Die Langsprinterinnen aus Freiburg bauten auf das Training in Latsch: (von links) Natalie Füllgraf, Chrissi Zehender, Sophia Sommer, Yana Have', Valerie Koppler, Sabine Storz und Marleen Schmauder.
Trainer Markus Mulfinger im Gespräch mit Viva-Direktor Martin Stricker
Sporttourismus vor 45 Jahren: Zehnkampf-Weltrekordler Jürgen Hingsen und sein Trainer Norbert Pixken (v.r.) trafen sich mit Franz Rinner, damals technischer Leiter im Sportverein Latsch.

Blockadebrecherinnen

Leichtathletinnen des Universitätssportclubs Freiburg eröffneten den Trainingsbetrieb

Publiziert in 21 / 2021 - Erschienen am 24. Juni 2021

Latsch - Markus Mulfinger, Vizepräsident des USC, hatte sieben Sprinterinnen, darunter Athletinnen von nationalem Interesse, nach Latsch gebracht. Sie waren die erste Trainingsgruppe nach der Blockade durch die Corona-Pandemie. Latsch sei ihm schon zwischen 2002 und 2004 zum Begriff geworden, erzählte Mulfinger. Damals hätten sich die besten deutschen Sprinterinnen in Latsch auf die Olympischen Spiele in Athen vorbereitet. Er habe immer schon etwas gegen die Auffassung im Deutschen Leichtathletik-Verband gehabt: Je weiter man fliegt, desto besser wird das Trainingslager. Für ihn war Latsch das Gute, das so nah lag. Es liegt immerhin fünf Fahrstunden „unter der Schweiz“ von Freiburg aus gesehen. „Was glauben Sie, wie lange wir unterwegs sind, wenn wir zu deutschen Meisterschaften in den Norden oder Osten der Republik fahren müssen“, klärte er die Verhältnisse. Vielleicht steckt eine Portion schwäbische oder badensische Bodenständigkeit dahinter, aber Mulfinger schwört auf die Ruhe in Latsch und auf das „konzentrierte Training“, das sich immer wieder bewährt habe. Dazu kämen die gute Unterkunft - man logierte im Hotel Montani in Morter - die kurzen Wege, das gute Essen, das gute Wetter und das Entgegenkommen des Sportanlagenbetreibers Viva:Laaatsch. Seine Betonung von Latsch klingt länger als die Entfernung von Morter zum Stadion. Tatsächlich herrschten in der letzten Mai-Woche ideale Bedingungen für die sieben großgewachsenen Damen aus dem Südwesten Deutschlands. Unter ihnen befanden sich mehrheitlich Langsprinterinnen, die sich über die einfache und doppelte Stadionrunde zu kämpfen hatten, gemeint sind 400 und 800 Meter-Strecken. „Vom Verein her hatten wir einen Schwerpunkt in der 4x100m-Staffel. Dort sind wir im nationalen Vergleich immer unter den ersten 10. Jetzt haben wir mit Sofia Sommer, Bestleistung über 400m von 53,43 sec, mit Valerie Koppler, Jahrgang 2003, die über 800m unter 2:10 Minuten gelaufen ist, mit Yana Havé, die zur Luxemburger Nationalstaffel über 4x400m gehört, und mit Nathalie Füllgraf - 400m in 56 sec - eine Konstellation, dass wir uns auch an die 4x400m wagen können. Da kommen wir schon auf 3:45 Min“, erzählte Trainer Mulfinger. Inzwischen hatten sich Viva-Geschäftsführer Martin Stricker, Sportlehrer Werner Rinner und der Betreuer der Schweizer Biathletinnen, Andreas Kuppelwieser, eingefunden. Man kam auch auf schwache Punkte der Latscher Anlagen zu sprechen. Mulfinger fragte sich: „Warum bekommen die nicht eine ordentliche Freihantelanlage hin?“ Die Einheimischen wunderten sich über die Enge eines Kraftraumes, der aus den frühen 1980er-Jahren stammt und nur vollgepackt, aber nicht mehr erweitert wurde.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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