Die Fußballer fanden in Schlanders wieder gute Bedingungen vor.
Präsident Manfred Schwabl (links) und Helmuth Tumler.
Coach Sven Bender erklärte nach dem Trainingslager seinen Rücktritt.

Neustart in Schlanders 

Unterhaching stimmt sich nach aufwühlenden Monaten auf neue Saison ein. 

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Schlanders - „Die Bedingungen hier in Schlanders sind super, wie immer“, lobte Manfred Schwabl, der Präsident der Spielvereinigung Unterhaching. Für rund eine Woche war der Klub aus dem Münchner Vorort Ende Juni/Anfang Juli wiederum in den Vinschgau gekommen, um sich auf die neue Regionalligasaison vorzubereiten. Es war bereits das elfte Mal: 2016 war Haching zum ersten Mal in Schlanders, seitdem kamen die Rot-Blauen alljährlich im Sommer hierher, egal ob 3. Liga oder Regionalliga Bayern, sprich vierte Liga. Die Kontakte nach Unterhaching hergestellt hatte Helmuth Tumler. Der Schlanderser, selbst 1860-München-Fan, kannte Hachings damaligen Trainer Claus Schromm aus dessen Zeit bei der U19 der Münchner Löwen. Vor rund 20 Jahren waren Schromm und seine Nachwuchs-Kicker in Schlanders zu Gast.

Turbulente Saison

Die SpVgg Unterhaching, die um die Jahrtausendwende zwei Jahre lang in der ersten Fußballbundesliga spielte und den FC Bayern 2000 durch einen Sieg gegen Leverkusen zum Deutschen Meister machte, hat nach dem Abstieg 2024/2025 eine turbulente Regionalligasaison hinter sich. Eine Saison, die eigentlich eine starke war. „Es war eine unerwartet gute Saison“, blickte Schwabl bei einem Trainingsbesuch vom der Vinschger zurück. Unerwartet gut deshalb, weil das Team von Coach Sven Bender lange Zeit ganz vorne mitmischte. Aufgrund des Abstiegs war es zu einem kompletten Umbruch gekommen, Trainerneuling Bender (er war als Spieler u. a. für Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und im Nationalteam aktiv) und sein junges Team sorgten für Furore und mischten die Liga auf. Phasenweise führte man nach einem starken Saisonstart die Liga sogar an. Ende April, nach dem 31. Spieltag, dann aber die Hiobsbotschaft. Unterhaching – Zweiter hinter der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg – zog sich aus dem Aufstiegsrennen zurück. Bis dato befand sich Haching einen Punkt vor den Würzburger Kickers. Ein spektakuläres Saisonfinale um den Aufstieg hätte sich angebahnt. Denn: Da der FCN 2 keinen Lizenzantrag für die 3. Liga stellte, sollte der Zweitplatzierte der Regionalliga Bayern nach der Saison in Aufstiegsspielen gegen den Nordost-Meister um das letzte Drittliga-Ticket kämpfen. Da jedoch auch Haching auf den Lizenzantrag für Liga 3 verzichtete, war der Weg für Würzburg geebnet, die Kickers schafften schließlich gegen Lok Leipzig den Aufstieg. Detail am Rande: Am vorletzten Spieltag musste Unterhaching nochmals, in einem Spiel, in dem es schlussendlich um nichts mehr ging, eine bittere 4:0-Niederlage gegen Würzburg einstecken. 

„Müssen realistisch sein“

Kein Wunder, dass die Kritik und Enttäuschung insbesondere bei den Fans groß war. In einer Presseaussendung im Frühjahr hatte der Verein um Präsident Schwabl die Entscheidung des Verzichts wie folgt begründet: „Wir müssen realistisch sein und feststellen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg nicht gegeben sind. Für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans ist das nach der starken Leistung in dieser Saison natürlich eine Enttäuschung. Die Perspektive auf einen Aufstieg in Liga 3 in den nächsten Jahren werden wir aber nicht aus den Augen verlieren.“ Eine Entscheidung, zu der Schwabl auch nach wie vor klar steht. „Die 3. Liga wäre zu früh gekommen, es würde nix nützen, aufzusteigen und dann mit Pauken und Trompeten wieder abzusteigen oder in ein wirtschaftliches Debakel zu schlittern“, erklärte er am Rande des Trainingslagers in Schlanders. Der Verein müsse sich wirtschaftlich für die höhere Liga etablieren. Wirtschaftliche Stabilität sei die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft. Die Bedingungen hierzu seien aber nicht einfach. „Träumereien sind nicht zielführend, wenn die Rahmenbedingungen fehlen“, fand er klare Worte. Mit einem erneuten, kleineren Umbruch und einer starken Verjüngung der Mannschaft wurde reagiert. Die Ziele für die heurige Saison stehen aber noch in den Sternen. Dies vor allem auch, da Bender mitsamt Trainerteam nur kurz nach dem Trainingslager in Schlanders den Rücktritt erklärte. Die Regionalligasaison beginnt bereits am 23. Juli. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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