Fußball Naturns: Spieler, Betreuer und Serviceleute jubeln. Kapitän Felix Piazzo bei einem Stemmversuch des Generali Vinschgau Cups
Spielszene um Platz 3: SV Partschins gegen SV Schluderns (in Blau). Schlussmann Alex Paulmichl kann das Tor durch Max Lanthaler (10) nicht verhindern.
Spielszene um Platz 7: SC Schlanders (in Blau) gegen den SV Plaus. Erfolgreiche Faustabwehr des Schlanderser Schlussmannes Tomasz Peer
Sportreferentin Astrid Pichler prämierte Torschützenkönig Mathias Bacher. Im Bild (v.l.) Fredy Pohl, Helmut Zischg (verdeckt), Sektionsleiter Paul Perkmann, SSV-Präsident Dietmar Hofer und Andreas Canal, sportlicher Leiter des FC Bozen

Kleines Jubiläum mit großem Fußball 

Zum 70. Geburtstag schenkte sich der SSV Naturns den ersten Generali Vinschgau Cup

Publiziert in 15 / 2022 - Erschienen am 30. August 2022

Naturns - Als Präsident Dietmar Hofer die besten acht Fußballmannschaften zwischen Reschen und Töll begrüßte, erinnerte er auch an den „Erfinder“ des historischen Vinschgau Cups. Man muss Jahrzehnte zurückdenken, als in einem der ältesten Vereine Südtirols, im SV Latsch, die Idee reifte, das fußballerisch Beste vom Besten im Vinschgau gegeneinander spielen zu lassen. Als einer der Hauptinitiatoren der Wiederbelebung des Vinschgau Cups 2022 gilt der Naturnser Helmut Zischg, ein an vielen sportlichen Fronten rühriges Vereinsmitglied. Dass der „Generali Löwe“ in Naturns seine Flügel über die Neuauflage der Trophäe ausgebreitet hatte, war ein Glücksfall und ist auch der Sportbegeisterung der Versicherungsagenten Fredy und Roland Pohl zuzuschreiben. Wie man aus Fußballkreisen hörte, haben alle Mannschaften spontan zugesagt. Allein die Verlosung am Sitz der Generali in Naturns ließ die Spannung steigen. Wer zieht das berühmte Glückslos? Wer kommt am leichtesten durchs Viertel- und Halbfinale ins Finale, war eine entscheidende Frage. Im „Glückstopf“ lagen die Kärtchen mit den drei Landesligisten Naturns, Partschins und Latsch, der drei Vinschger in der 1. Amateurliga Plaus, Schlanders und Schluderns und dazu der zwei stärksten Zweitligisten Prad und Kastelbell-Tschars. 

Überraschender Auftakt

Gastgeber SSV Naturns aus der Landesliga hatte zum Auftakt gegen den SV Plaus, den unmittelbaren Nachbarn, zu spielen. Am Ende der Begegnung stellte man sich die Frage: Hat das nun eine schwache Plauser Mannschaft ermöglicht oder ist Naturns tatsächlich schon wenige Wochen vor der Meisterschaft auf einem derart hohen Niveau, dass Trainer Christian Pixner aus 21 Spielern beliebig wechseln konnte, ohne Unterbrechung des Spielrhythmus‘ oder der Torausbeute. Der Niveauunterschied war enorm. Niemand hatte auf dem Zettel, dass der SSV Naturns gegen den SV Plaus mit 8:0 Toren durch Lukas Schöpf, Mathias Bacher, Dominic Weithaler, Fabian Nischler (2), Lukas Müller, Hannes Kofler und David Zischg vom Platz gehen würde. Im ersten „Nachtspiel“ gegen den SC Schlanders, den Absteiger aus der 1. Amateurliga, sah der SV Latsch die ersten 45 Minuten nicht sonderlich überlegen aus. Schlanders hätte in Führung gehen müssen, scheiterte aber an einem glänzend agierenden Torhüter Hannes Lechner. Den 3:0-Sieg der Latscher eröffnete Alex Kiem mit einem Elfmeter. Es folgten Treffer von Kouame Cesar und Marco Paulmichl (der Verfasser des Artikels hat die 2. Spielhälfte nicht verfolgt). Hatte Latsch einen Absteiger gegen sich, so sah sich der SV Partschins mit dem Aufsteiger Prad konfrontiert. Das Spiel endete 3:0 durch Tore von Maximilian und Bruder Daniel Lanthaler (2). Die „Nachtpartie“ SV Schluderns – SV Kastelbell-Tschars endete turbulent und ereignisreich mit 3:2 für den SV Schluderns. Nach doppelter Führung durch Jakob Pohl schoss Joussef Loubadi den Anschlusstreffer. André Kofler sorgte für den Ausgleich durch ein Eigentor. Mark Folie präsentierte die Schlussrechnung mit einem Elfmeter-Tor. Am Samstag, 6. August sollten die Halbfinal- und Finalspiele über die Bühne gehen. Ein nächtlicher Sturm mit Wolkenbruch setzte den Rasenplatz unter Wasser. Die Spiele mussten auf Mittwoch, 10., Donnerstag, 11. und das Finale auf Freitag 12. August verschoben werden. 

