Sie trainierten in Latsch (von vorne nach hinten): Paula Preute (Skeleton), Hannah Neise (Skeleton), Annika Drazek (Bob/Anschub), Kira Lipperheide (Bob/Anschub), Neele Schuten (Bob/Anschub), Jacqueline Lölling (Skeleton), Lena Böhmer (Bob/Pilotin).

Entscheidende Phase der Vorbereitung

Deutsche Bob- und Skeleton-Athletinnen trainieren in Latsch 

Publiziert in 27-28 / 2021 - Erschienen am 31. August 2021

Latsch - Mit Vollgas durch den Eiskanal: Bob und Skeleton sind zweifelsohne spektakuläre Sportarten. Während beim Bob in Zweier- bzw. Viererteams gefahren wird, sind die Skeletoni sozusagen Einzelkämpfer. Auf dem Bauch liegend und mit dem Kopf voraus rasen diese mit dem Skeletonschlitten durch den Eiskanal. Der Name des Schlittens und damit der Sportart rührt daher, dass das Gefährt an ein stählernes Skelett erinnert. Beide Sportarten sind olympisch und in beiden Sportarten zählen deutsche Athletinnen zu den besten der Welt. 
Kürzlich waren einige dieser National-Athletinnen in Latsch und absolvierten hier ihre sommerliche Saisonvorbereitung. „Es ist eine entscheidende Phase der Vorbereitung“, weiß Heiner Preute Leichtathletik-/Bobtrainer des TV Gladbeck. Beim Trainingslager im Vinschgau mit dabei waren die Bob-Anschieberinnen Annika Drazek, Kira Lipperheide, Neele Schuten, Bob-Pilotin Lena Böhmer sowie die Skeleton-Pilotinnen Paula Preute, Hannah Neise und Jacqueline Lölling. 
Vor allem die 26-jährige „Jacka“ Lölling gehört zu den deutschen Medaillenhoffnungen bei Olympia 2022 in Peking. 2018 hatte sie in Pyeongchang die Silbermedaille geholt. Auch 2021 bei der WM in Altenberg holte sie Silber. 2017 in Königssee hatte sie sich zur Weltmeisterin gekürt. 2019 gewann sie außerdem den Gesamtweltcup. „Sie war in den vergangenen Jahren immer ganz vorne mit dabei. Natürlich ist das Ziel eine Medaille. Aber wir haben es in diesem Sport mit einer hohen Leistungsdichte zu tun“, so Coach Preute. 
Auch die weiteren Athletinnen können große Erfolge vorweisen: Annika Drazek holte 2019 als Anschieberin von Mariama Jamanka WM-Gold im Zweierbob, bei Olympia 2018 landete sie mit Stephanie Schneider auf dem vierten Rang. Kira Lipperheide holte 2020 gemeinsam mit Kim Kalicki WM-Gold. Skeleton-Pilotin Hannah Neise krönte sich 2021 zur Junioren-Weltmeisterin. 
Die Athletinnen des Nordrhein-westfälischen Bob- und Schlittensportverbandes (NWBSV), die bis auf Lölling und Neise alle dem TV Gladbeck angehören, setzten in Latsch auf Kraft- und Konditionstraining. „Hier finden wir alles, was wir brauchen“, erklärte Athletiktrainer Preute. 
Die Saison beginnt ab Mitte September mit den ersten Tests. Die ersten internationalen Rennen stehen mit den IBSF-Rennen in Yanqing (Peking) im Oktober an. Diese gelten als wichtige Olympia-Tests. Die ersten Weltcup-Rennen finden dann im November in Innsbruck statt. „Vor allem geht es für unsere Fahrerinnen vorerst darum, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Deutschland hat zahlreiche starke Athletinnen“, so Preute. Er und sein Team waren Mitte August in Latsch angekommen und trainierten hier bis zum 26. August.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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