Unter den Augen von Bürgermeister Georg Altstätter, Sportreferent Roland Schwienbacher und Raupen-Fahrer David Lee (v.l.) werden die Schneeladungen am Schießstand verteilt.
Seit 2014 wird in Martell Schnee gehortet und im Herbst auf der Biathlon-Anlage verteilt.
Das neue Pistengerät von Prinoth ist eine Investition von Gemeinde, Land und Tourismusverein.

Martell schaltet auf Winter

Ab dem 8. November ist die Grogg-Alm wieder biathlon- und langlauffähig.

Publiziert in 38 / 2020 - Erschienen am 5. November 2020

Martell/Grogg - Es muss ein gutes Omen sein, denn es waren Weltklasseathleten wie Dorothea Wierer, Dominik Windisch, Lukas Hofer & Co., die zuletzt im Juli 2020 mit Ski-Rollern über die Asphaltpisten auf der Grogg-Alm gebrettert sind. Sie hatten die sommerliche „Corona-Pause“ genützt. Der entscheidende Szenenwechsel zum Langlauf- und Biathlon-Winter fand am letzten Wochenende im Oktober statt. Es ging buchstäblich ans Eingemachte. Das gigantische Schneedepot von gut 4.000 m3 wurde von seiner Isolierschicht aus Hackschnitzel befreit. Ein Greifbagger belud im Wechsel drei riesige Laster, die den „Schnee von gestern“ auf der 2 km-Schleife, im Schießstandgelände und im Straf- und Startbereich verteilten. Im Auftrag der Genossenschaft für Regionalentwicklung fuhr David Lee mit dem nagelneuen Pistenfahrzeug aus dem Hause Prinoth die ca. 60 cm hohe Schneeschicht an. „Das sieht alles leicht aus, ist aber recht kompliziert“, merkte Bürgermeister Georg Altstätter an. „Um sich nicht gegenseitig den Weg abzusperren, müssen Laster und Pisten-Raupe höllisch aufpassen“, erklärte er das dröhnende Treiben im Biathlon-Zentrum. „Die Firmen Marx, Niederwieser, Alois Fleischmann mit dem Transport und die Firma Mair Josef mit dem Bagger kommen uns dankenswerter Weise sehr entgegen.“ Das Pistengerät sei zum Großteil von der Gemeinde Martell finanziert und mit Unterstützung des Landes und des Tourismusvereines Latsch-Martell angeschafft worden. Altstätter war sichtlich zufrieden und stolz auf die vor 6 Wintern eingeführte Technik des „Snow Farmings“. Für die erfolgreiche „Übersommerung“ eines Schneedepots brauche es an die 6.000 m3 Kunstschnee an einer Stelle mit minimaler Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten. Davon würden dann rund 4.000 m3 übrig bleiben, erklärte der oberste Organisator des Marteller Wintersports. 
Während es auf der Bahn zügig Richtung neue Wintersaison ging, hing über dem Thema Veranstaltungen permanent die Drohung der Absagen wegen Corona. Für Dezember habe die „Internationale Biathlon-Union“ zwei Veranstaltungen in Martell bereits abgesagt. „Dabei hätte man mit Athleten*innen aus 30 Nationen und über 300 Startenden mit tausenden Nächtigungen rechnen können“, meinte Altstätter. Einen kleinen Hoffnungsschimmer sah er aber trotzdem. Er könne sich vorstellen, dass die Einzelsportart Skilanglauf in der frischen Luft und mit Möglichkeiten, Abstände zu halten, sogar attraktiver werde. Dies bekräftigte auch HGV-Obmann und Präsident der Genossenschaft für Regionalentwicklung Alexander Mair. Er kündigte die Eröffnung der Pizzeria-Groggalm an, sobald auch der „Zauberteppich“ (Rollteppich für Kinder) wieder in Betrieb gehe. „Vorausgesetzt, die Tätigkeit bleibt erlaubt“, gab Mair zu bedenken. „Was den Trainingsaufenthalt von Biathlon-Gruppen und -Vereinen betrifft, sind schon zahlreiche Anfragen eingegangen. Wir konnten bisher mit etwa 8.000 Nächtigungen über 10 % der Gesamtnächtigungen in Martell stellen.“ 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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