Das Geburtsjahr als symbolische Startnummer: Ultra-Trail-Läufer Daniel Jung (links) mit OK-Chefin Julia Hensel und OK-Präsident Peter Pfeifer.
Im urigen Ambiente der Tschenglsburg wurde die dritte Ausgabe des Stelvio-Marathons vorgestellt.

Der Stelvio ruft die Läufer

Wenn am 15. Juni der Startschuss  für den 3. Stilfserjoch Marathon fällt, dann kommen Läufer aus aller Herren Länder. 

Publiziert in 12 / 2019 - Erschienen am 2. April 2019

Tschengls - Die Vorfreude ist groß, die Anmeldungen für den 3. Stilfserjoch/Stelvio Marathon laufen. Schon jetzt haben sich mehrere hundert Bergläufer aus nah und fern für den prestigeträchtigen Lauf angemeldet. Kürzlich, als die Veranstaltung in der Tschenglsburg vorgestellt wurde, kamen freilich noch einige hinzu. Direkt vor Ort meldeten sich die interessierten Läufer für den Wettkampf an. Seine Startnummer bekam dabei auch Daniel Jung. Der Latscher Ultra-Trail-Läufer, der weltweit zu den besten seines Fachs gehört, erzählte bei einem Gastreferat über sein Leben als Extremsportler. „Es ist eine Ehre für mich hier zu sein. Leider kann ich beim Rennen selbst nicht mit dabei sein, der Terminkalender ist voll. Zudem täte ich mich ohnehin schwer bei einem reinen Bergauf-Rennen mit viel Asphalt“, so Jung. Die Startnummer bekam er symbolisch dennoch überreicht und wer weiß „irgendwann würde mich so ein Heimrennen schon reizen“. 

Die Pass-Straße hinauf
Der Lauf selbst verlangt Profis und Hobbysportlern gleichermaßen alles ab. Von Prad geht es hinauf auf das Stilfser Joch. 42,195 Kilometer und 2350 Höhenmeter gilt es zu bewältigen. Der Weg führt durch Wälder und über Schotterwege bis zur Kehre 25, wo es dann über Asphalt und 24 Kehren hinauf ins Ziel geht. Der Marathon führt zu 50 Prozent über Asphalt, zu je 20 Prozent über Schotter- und Wanderwege sowie zu 10 Prozent über alpine Steige. Bei der kürzeren „Classic Strecke“ geht es über 26 km und 2. 400 Höhenmetern hinauf auf den Pass, die „Short Distance“ beginnt hingegen erst beim Hotel Schöne Aussicht“ in Trafoi und umfasst 14 km und 1. 180 hm. Vor allem heimische Athleten soll diese Kurzstrecke, die für alle geübten Läufer zu schaffen sein dürfte, anlocken. Im vorigen Jahr waren 720 Sportler aus 15 Nationen mit dabei. Die neue OK-Chefin Julia Hensel, die das Amt von Gerald Burger übernahm und sowohl für den Stelvio-Marathon, als auch für den Ortler Bike Marathon zuständig ist, lobte den Einsatz der vielen freiwilligen Helfer. Der Präsident des organisierenden Vereins „ASV Stelvio Marathon“, Peter Pfeifer, unterstrich die Nachhaltigkeit dieser Veranstaltung. Die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark funktioniere hervorragend. An 16 Verpflegungsstellen sorgen Helfer von 16 lokalen Vereinen für das Wohl der Athleten. Für die Anmeldegebühr bekommen die Sportler ein lukratives Starterpaket mit vielen Leistungen. 

Tipps vom Profi
Tipps für die Hobbyläufer hatte Daniel Jung parat. Der in Naturns wohnhafte Latscher reist als Ultra-Trail-Läufer durch die ganze Welt. „Am wohlsten fühle ich mich aber in den heimischen Bergen“, betonte er. Wichtig sei laut ihm vor allem, auf den eigenen Körper zu hören. „Es nützt nichts, Vollgas zu geben, wenn man sich nicht gut fühlt oder nicht motiviert ist“, so Jung. Er selbst trainiere drei Mal die Woche, gehe zudem an Wochenenden gemütlich in die Berge. Der 35-Jährige, der auch als Bikeguide und Saunameister arbeitet, habe selbst erst vor einigen Jahren mit dem extremen Laufsport angefangen, nachdem er bis 2014 für lange Zeit Mountainbike-Rennen bestritt. Jung wusste Anekdoten zu erzählen, von seinem ersten Ultra-Marathon über 84 Kilometer und 4400 Höhenmeter bei einem Urlaub im französischen Mafate, bis hin zu Projekten, wie den Berliner Höhenweg (74 km, 7.400 hm) in den Zillertaler Alpen in einem Durchlauf zu bewältigen. Fast ungläubig lauschten die Zuhörer wie er den Tiroler Höhenweg (200 km und 13.964 Höhenmeter) in einer Rekordzeit von 57 Stunden und 32 Minuten absolviert hatte. 

Michael Andres
Michael Andres

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