabeth Klotz ist für die psychologische Versorgung ebenfalls in Abstimmung mit den anderen Diensten des Netzwerks für psychische Gesundheit verantwortlich. Ich danke allen für ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“
Auch Bezirksdirektorin Dr.in Janah Maria Andreis begrüßt die Besetzungen: „Ich freue mich sehr, dass wir für unseren Gesundheitsbezirk so erfahrene und engagierte Führungskräfte gewinnen konnten. Sie leiten wichtige Bereiche und Teams und bringen dafür viel Erfahrung und Fachkompetenz mit. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam viel bewegen können, zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten. Ich wünsche allen Führungskräften viel Freude, Begeisterung und Leidenschaft für ihre Arbeit und gratuliere ihnen herzlich zu ihren neuen Aufgaben.“
Die Führungskräfte im Überblick:
- Dr. Valter Ciarrocchi ist seit Dezember 2025 Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Meran. Der Arzt mit italienisch-deutscher Staatsangehörigkeit hat das Studium der Medizin und Chirurgie an der Universität La Sapienza in Rom mit Auszeichnung abgeschlossen und sich anschließend in Hygiene und Präventivmedizin sowie Arbeitsmedizin spezialisiert. Seine berufliche Laufbahn begann bei der italienischen Marine. Nach weiteren beruflichen Stationen in Italien und Deutschland war Ciarrocchi ab 1998 in der ärztlichen Leitung des Krankenhauses Bozen tätig. Von 2009 bis 2019 arbeitete er im betrieblichen arbeitsmedizinischen Dienst. Ab 2019 war er geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Meran, bevor er im Dezember 2025 zum Ärztlichen Direktor ernannt wurde.
„Für mich wird es in den kommenden Jahren entscheidend sein, die Rolle des Gesundheitsbezirks Meran als wichtige Anlaufstelle für die Bevölkerung weiter zu stärken. Dabei wird die Qualität der Versorgung, Innovation, die Integration zwischen Krankenhaus und der Gesundheitsversorgung vor Ort sowie die Förderung und Wertschätzung der beruflichen Kompetenzen im Mittelpunkt stehen. Krankenhäuser bestehen nicht nur aus Gebäuden und Technologien, sondern vor allem aus Menschen. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich weiterhin an einem modernen, sicheren und innovativen Gesundheitswesen arbeiten, das sich zunehmend an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert.“
- Dr.in Walburga Cassar leitet seit 1. Februar 2026 die Pädiatrie im Gesundheitsbezirk Meran. Die aus Penon stammende Ärztin studierte Medizin in Innsbruck und absolvierte ihre Facharztausbildung in Verona. Seit 1988 ist sie im Südtiroler Sanitätsbetrieb tätig, seit 1996 als Fachärztin für Pädiatrie am Krankenhaus Bozen und ab 2014 zusätzlich als Primarstellvertreterin. 2017 wurde Cassar zur Primaria der Pädiatrie am Krankenhaus Bruneck ernannt. Neben ihrer langjährigen Führungserfahrung verfügt sie unter anderem über eine Spezialisierung in Kindernephrologie, eine dreijährige Palliativausbildung im pädiatrischen Bereich sowie eine Ausbildung zur Psychotherapeutin.
„Zu Beginn meiner pädiatrischen Laufbahn war ich sieben Jahre am Krankenhaus Brixen tätig. Anschließend arbeitete ich viele Jahre an der Pädiatrie Bozen, wo ich mich neben der allgemeinen Pädiatrie insbesondere auf Kindernephrologie und pädiatrische Ultraschalldiagnostik spezialisierte. Danach leitete ich acht Jahre lang die Pädiatrie Bruneck. Seit dem 1. Februar bin ich Primaria der Pädiatrie Schlanders und Meran. Im Gesundheitsbezirk Meran habe ich ein engagiertes Team aus motivierten Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachkräften kennengelernt. Gemeinsam möchten wir eine moderne und umfassende Versorgung unserer pädiatrischen Patientinnen und Patienten sicherstellen. Dabei ist mir eine enge Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern Schlanders und Meran ebenso wichtig wie der kontinuierliche Austausch mit den niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten.“
- Dr. Stefano Grassi wurde im November 2025 zum Primar der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Meran ernannt. Nach seinem Medizinstudium an der Universität Bologna absolvierte er seine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Österreich. Seit 2002 ist Grassi im Südtiroler Sanitätsbetrieb tätig – zunächst in Bozen, anschließend in Innichen und dann wieder in Bozen. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der gynäkologischen Chirurgie und hat an der Universität Turin einen Master in Urogynäkologie erworben. Ab 2021 war er Verantwortlicher für Urogynäkologie am Krankenhaus Bozen.
„Ich arbeite seit 25 Jahren für den Südtiroler Sanitätsbetrieb. Im Landeskrankenhaus Bozen habe ich umfassende Kenntnisse und weitreichende Kompetenzen erworben, sowohl im Bereich der Gynäkologie als auch in der Geburtshilfe, vor allem in der minimalinvasiven Chirurgie und Beckenbodenchirurgie. In diesen Bereichen möchte ich meine Schwerpunkte setzen, was im landesweiten Versorgungssystem sicherlich einen wichtigen Stellenwert einnehmen wird.
