Weltsepsistag: erkennen und schnell handeln
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb erinnert daran, dass nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation weltweit rund 49 Millionen Menschen jährlich an einer Sepsis erkranken, etwa 11 Millionen Menschen sterben daran.
- Der Weltsepsistag am 13. September macht auf eine lebensbedrohliche Komplikation von Infektionen aufmerksam, die umgangssprachlich häufig als „Blutvergiftung“ bezeichnet wird. Bei einer Sepsis kann die körpereigene Abwehrreaktion lebenswichtige Organe schädigen. Wird eine Sepsis nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sie innerhalb kurzer Zeit zu einem septischen Schock, zu Organversagen und zum Tod führen.
„Eine Sepsis kann grundsätzlich jeden Menschen treffen. Bestimmte Personengruppen haben jedoch ein höheres Risiko – dazu gehören ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, transplantierte Patientinnen und Patienten sowie Personen mit chronischen Erkrankungen“, erklärt Primaria Dr.in Sieglinde Kofler der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Meran. „Besonders relevant sind chronische Erkrankungen der Nieren oder der Leber, Diabetes, chronische Lungen- oder Herzerkrankungen sowie Krebserkrankungen.“
Die Beschwerden einer Sepsis können unterschiedlich sein. Mögliche Warnzeichen sind unter anderem hohes Fieber oder zu niedrige Temperatur, Schüttelfrost, schnelle Atmung, Herzrasen, Verwirrtheit, eine ausgeprägte Schwäche, diffuse Schmerzen oder ein starkes Krankheitsgefühl. Auch niedriger Blutdruck und eine deutlich verringerte Urinmenge können auftreten.
„Entscheidend ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern die rasche Verschlechterung des Allgemeinzustandes im Zusammenhang mit einer möglichen Infektion“, betont Dr.in Kofler. „Wenn jemand plötzlich sehr krank wirkt, verwirrt ist, schwer atmet oder sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtert, sollte unverzüglich medizinische Hilfe gesucht werden.“
Eine Sepsis lässt sich nicht mit einem einzigen Test feststellen. Das ärztliche Personal beurteilt den klinischen Zustand der Patientin oder des Patienten und sucht gleichzeitig nach der Ursache der Infektion und nach Anzeichen dafür, dass Organe beeinträchtigt sind.
Bei einer Sepsis zählt die Zeit. Die Behandlung beginnt möglichst rasch und richtet sich nach dem Schweregrad und der Ursache. Dazu gehören insbesondere eine geeignete antimikrobielle Therapie – beispielsweise Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion nach Abnahme von Blut- und Urinkulturen, Flüssigkeit zur Stabilisierung des Kreislaufs und eine engmaschige Überwachung der Organfunktionen. Wenn ein konkreter Infektionsherd gefunden wird, muss dieser möglichst rasch behandelt oder beseitigt werden. Bei schwerem Verlauf kann eine intensivmedizinische Behandlung notwendig sein.
„Bei einer Sepsis können sich Veränderungen sehr schnell entwickeln. Deshalb versuchen wir, gleichzeitig zwei Dinge zu erreichen: die Infektion möglichst rasch zu behandeln und die Organfunktionen zu stabilisieren“, erklärt Dr.in Kofler. „Je früher eine Sepsis erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, einen schweren Verlauf zu verhindern.“
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb will deshalb anlässlich des Weltsepsistages am 13. September sas Bewusstsein für die Erkrankung schärfen: Sepsis erkennen, Warnzeichen ernst nehmen und schnell handeln – denn bei Sepsis zählt die Zeit.
Sabes/SF