Massenstart der 60 besten Biathletinnen aus dem Sprint
Der norwegische Sieger Sturla Holm Laegreid flankiert von den Deutschen Lucas Fratscher (links) und Roman Rees
Andi Kuppelwieser aus Latsch betreute auf Grogg die Schweizerinnen.
Uliana Kaisheva holte ihren Sprint-Sieg durch eine unwahrscheinliche Laufleistung.
Alexia Runggaldier kam mit dem Schießen nicht zurecht und hatte es mit der Strafrunde.
Irene Lardschneider war ein Südtiroler Lichtblick im Frauen-Biathlon.
Nicole Gontier musste sich von Schießtrainerin Samanta Plafoni allerhand anhören.

Martell sprang in die Bresche

„Martell wirkt“ - auch als Ersatzort für einen Internationalen Biathlon Bewerb

Publiziert in 5 / 2020 - Erschienen am 11. Februar 2020

Martell - Das Plimatal hat voll gepunktet – mit den Schneeverhältnissen, mit dem Wetter, mit der Organisation und mit der Gastfreundschaft. Ein Sprintbewerb und ein Massenstart waren vom Biathlon-Zentrum am Arber im Bayerischen Wald in den Vinschgau verlegt worden. Diesmal hatten die Marteller auch noch das Wetter auf ihrer Seite. Wettkampf-Sprecher und profunder Kenner der Biathlonszene, Luis Mahlknecht, sprach sogar von „Labor-Bedingungen auf der Groggalm“. Ungewöhnlich für einen Nationalpark, aber zutreffend, wenn darunter die störungsfreien Bedingungen für die Athleten gemeint waren. 95 Teilnehmerinnen von 31 Nationen aus Europa, Asien, Australien, Nord- und Südamerika lieferten sich im Sprint über 7,5 km spannende Duelle mit dauernden Wechseln an der Spitze. Die ersten 23 Damen lagen nur 1 Minute und 30 Sekunden auseinander. Die Russin Uliana Kaisheva überraschte mit der Startnummer 69 und einer letzten Runde, die sogar den Sprecher sprachlos werden ließ. Hinter ihr platzierten sich die deutsche Weltcup-Fahrerin Franziska Hildebrand und 3 weitere Russinnen. Aus italienischer Sicht verblüffte die Aostanerin Nicole Gontier mit der absolut schnellsten Laufzeit, wenn man für die 4 Fehlschüsse 4 x 21 Sekunden Strafrundenzeit abzieht. Erfreulich aus Südtiroler Sicht der 18. Rang der Grödnerin Irene Lardschneider mit nur einem Fehler von 10 Schuss. Ihre Landsfrau Alexia Runggaldier auf Rang 32 musste 3 Strafrunden verdauen. Die Sprint-Ergebnisse der Männerriege nahmen sich unter 115 Athleten aus 37 Nationen eher bescheiden aus. Bester Italiener wurde der Piemontese Luca Ghiglione als 40. mit einem Rückstand von 2 Minuten auf den norwegischen Sieger Endre Stroemsheim. Ähnlich mager fielen auch die Ergebnisse im Massenstart aus. Der Sportsoldat Nicola Romanin wurde 31.; heimste 5 Strafrunden ein und blieb 2 Minuten 49 Sekunden wieder hinter einem Norweger, Sturla Holm Laegreid, zurück. Die „norwegischen Festspiele“ vervollständigte im Massenstart der Frauen Ida Lien. Die 22-Jährige kam mit 2 Fehlschüssen von 20 davon und distanzierte die um 10 Jahre ältere Franziska Hildebrand auf Platz 2. Bronze holte sich eine Ukrainerin. Beste Italienerin war im Massenstart Irene Lardschneider mit demselben Schießresultat wie die Siegerin und einem Rückstand von 1 Minute und 5 Sekunden. Alexia Runggaldier schoss sich mit 3 Fehlern im Liegend-Bewerb selbst aus dem Rennen; sie erreichte Platz 24. Für die laufstarke Nicole Gontier waren 10 Strafrunden dann doch zu viel. Trotzdem erreichte sie noch Rang 26. Auffallend war, dass von den besten Sprintern am Samstag nur die Deutschen Hildebrand und Lucas Fratscher auch im Massenstart am Sonntag ein Wörtchen mitreden konnten. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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