Für die Rekorde muss Daniel Jung auch schon mal in der Finsternis laufen.

Jäger der Rekorde

Daniel Jung lässt wieder aufhorchen – und eilt von Rekord zu Rekord. 

Publiziert in 30 / 2020 - Erschienen am 8. September 2020

NATURNS - Er ist Extremsportler aus Leidenschaft: Aber, was machen, wenn im eigenen Metier derzeit aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie nur wenige offizielle Wettbewerbe und Rennen stattfinden? „Es gibt einige Herausforderungen und Projekte“, weiß der Naturnser Daniel Jung. Der Weltklasse-Ultra-Trail-Läufer konzentriert sich seit einigen Monaten darauf, Rekorde auf Höhenwegen einzuheimsen. Die Liste ist lang – und beeindruckend. 
Zuletzt ließ der Extrembergläufer im Zillertal aufhorchen. Bereits im Jahre 2017 hatte er hier am Berliner Höhenweg über 91 Kilometer und 7.000 Höhenmeter einen Rekord von 18:11 Stunden aufgestellt. Im August unterbot Peter Kienzl aus Hafling den Rekord mit einer Zeit von 17:50 Stunden. Vor einigen Wochen schlug Jung schließlich zurück und unterbot den Rekord nochmals um mehr als zwei Stunden. Beim Ziel im Zillertal blieb die Uhr bei 15:30 Stunden stehen. Und wieder war damit ein Rekord geknackt. „In erster Linie mache ich es aber für mich, aus Leidenschaft. Solche ‚Challenges‘ motivieren mich einfach“, erklärt Jung.
Mit der „Jagd nach Rekorden“ begonnen hatte Jung bereits im Mai. Damals durchlief er mit dem Haflinger Andreas Reiterer den Vinschger Höhenweg. Jedoch musste Jung nach 70 Kilometern aufgrund von Magenproblemen aufgeben. Reiterer stellte nach 105 Kilometern und 4.000 Höhenmetern einen Rekord von 11:31 Stunden auf. Jung reagierte einige Wochen später und lief den Weg erneut. „Ich wollte mir den Rekord holen. Ich dachte mir, der Vinschger Höhenweg muss auch in Vinschger Hand bleiben“, lacht der in Latsch aufgewachsene Trail-Läufer. Dies gelang in eindrucksvoller Manier. Für die 105 Kilometer und mehr als 4.000 Höhenmeter benötigte Daniel Jung wie berichtet 11:00.36 Stunden und unterbot somit den Rekord, den Reiterer aufgestellt hatte um rund eine halbe Stunde. 

Erfolge, die anstacheln 

Vielleicht auch durch diesen Erfolg angestachelt widmete sich Jung weiteren solcher Projekte. Mitte Juli ging es zum Stubaier Höhenweg. Den bisherigen Rekord hatten hier die österreichischen Lokalmatadore Christian Stern und Alexander Hutter Anfang Juli aufgestellt. Die Nordtiroler bewältigten den Weg in 13 Stunden und 39 Minuten. „Ich hatte dieses Projekt schon lange auf meiner To-Do-Liste“, so Jung. Die 78 Kilometer und 5.800 Höhenmeter lief er schließlich in 12:53 Stunden und unterbot den Rekord um 46 Minuten. 
Für viel Erholung war jedoch nicht Zeit. Bergtouren mit der Familie, lockere Trainingseinheiten und dergleichen standen schließlich weiterhin auf dem Programm. Und: Alexander Rabensteiner und Ivan Favretto aus Klausen hatten Jungs Rekord am Pfunderer Höhenweg, den der Naturnser vor einigen Jahren aufgestellt hatte, in 12:44 Stunden um zwei Minuten unterboten. „Den musste ich mir zurückholen“, lacht Jung. Den Höhenweg, der beim Bahnhof in Sterzing beginnt und über 73,2 Kilometer und 5.400 Höhenmeter bis nach St. Georgen bei Bruneck führt, knackte er schließlich Anfang August mit einer Zeit von 11:19 Stunden.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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