Der Startschuss im Tunnel war ein besonderes Erlebnis.
Alex Holtz und die siegreiche Simone Raatz.
Streckenrekord: Konstantin Wedel beim Zieleinlauf kurz nach 22.15 Uhr.
Die Vinschger Dauerbrenner (v.l.): Emmerich Stecher, Günther Angerer, Roswitha Tragust Kofler und Michael Burger waren bei allen 20 Läufen mit dabei.
Zufriedene Gesichter: Der Grauner Bürgermeister Heinrich Noggler (links) und OK-Chef Gerald Burger.
Die Goaslschnöller Prad ließen es krachen.
Landtagspräsident Sepp Noggler, der selbst später mitlaufen sollte, Helmuth Renzler und „Abi“ Plangger.

Tausende Nachtschwärmer und zwei Helden 

Über 4.000 Läufer bei Jubiläums-Reschenseelauf. „Deutscher Vinschger“ Wedel mit Streckenrekord, Simone Raatz siegt bei Damen. 

Publiziert in 25 / 2019 - Erschienen am 16. Juli 2019

GRAUN - Eines vorweg: Gewinner sind sie alle. Sie alle, die am 13. Juli rund um den Reschensee zu Nachtschwärmern wurden. Sie alle, die mit an der Geschichte dieser Großveranstaltung geschrieben haben. Der Nachtlauf zum 20. Jubiläum des Reschenseelaufs war ein Höhepunkt. „Einfach nur genial. Alle Erwartungen wurden übertroffen“, freute sich Gerald Burger, der stets motivierte Chef des OK-Teams, nach dem Rennen, kurz vor Mitternacht, als ein Feuerwerk den Himmel erhellte. Ein Feuerwerk abgebrannt hat davor bereits Konstantin Wedel. Der Nürnberger kam beim Jubiläumslauf nach 47.23 Minuten ins Ziel und sorgte damit für einen neuen Streckenrekord. Der bisherige Rekord lag bei 48.17 Minuten, aufgestellt vom Tschechen Milan Kocourek im Jahre 2013. Für Wedel war es ein souveräner Sieg. Von Beginn an, gleich nach dem spektakulären Start im Grauner Tunnel, lief der Franke ganz vorne. Schlussendlich verwies er Jaiteh Ousman aus Gambia um exakt zwei Minuten auf Rang zwei, der dritte Platz ging an den Italiener Emuanuele Repetto (49.27), Sieger aus dem Jahre 2017. Vorjahressieger Khalid Jbari, ein Bozner mit marokkanischen Wurzeln, kam nach 50.17 Minuten ins Ziel. 

Obervinschger Heimsieg 

Wedel sorgte damit auch für einen Heimsieg. Seit November 2018 wohnt und arbeitet der Deutsche nämlich im Obervinschgau. In einem Therapiestudio in Mals ist er als Masseur tätig, in St. Valentin auf der Haide hat er eine Wohnung. „Hier ist meine zweite Heimat“, brachte er es auf den Punkt. Dass er nach Rang drei im Jahr 2016 und Platz zwei im Jahre 2017 nun am Reschensee, quasi vor seiner Haustür, triumphieren konnte, das hatte er sich erhofft. „Dass es aber ein so klarer Sieg wird, hätte ich nicht gedacht. Es ist einfach genial, bei dieser Jubiläumsausgabe zu gewinnen. Es war ein einzigartiges Rennen. Die Organisation, die Zuschauer entlang der Strecke, die Massen beim Zieleinlauf: Der Reschenseelauf ist ein Höhepunkt“, lobte der Streckenrekordler. Dadurch, dass im Tunnel gestartet wurde, sei das Rennen jedoch etwas schneller gewesen, es ging länger über Asphalt, entlang der Staatsstraße. Die Länge der Strecke betrug wie gehabt 15,3 Kilometer. Von Rekorden kann Hermann Achmüller übrigens ein Lied singen. Er ist nach wie vor mit sechs Siegen Rekordsieger und war so gut wie immer dabei. Beim Jubiläumslauf wollte er es nochmal wissen und holte in 51.28 Minuten Platz neun. „Das hätte ich mir nicht erwartet. Das ist ja Wahnsinn. Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste“, so der mittlerweile 48-Jährige im Zielgelände. Wer weiß, vielleicht hat auch die Vinschger Höhenluft ihren Anteil daran. „Ich komme immer wieder gerne zu euch“, betonte der Pusterer. Für ihn dürfte es nicht der letzte Reschenseelauf gewesen sein. 