Meran hat sich schon immer für die Förderung der natürlichen Geburt eingesetzt. Das soll auch in Zukunft erhalten bleiben – selbstverständlich unter größtmöglicher Sicherheit für Mutter und Kind. Gleichzeitig ist es von zentraler Bedeutung, auch Schwangeren mit gewissen Risikofaktoren eine sichere Schwangerschaft und eine sichere Geburt in Meran anzubieten. Gerade in diesem Bereich ist eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Abteilung der Pädiatrie und eine optimale betriebsweite Vernetzung mit dem Perinatalzentrum Bozen unabdingbar. Im Rahmen des Projektes „Rund um die Geburt“ haben wir bereits in den vorherigen Monaten unser Versorgungsangebot durch die Aktivierung einer Hebammenambulanz und eine engere Vernetzung mit dem Territorium, also mit den Sprengeldiensten, erweitert.
Die Medizin ist im ständigen Wandel: Eine optimale medizinische Versorgung ist heute ohne eine enge, sektoren- und betriebsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Krankenhäusern und Versorgungsstrukturen nicht denkbar.“
- Dr. Antonio Luchetti leitet seit dem 1. Mai 2026 den Psychiatrischen Dienst im Gesundheitsbezirk Meran. Der gebürtige Römer studierte Medizin in Rom und absolvierte seine Facharztausbildung in Psychiatrie 2012 am Departement für Psychische Gesundheit in Triest. Danach war er in verschiedenen Einrichtungen im Friaul und in Rom tätig. Seit 2018 arbeitet Luchetti im Südtiroler Sanitätsbetrieb, zunächst im Zentrum für Psychische Gesundheit Sinich im „Haus Basaglia“. Ab 2023 war er dort als Verantwortlicher des Zentrums tätig.
„Mit der Übernahme der Leitung des Psychiatrischen Dienstes von Meran bringe ich das Erbe der Triester Schule und eine solide Grundlage mit, die auf fortschrittlichen Ansätzen der Gemeindepsychiatrie beruht. Ich leite einen Dienst, der das „No Restraint“-Modell verfolgt – mit dem Ziel, auf Zwangsmaßnahmen zu verzichten und die Türen offen zu halten. Bei unserer täglichen Arbeit verzichten wir häufig bewusst auf das Tragen von weißen Kitteln, um uns der Machtsymbole zu entledigen, hierarchische Barrieren so weit wie möglich abzubauen und den zwischenmenschlichen Beziehungen einen hohen Stellenwert einzuräumen. Darüber hinaus verfügen wir mit dem Haus Basaglia in Sinich bereits über eine hervorragende Einrichtung. Diese wurde ursprünglich als Anlauf- und Aufnahmezentrum geschaffen. Ich möchte unsere Arbeit von dort aus weiterentwickeln und die Einrichtung zu einem fortschrittlichen Instrument der Rehabilitation ausbauen – für eine dezentrale Wohnversorgung und neue Formen des Wohnens sowie als konkrete Alternative zur stationären Behandlung. Sie soll in das gesamte Territorium ausstrahlen und zugleich von diesem beeinflusst, geprägt und durchdrungen werden.
Eines der wichtigsten Ziele besteht weiterhin drin, Mauern abzubauen und die Straßen, Stadtviertel und Wohnungen zu erreichen - also jene Orte, an denen psychisches Leid entsteht und sich verfestigt. Dabei möchte ich die Psychiatrie mit Konsequenz und kritischem Geist weiterentwickeln. Dazu wollen wir neue Institutionen und Versorgungsformen entwickeln und eng mit Genossenschaften, Vereinen und lokalen Körperschaften zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten wieder Verhandlungsmacht und Selbstbestimmung zu ermöglichen sowie Zugang zu Einkommen, Wohnraum und sozialen Beziehungen zu schaffen und sicherzustellen, dass ihre Bürgerrechte tatsächlich wahrgenommen und durchgesetzt werden können und Meran zu einer ‚Stadt, die sich kümmert‘ – einer ‚Città che Cura‘ – zu machen, die fest in den Lebenswelten der Menschen verankert ist.“
- Dr.in Barbara Elisabeth Klotz wurde im April 2026 zur Direktorin des Psychologischen Dienstes im Gesundheitsbezirk Meran ernannt. Die aus Laas stammende Psychologin studierte in Wien und absolvierte 2011 in Verona ihre Ausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie. Anschließend war sie dort zwei Jahre lang an einem Forschungsprojekt zur Behandlung von Jugendlichen mit Depression in der Gruppe beteiligt. Weitere Qualifikationen erwarb Klotz unter anderem im Bereich der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Seit 2008 ist Klotz im Psychologischen Dienst des Gesundheitsbezirks Meran tätig, seit 2021 leitete sie den Dienst geschäftsführend.
„Mit meiner langjährigen klinischen Erfahrung und Leitungstätigkeit bringe ich eine fundierte Grundlage für meine neue Aufgabe als Direktorin des Psychologischen Diensts Meran mit. Der Dienst begleitet Menschen in allen Lebensphasen – vom Kindes- und Jugendalter bis ins hohe Erwachsenenalter. Das Angebot reicht von psychologischer Diagnostik und Beratung über Psychotherapie bis hin zu spezialisierter psychologischer Versorgung. Eine zentrale Herausforderung sehe ich darin, dem wachsenden Bedarf an psychologischer Unterstützung mit den vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu begegnen und sicherzustellen, dass Menschen frühzeitig die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Dafür sollen die Angebote bedarfsgerecht weiterentwickelt, Versorgungswege klarer gestaltet und die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsdiensten und Partnern im Territorium weiter gestärkt werden. Für die zukünftige Ausrichtung des Dienstes setze ich dabei auch auf die Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine wertschätzende Arbeitskultur, fachlicher Austausch und Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Entwicklung tragen wesentlich dazu bei, die hohe Qualität der psychologischen Versorgung auch in Zukunft zu sichern.“
Sabes/SF