Erfolgsmodell Weideprämie: 4866 Ansuchen stärken Tierwohl und Almwirtschaft
Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher zieht eine positive Bilanz zur Weideprämie 2026: „Die Alm ist Wirtschafts-, Schutz- und Kulturraum zugleich. Mit der Weideprämie unterstützt das Land jene Bäuerinnen und Bauern, die ihre Tiere auf die Alm bringen und damit aktiv zur Bewirtschaftung und Erhaltung dieser wertvollen Flächen beitragen.“
- Südtirol verfügt über eine beeindruckende Almvielfalt: Im Jahr 2025 wurden 1.522 Almen mit einer Nettofläche von rund 70.000 Hektar bewirtschaftet. Insgesamt verbrachten 91.832 Tiere ihre Zeit auf den Südtiroler Almen. Locher verweist auf die zentrale Rolle der Almen: „Diese Zahlen unterstreichen die große Bedeutung der Almwirtschaft für Landwirtschaft, Landschaft und Gesellschaft.“
Weideprämie unterstützt die Alpung
Um die Alpung und damit auch das Tierwohl zu fördern, wird die Weideprämie gewährt. Sie beträgt 200 Euro pro gealpter Großvieheinheit (GVE). Voraussetzung ist, dass die Tiere mindestens 60 Tage auf einer Alm verbracht haben. Die Förderung wurde von den Bäuerinnen und Bauern gut angenommen: 4.866 gültige Ansuchen sind bisher eingegangen. Locher ist zufrieden mit dieser Entwicklung: „Damit zeigt sich, dass die Prämie konkret jene unterstützt, die ihre Tiere auf die Alm bringen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Bewirtschaftung der Almflächen leisten.“ Die Einführung der Weideprämie komme nicht von ungefähr, so Locher: „Die Weidehaltung ist die ursprünglichste Form der Tierhaltung. Die Tiere können sich auf den weitläufigen Almflächen bewegen und ihr natürliches Weideverhalten ausleben. Mit der Weideprämie unterstützen wir daher nicht nur das Tierwohl, sondern auch jene Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit unsere Almen bewirtschaften und erhalten.“
Wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere
Almwiesen sind zugleich besonders artenreiche Lebensräume – bis zu 100 verschiedene Pflanzenarten kommen dort vor. Viele Tier- und Pflanzenarten finden ihren Lebensraum ausschließlich oder vor allem im Almbereich. Die Artenvielfalt ist seit jeher eng mit der Bewirtschaftung verbunden, denn durch die regelmäßige Beweidung und Pflege bleiben die Flächen offen und vielfältig. Die Almwirtschaft trägt damit wesentlich dazu bei, wertvolle Lebensräume zu erhalten. Almen sind ein Teil einer Kulturlandschaft, die über Jahrtausende durch die landwirtschaftliche Nutzung entstanden ist und heute oft als selbstverständlich wahrgenommen wird, obwohl sie eigentlich das Ergebnis kontinuierlicher Bewirtschaftung sind. Locher verweist auf die Bedeutung einer konsequenten Almwirtschaft: „Die Alm ist ein vielfältiger Ort, ihre Bewirtschaftung verbindet landwirtschaftliche Produktion mit der Pflege und Erhaltung einer einzigartigen Landschaft.“
Landwirtschaft und Nachhaltigkeit
Die Weidehaltung ermöglicht es, die vorhandenen natürlichen Ressourcen der Alm zu nutzen und einen Teil des Futterbedarfs der Tiere direkt auf den Weideflächen abzudecken. Gleichzeitig entstehen hochwertige landwirtschaftliche Produkte. Damit erfüllt die Almwirtschaft mehrere Funktionen: Sie unterstützt die landwirtschaftlichen Betriebe, ermöglicht eine naturnahe Tierhaltung und trägt zur nachhaltigen Nutzung der vorhandenen Flächen bei.
Die Bedeutung der Almwirtschaft reicht für Locher jedoch noch weiter: „Die Bewirtschaftung von Almflächen spielt eine wichtige Rolle für deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturgefahren. Entscheidend ist dabei vor allem die Stabilität der Flächen. Weidetiere tragen durch ihre Beweidung dazu bei, eine gesunde und stabile Vegetation zu erhalten. Pflanzen mit robusten Wurzelsystemen können den Boden stabilisieren und dadurch Erosion und das Risiko von Hangrutschungen verringern.“ Würde man die Bewirtschaftung einstellen, könnten Almflächen zunehmend verbuschen und gleichzeitig würde die Stabilität der Vegetationsdecke abnehmen und die Anfälligkeit gegenüber Naturgefahren steigen.
Almwirtschaft als gemeinsame Verantwortung
Die Zahlen und die vielfältigen Funktionen der Almen zeigen laut Franz Locher vor allem eines auf: „Die Almwirtschaft ist weit mehr als die saisonale Haltung von Tieren auf Bergweiden. Sie verbindet Tierwohl, Landwirtschaft, Biodiversität, Landschaftspflege und den Schutz vor Naturgefahren. Mit der Weideprämie wird deshalb jene Arbeit unterstützt, die notwendig ist, damit diese Funktionen auch langfristig erhalten bleiben.
BF