Losglück für Latsch

Für viele war das 1. Halbfinale SV Naturns gegen den SV Partschins das vorgezogene Finale. Es endete 3:0. Die zwei Tore von Mathias Bacher und der Treffer von Fabian Menghin bestätigten den Unterschied, der auch aus der Meisterschaft bekannt war. Im 2. Halbfinale fand eines der inzwischen bekannten Latscher „Spiele auf Messers Schneide“ statt. Schluderns hätte in Führung gehen können, aber das 1:0 schoss der Latscher Alex Kiem. Den 3:0-Sieg vervollständigten der Nachwuchsspieler Paul Blaas und der Neuzugang aus Prad, Jonas Gander. Im Ringen um Turnier-Platz 7 traf der SC Schlanders auf einen SV Plaus in offensichtlicher Krise. René Pöhli und Franz Tappeiner klärten die Angelegenheit. Weniger eindeutig war die Begegnung um Turnierplatz 5. Es war eine Wiederholung der Meisterschaftsbegegnung SV Prad gegen den SV Kastelbell-Tschars. Einmal mehr ging Kastelbell-Tschars in Führung, diesmal durch Alex Gurschler. Die Partie endete durch zwei Elfmeter von Thomas Thöni und Simon Gianordoli. Das große Finale begann am Freitag, 12. August mit dem Spiel um Platz 3 zwischen SV Partschins und SV Schluderns. Der Sack schien für Partschins zugemacht durch die zwei Tore von Olaf Stark und je einem Treffer der Lanthaler-Brüder Max und Daniel, aber Florian Obwegeser rüttelte mit seinen zwei Treffern den Landesligisten noch einmal auf. Es folgte ein Endspiel zwischen dem SSV Naturns und dem SV Latsch, das an Spannung wohl nicht mehr zu überbieten war. Naturns kontrollierte von Anfang an das Geschehen und Dominik Weithaler, einem der Jüngsten auf dem Platz, gelang in der 9. Spielminute das berühmte Loch in der starken Latscher Abwehr zu finden. Danach wuchs Hannes Lechner im Latscher Tor über sich hinaus und vereitelte eine hundertprozentige Naturnser Chance nach der anderen. Der Ausgleich fiel aus einem 27m-Strafstoß von Dominik Mair. Kouame Cesar, der Kleinste auf dem Platz, beförderte den Ball per Kopf an Felix Piazzo vorbei ins Netz. Die Partie endete mit viel Kampf und viel Glück auf beiden Seiten. Erst im Elfmeterschießen – 4:3 - wirkte sich die Qualität der Turniermannschaft Naturns aus. Zu tosendem Applaus und krachendem Feuerwerk durfte der Naturnser Kapitän Piazzo den „Generali Vinschgaupokal“ übernehmen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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