Neue Webseite zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung online

Die Landesverwaltung bündelt ab sofort alle Informationen zur neuen wohnortnahen Gesundheitsversorgung auf einer eigenen Webseite

- Alle Informationen zur neuen wohnortnahen Gesundheitsversorgung in Südtirol sind jetzt auf einer eigenen Webseite abrufbar. Im Fokus der wohnortnahen Versorgung steht ein grundlegender Paradigmenwechsel: Weg von einem stark krankenhauszentrierten System, hin zu einer vernetzten Betreuung nahe am Wohnort. "Wer Hilfe braucht, soll sie schnell, gut und in modernen Strukturen vor Ort bekommen", unterstreicht Gesundheitslandesrat Hubert Messner, der das neue System am 13. Mai auch im Landtag in Bozen vorgestellt hat. Zugleich sollen die Krankenhäuser entlastet werden, um sich auf akute Fälle konzentrieren zu können. Das neue System stützt sich auf vier zentrale Bausteine, und zwar Gemeinschaftshäuser, Gemeinschaftskrankenhäuser, wohnortnahe Einsatzzentralen und die neue Gesundheitshotline 116117.

Gemeinschaftshäuser betreuen multidisziplinär

Die zwölf Gemeinschaftshäuser sind weiterentwickelte Sprengel und bündelnGesundheitsdienste und Sozialdienste unter einem Dach. "Im Gemeinschaftshaus werden die Menschen beraten, untersucht, betreut und bekommen Unterstützung. So sparen sie sich lange Wege und Wartezeiten, beispielsweise im Krankenhaus", sagt Landesrat Messner. Die Gemeinschaftshäuser ermöglichen eine multidisziplinäre Betreuung aus einer Hand: Hausärztin, Kinderarzt, Krankenpflege, Sozialdienste, spezialisierte Fachärzte (z. B. Kardiologie, Diabetologie, Rheumatologie) und auch Prävention und Therapie und mehr arbeiten dort eng zusammen. Vor allem die Betreuung chronisch Kranker sollen künftig die Gemeinschaftshäuser anstelle der Krankenhäuser übernehmen: "Statt vieler einzelner Besuche im Krankenhaus, z.B. für fachärztliche Visiten, findet ein chronisch Kranker alle Angebote im Gemeinschaftshaus, wo alle Gesundheitsberufe um ihn herum rotieren, und nicht umgekehrt", so Messner. In den Gemeinschaftshäusern entstehen zudem Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten als Anlaufstelle für nicht lebensbedrohliche Beschwerden sowiemobile Einheiten für Hausbesuche. Gemeinschaftshäuser wird es in Bozen (2), Brixen, Bruneck, Klausen, Innichen, Mals, Leifers, Meran, Naturns, Neumarkt und Sterzing geben, sieben davon öffnen in den kommenden Wochen.

Gemeinschaftskrankenhäuser mit Intermediärbetten 

Ergänzt werden die Gemeinschaftshäuser durch drei Gemeinschaftskrankenhäuser inBozen, Meran und Neumarkt mit Betten für die Intermediärbetreuung. "Sie schließen die Lücke zwischen stationärer Akutversorgung und Betreuung zu Hause und entlasten die Krankenhäuser weiter", erklärt Messner. Diese Betten sind laut Landesrat für Patienten mit einem vorwiegend gesundheitlichen Betreuungsbedarf bestimmt, die zwar pflegerische und ärztliche Betreuung, allerdings kein Akutbett im Krankenhaus mehr benötigen. Auch Patienten von zu Hause können bei einem vorübergehenden geringen gesundheitlichen Betreuungsbedarf aufgenommen werden.

Wohnortnahe Einsatzzentralen für ständige Versorgung

Eine wichtige Rolle übernehmen die wohnortnahen Einsatzzentralen (WONE). Sie koordinieren den Übergang vom Krankenhausaufenthalt in die wohnortnahe Betreuung (zu Hause, im Intermediärbett, in eine Pflegestruktur wie das Seniorenwohnheim) – oder umgekehrt – und sorgen für Kontinuität in der Versorgung. "Für die Patienten und Angehörigen sind die fünf wohnortnahen Einsatzzentralen in Bozen, Neumarkt, Brixen, Meran und Bruneck, die bereits operativ sind, bei jedem Betreuungsübergang eine Unterstützung", sagt Messner.

Einheitliche Gesundheitsrufnummer 

Abgerundet wird das System durch die neue Gesundheitshotline 116117. Die europaweit einheitliche Rufnummer soll rund um die Uhr für nicht dringende Gesundheitsanliegen bereitstehen. "Die Gesundheitsrufnummer soll ein vernetzter Anlaufpunkt für alle nicht dringenden Anliegen sein, die Patientinnen und Patienten schnell, unkompliziert und passend hilft", sagt Messner. Im Sommer soll diese Rufnummer im Gesundheitsbezirk Bozen aktiviert werden und später landesweit. Sie bietet Orientierung bei nicht dringenden medizinischen Anliegen. Eigens geschulte Mitarbeitende beantworten Fragen, nehmen eine erste Einschätzung der Beschwerden vor und sagen den Anrufenden, welche Versorgung für sie die richtige ist: Hausärztin oder Hausarzt, Gemeinschaftshaus oder andere Dienste im Gesundheitswesen. 

Ein Krankenhaus mit sieben Standorten

Laut Messner wird es weiterhin die Krankenhäuser in Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Innichen, Schlanders und Sterzing geben. "Wir haben weiterhin ein Krankenhaus mit sieben Standorten, die vernetzt und gemeinsam arbeiten und verschiedene Behandlungen anbieten", erläutert Messner.

Infos: https://gesundheit.provinz.bz.it/de/einrichtungen-wohnortnahe-gesundheitsversorgung

LPA/san

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