Das Trio beim Training am Wilden Freiger in den Stubaier Alpen im Bild Andreas Kristandl
Das Trio beim Training am Wilden Freiger in den Stubaier Alpen (v.l.) Lukas Mangger und Roman Breitenberger.

Die „Gletscher-Patrouille“

Ein Lichtenberger, ein Rablander und ein Wipptaler bei einem Skitouren-Abenteuer in der Schweiz. 

Publiziert in 10 / 2022 - Erschienen am 24. Mai 2022

LICHTENBERG - 62 Kilometer und rund 4.250 Höhenmeter im alpinen Gelände. Von Zermatt nach Verbier. Hunderte ausgewählte Skibergsteiger, die sich messen. Keine Frage, die „Patrouille des Glaciers“ (PDG) in der Schweiz ist Kult in Sachen Skitourenrennen. Das Rennen wird von der Schweizer Armee organisiert und findet alle zwei Jahre statt. Mittendrin waren diesmal zwei Vinschger. Andreas Kristandl aus Lichtenberg (Gemeinde Prad am Stilfserjoch) startete an jenem Samstag, 30. April, mitten in der Nacht gegen 2.30 Uhr, gemeinsam mit dem Rablander Roman Breitenberger und dem Ridnauner Lukas Mangger. Zuerst ging es aufgrund des Schneemangels mit Laufschuhen zehn Kilometer taleinwärts, dann weiter mit den Tourenskiern in Richtung Tête Blanche (3.710 Meter), wo sich der höchste Punkt des Rennens auf einer Höhe von rund 3.650 Metern befindet. „Dort herrschten eisige 22 Grad Celsius“, erinnert sich Kristandl. Nach vielen weiteren Anstiegen und Abfahrten musste nach rund dreiviertel der Strecke Breitenberger aufgrund gesundheitlicher Probleme aufgeben, Kristandl beendete das Rennen mit Mangger zu zweit. Schlussendlich benötigten sie 9 Stunden und 36 Minuten, was bei 250 Teams für den starken 20. Platz reichte. Den Sieg holten sich mit einer Zeit von 6:35 Stunden die Schweizer Profis Rémi Bonnett, Martin Anthamatten und Werner Marti, vor den „Azzurri“ Davide Magnini, Michele Boscacci und Matteo Eydallin (+8.44). Rang 3 ging an den Italiener Filippo Baccari, den Sarner Martin Stofner und den Grödner Weltcup-Starter Alex Oberbacher (+41.59). „Es war ein hartes Rennen, aber ein einmaliges Erlebnis. Für mich ging damit ein Traum in Erfüllung“, blickt Kristandl zurück. Der 33-jährige Vinschger war einer der auserkorenen Skitourengeher, die dieses Rennen bestreiten durften. Denn nicht jeder kann an diesem Rennen teilnehmen. „Man muss sich anmelden und dann entscheiden die Organisatoren. Dabei wird unter anderem Wert auf Erfahrung gelegt. Sie schauen sich an, welche Rennen bereits absolviert wurden“, erklärt Kristandl. Insbesondere für Amateure sei es oft schwierig, „in einem Feld von Profis und Weltcupstartern“, so der Lichtenberger. Anfangs wollte er das Rennen mit den beiden Vinschgern Anton Steiner und Alex Erhard bestreiten, diese mussten aber verletzungsbedingt passen. Schlussendlich habe es aber in der aktuellen Formation optimal geklappt. „Wir waren ein starkes Team“, so Kristandl. Ein Dreiergespann ist für diese Herausforderung nötig, da man am Gletscher als Seilschaft unterwegs sein muss. 

Erfahrung gesammelt 

„Das Ziel war es, das Rennen zu beenden und Erfahrung für weitere solcher Skitourenrennen zu sammeln. Das ist eindrucksvoll gelungen“, freut sich Kristandl. Ein Dank gehe an die Unterstützer, Sport Tenne Mals, Internform Prad und die Schweizer Drogerie Conrad. Die Vorbereitung sei intensiv gewesen. Unter anderem standen dabei mehrere gemeinsame längere Skitouren auf dem Programm. Die heurige Wintersaison ist damit für den Vinschger Vollblutsportler zu Ende. Im Sommer konzentriert er sich auf Ultratrail-Läufe.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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