Die Veranstaltung lockte alljährlich Tausende an den Reschensee.
Gerald Burger

Reschenseelauf: Rennerclub zieht sich zurück

Der organisierende Verein sagt die Veranstaltung ab. Ob der Lauf künftig von anderen durchgeführt wird, ist offen.

Publiziert in 2 / 2026 - Erschienen am 27. Januar 2026

GRAUN -  „Es ist schon schade. Es war die Veranstaltung schlechthin“, fand Gerald Burger, der langjährige OK-Chef des Reschenseelaufs, deutliche Worte, als ihn der Vinschger nach der Paukenschlag-Meldung vergangene Woche erreichte. Erst Mitte Dezember waren die Einschreibungen für den 26. Reschenseelauf, der am 11. Juli hätte stattfinden sollen, geöffnet worden. Nun kam seitens des organisierenden Rennerclubs Vinschgau die Absage von Südtirols größter Laufveranstaltung, die zuletzt rund 4.000 Teilnehmende aus vielen Teilen der Welt anlockte. „Es ist für den Vinschgau ein wirtschaftlicher Schaden“, so Burger. Der Reihe nach: Bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung des Rennerclubs Vinschgau Anfang vergangener Woche war die Entscheidung gefallen, die größte Laufveranstaltung Südtirols nicht weiter zu organisieren. Ein Schritt, „der schwerfällt, aber nach intensiver Abwägung unausweichlich geworden ist“, teilten die Organisatoren mit. Die Gründe seien vielseitig: Zunehmend bürokratischer Aufwand, steigendes organisatorisches und finanzielles Risiko für den Veranstalter, sicherheitsrelevante Aspekte, enormer zeitlicher Einsatz für das gesamte OK-Team, das Ausscheiden einiger OK-Team-Mitglieder, wachsende Schwierigkeiten, ausreichend freiwillige Helfer zu finden, aber auch die sinkende Motivation nach vielen intensiven Jahren.  Ein wesentlicher Faktor ist aber auch die Person Gerald Burger selbst. Er ist Mitinitiator des Laufs, seit jeher OK-Chef und ein „Macher“. Der Lauf hat auch Burgers Berufsleben beeinflusst. Bis 2016 war er Gemeindepolizist, dann wechselte er in die Organisation von Sportevents. 2018 wurde er Tourismus-Direktor der Ferienregion Reschenpass. Dabei stellte er einige weitere Veranstaltungen auf die Beine und kümmerte sich auch weiterhin mit voller Kraft um die Organisation des Reschenseelaufs. Seit Anfang des Jahres ist der Tourismusverein eine Tourismusgenossenschaft, dabei gab es auch personelle Wechsel im Vorstand. Burger ist seit Anfang Jänner nicht mehr für die Tourismusgenossenschaft tätig, man habe sich schlussendlich einvernehmlich getrennt, hieß es. „Ich kann jetzt auch mal etwas anderes tun“, so Burger. Wohin seine berufliche Zukunft aber geht, weiß er noch nicht, vorerst hilft er bei Olympia bei den Langlaufbewerben im Fleimstal mit.  

Findet sich ein  neuer Veranstalter?

Mit dem Ende seines Arbeitsverhältnisses sei jedenfalls auch die Entscheidung gefallen, nicht mehr für den Lauf als OK-Chef zu arbeiten. „Ich weiß ja auch nicht, wo ich in Zukunft beruflich angestellt bin. Da kann ich nicht immer flexibel sein und am Reschensee mithelfen. Ich habe dem OK-Team gesagt, ich kann schon zwei, drei Tage beim Lauf helfen, aber mehr wohl nicht“, so Burger. Ob der Lauf auch ohne Burger und dem Rennerclub stattfindet, steht in den Sternen. „Es kann schon sein, dass es jemand anders organisiert, aber wir sind raus“, sagt er.  Unter anderem sind in den vergangenen Tagen bei der Gemeinde bereits verschiedene Anfragen von Interessierten eingegangen, die sich vorstellen könnten, den Reschenseelauf zu organisieren, wie der Grauner Bürgermeister Franz Prieth auf Nachfrage bestätigte. Auch Prieth bedauere den Ausstieg des Rennerclubs, zeigt aber Verständnis für die Gründe: Bürokratie und Aufwand seien zu einer Mammutaufgabe geworden. Er lobt den Einsatz der Organisatoren in den vergangenen 25 Jahren, der Lauf sei zu einem Aushängeschild des oberen Vinschgaus geworden. Sollten sich neue Organisatoren finden, werde die Gemeinde die Veranstaltung auch künftig – wie seit eh und je – unterstützen. Dass der Lauf aber noch heuer ausgetragen wird, gilt aufgrund der kurzen verbleibenden Planungszeit als überaus unwahrscheinlich, zumindest mit einem Jahr Pause dürfte nun so oder so zu rechnen sein. 

Michael Andres
Michael Andres

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