Grüne Forderung wird Realität: kostenlose Verhütung für alle
Was die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag vor einem Jahr im Omnibus-Gesetz durchgesetzt hatte, setzt die Landesregierung nun mit einem Beschluss um: Ab 1. September 2026 erhalten junge Menschen in Südtirol zwischen 14 und 25 Jahren über die Familienberatungsstellen kostenlos Verhütungsmittel. Für das einjährige Pilotprojekt sind insgesamt eine Million Euro vorgesehen.
- Der Weg dorthin war nicht geradlinig. Im März 2025 hatte der Gesetzgebungsausschuss den grünen Änderungsantrag zur kostenlosen Verhütung zunächst abgelehnt. Wenige Monate später, im Juli 2025, brachte die Grüne Fraktion den Vorschlag erfolgreich in das Omnibus-Gesetz ein. Durch den Beschluss der Landesregierung erfolgt nun die konkrete Umsetzung. Das Angebot richtet sich an alle zwischen 14 und 25 Jahren, unabhängig vom Geschlecht. Angebotene Verhütungsmittel sind Pille, Vaginalring, Pflaster, Implantat, Spirale sowie Kondome, die direkt in den Beratungsstellen ausgegeben werden. Die Ausgabe der Verhütungsmittel ist nicht an eine ärztliche Verschreibung gekoppelt und erfolgt niederschwellig über die Familienberatungsstellen. Da Verhütungsmittel zuverlässig vor sexuell übertragbaren Infektionen (STD) schützen, ist ihr kostenloser Zugang ein entscheidender Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Auch gehen in europäischen Ländern, die auf kostenlose Verhütungsmittel setzen, ungewollte Schwangerschaften zurück. Gleichzeitig steigt die Geburtenrate, was zeigt, dass ein offener Umgang mit freier und informierter Verhütung sich nicht negativ darauf auswirkt, sondern sie im Gegenteil begünstigt.
„Das ist ein Erfolg für Gesundheit und Menschenwürde: Verhütung ist keine Frage des Geldes mehr", so Brigitte Foppa, Landtagsabgeordnete der Grünen Fraktion. „Das ist ein echter Fortschritt für die reproduktive Selbstbestimmung junger Menschen in Südtirol. Wir sind froh, dass diese Forderung des “Frauenmarsch” nun endlich Realität wird. Auch dank der produktiven Zusammenarbeit mit Landesrat Messner." „Wir haben diese Forderung nicht fallengelassen und uns nicht entmutigen lassen, auch als sie im Ausschuss abgelehnt wurde", so die Grüne Fraktion. „Dass die Landesregierung sie jetzt umsetzt, zeigt: Hartnäckigkeit zahlt sich aus, und sexuelle Gesundheit gehört zur Grundversorgung!"
Grüne Fraktion