Markus Telser (links) und OK-Chef Gerald Burger.
Der Sieger der Sonderausgabe: Michael Hofer aus Deutschnofen.
„Der König vom Reschensee“: Hermann Achmüller.
Petra Pircher beim Zieleinlauf.
Die Römerin Franca Fiacconi.

Reschenseelauf begeistert als Sonderausgabe 

Der Reschenseelauf trotzte der Coronakrise: Und wurde auch diesmal zu einem Höhepunkt. 

Publiziert in 25 / 2020 - Erschienen am 23. Juli 2020

RESCHEN - „Natürlich hatten wir vorher etwas Bauchschmerzen. Der Lauf hat nun aber alle Erwartungen übertroffen. Er wird als einer der Höhepunkte in die Geschichte dieser Großveranstaltung eingehen“, freute sich OK-Chef Gerald Burger nach dem Rennen. Der Reschenseelauf 2020 am Samstag, 18. Juli, wurde zu einem weiteren Highlight. Dabei stand erst mit Anfang Juni nach langem Hoffen und Bangen fest, dass der Lauf stattfinden kann.  
Erstmals überhaupt fand der Reschenseelauf 2020, der nicht als 21. Ausgabe des Rennens, sondern als Sonderausgabe in der Historie Platz finden wird, als Einzelzeitrennen statt. Zudem befanden sich Start und Ziel an der Talstation beim Ski- und Wandergebiet Schöneben in Reschen. So konnten Sicherheitsabstände und Hygienebestimmungen eingehalten werden. „Läufer und Zuschauer hielten sich vorbildlich an die Regeln“, so Burger. Das Teilnehmerlimit war auf 2.000 Läufer festgelegt worden, die Anmeldungen wurden mehrere Tage vor dem Rennen geschlossen. 

Läufer begeistert - Michael Hofer triumphiert  

Schlussendlich gingen von fast 2.000 Gemeldeten knapp 1.800 Athleten zwischen 7 und 19 Uhr an den Start. Fast 1.700 wurden gewertet. Und die Teilnehmer zeigten sich begeistert. „Ein großes Kompliment an die Organisatoren. Es war grandios“, betonte etwa der „König vom Reschensee“, der sechsmalige Sieger Hermann Achmüller. Der mittlerweile 49-jährige Pusterer landete diesmal mit einer Zeit von 57.09 Minuten auf Platz 31. Der Sieg ging an seinen Schützling, den 25-jähirgen Michael Hofer aus Deutschnofen. Hofer wird seit einiger Zeit von Achmüller trainiert. „Ich habe sein großes Talent schnell erkannt“, so Achmüller. 
Für Hofer war es der bisher größte Erfolg. „Ich hätte mir nie gedacht, dass es für den Sieg reichen kann“, gestand der junge Südtiroler. Das Einzelrennen sei für jeden eine Herausforderung gewesen, habe ihn aber nicht wirklich gestört. „Ich weiß nicht ob es mit einem Massenstart genauso gut gelaufen wäre“, erklärte Hofer. Der zweite Platz ging an Iacopo Brasi aus der Provinz Bergamo (50.15 Minuten), der dritte Rang an den Sterzinger Markus Ploner (51.16). Als bester Vinschger überzeugte Matthias Agethle mit einer Zeit von 54.22 Minuten. Der Schleiser landete damit auf Rang 14. 

Sarah Giomi gewinnt bei den Damen

Bei den Damen ging der Sieg an die aus Florenz stammende Boznerin Sarah Giomi. Sie setzte sich mit einer Zeit von 58.16 Minuten vor der Österreichein Sandra Urach (58.49) und der Italienerin Martina Bilora (1:02.21 Stunden) durch. Die Laaserin Petra Pircher überzeugte mit dem vierten Platz. Sie benötigte für die 15,3 Kilometer lange Strecke 1:03.49 Stunden. Bei den Damen mit am Start war auch die ehemalige italienische Langstreckenläuferin Franca Fiacconi. Die 54-Jährige aus Rom hat unter anderem 1998 den New-York-City-Marathon gewonnen. Sie urlaubt derzeit in St. Valentin auf der Haide. Für ihr Reschenseelauf-Debüt hatte sie sich nicht wirklich vorbereitet. „Es war anstrengend“, lachte sie. Mit einer Zeit von 1:17.27 landete sie auf Platz 73. Von der Organisation zeigte auch sie sich begeistert: „Es ist wunderbar hier“. 

Blind rund um den See 

Ein Höhepunkt war der Reschenseelauf auch für den 54-jährigen Markus Telser. Der blinde Schludernser ließ sich den Lauf auch heuer nicht entgehen. Im letzten Moment habe er sich noch anmelden können. „Meine Frau Patrizia unterstützte mich während der Corona-Zeit mit ihrem elektrischen Rollstuhl bei der Vorbereitung, ihr gebührt der Dank“, so der sympathische Blinde. Telser, der als Bluter auf die Welt gekommen ist, Blutplasma spritzen musste und sich dabei Anfang der 1990er Jahre mit dem HIV-Virus infiziert hat, erblindete aufgrund der Schwächung des Immunsystems im Jahre 1993.  Die 15,3 Kilometer beim Reschenseelauf bewältigte er diesmal in 1:47 Stunden. „An die Bestzeit von 2012, als ich es in 1:43 Stunden geschafft habe, bin ich zwar nicht rangekommen, aber ich bin überaus zufrieden“, freute sich Telser. Begleitet und unterstützt wurde er diesmal von Robert Stecher. Viel Lob hatte Telser auch für die Organisatoren übrig: „Es war eine super Veranstaltung. Für uns Blinde ist so ein Einzelrennen ohne Massenstart ein Vorteil“. 

Nächste Ausgabe schon geplant

Mussten diesmal aufgrund der Coronavirus-Krise strengste Sicherheits-Auflagen eingehalten werden, soll der Lauf im nächsten Jahr wieder „unter den hoffentlich altbekannten Umständen“ stattfinden, so die Organisatoren. Der 21. Reschenseelauf ist für Samstag, 17. Juli 2021 geplant. 

Michael Andres
Michael Andres

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