„Es war grandios“ 

„Es war grandios“, betonte auch Simone Raatz kurz und knapp. Nach 2013 ist ihr der zweite Sieg am See gelungen. Damals triumphierte sie in 58.15 Minuten, diesmal blieb die Uhr bei 56.08 Minuten stehen. „Ich hatte super Beine. Es ist ein wunderbares Gefühl diesen Jubiläumslauf zu gewinnen“, betonte sie. Die Sarnerin Kathrin Hanspeter kam 36 Sekunden später auf Rang zwei ins Ziel, der dritte Platz ging an Anne Kesselring aus Deutschland.
Hanspeter, die beim Reschenseelauf ebenfalls bereits siegen konnte, lobte: „Eine perfekte Organisation. Ein einmaliges Rennen. Ich komme immer wieder gerne hier her“. Wiederkommen wolle auch die siegreiche Raatz. „Ich denke schon, dass ich auch im nächsten Jahr dabei sind“, meinte sie. Schließlich gelte es auch, einen Titel zu verteidigen. 

Immer wieder Roland Ruepp

Bei den Handbikern triumphierte einmal mehr Roland Ruepp aus Schluderns. Er verwies seinen Schweizer Kollegen Freddy Widmer auf den zweiten Platz. Ruepp benötigte etwas mehr als eine halbe Stunde für die 15,3-km-Umrundung des Reschensees. Das Handbike Rennen wurde wie die Rennen für die Nordic-Walker und die etwas kürzeren Kinderrennen bereits im Laufe des Nachmittags ausgetragen, Start und Ziel befanden sich am historischen Kirchturm in Graun. „Der Reschenseelauf ist immer wieder ein Höhepunkt. Das Rennen in dieser Natur, in dieser Umgebung, das ist schon schön. Und die vielen Zuschauer entlang der Strecke, das kennen wir Handbiker sonst in dieser Form nicht“, freute sich der sympathische Vinschger. 

Michael Burger schnellster Vinschger 

Nicht entgehen lassen durften sich das Rennen freilich auch die vielen Vinschger Läufer. So war der Rennerclub Vinschgau, der auch für die Organisation mitverantwortlich ist, wiederum stark vertreten. Der Verein, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert, stellte auch den schnellsten Vinschger – vom Wahl-Vinschger Konstantin Wedel einmal abgesehen. Michael Burger umrundete den See mit einer starken Zeit von 54.34 Minuten und landete damit auf dem hervorragenden 21. Platz. Für ihn war es ohnehin ein besonderes Jubiläum, schließlich hat der Prader bei keinem der 20 Läufe gefehlt. Mit Florian Cappello ließ ein weiterer Vinschger aufhorchen. Der junge Laaser, der eigentlich ein Wintersportler ist und im Skilanglauf eine Profi-Karriere anstrebt, zeigte, dass er auch im Sommer topfit ist. 54.55 Minuten bedeuteten für Cappello den starken 24. Rang. Konrad Schwalt vom Rennerclub Vinschgau landete in 55.35 Minuten auf Platz 29, Maurizio Giusti folgte in 55.36 auf Platz 31. Bei den Damen holte die Glurnserin Gerlinde Baldauf in 1:03.52 Stunden Platz 17, die Glurnserin Johanna Unterer überzeugte in 1:05.13 Stunden mit Platz 18, Annemarie Schöpf (Rennerclub Vinschgau) landete in 1:05.15 Stunden auf dem 19. Platz. Neben Burger wurden einige weitere Läufer für die Teilnahme an sämtlichen 20 Rennen geehrt und zwar Günther Angerer aus St. Valentin auf der Haide, Roswitha Kofler aus Schluderns sowie Emmerich Stecher aus Mals. 

Politik läuft mit 

Der Reschenseelauf ist stets auch ein Treffen für die lokale Politik und die Landespolitik. So waren unter anderem SVP-Bezirksobmann und Parlamentarier „Abi“ Plangger, der Grauner Bürgermeister Heinrich Noggler, die Bürgermeisterin von Taufers im Münstertal, Roselinde Gunsch Koch, der Prader Bürgermeister Karl Bernhart, der Landtagsabgeordnete Helmuth Renzler oder aber auch der ehemalige Landesrat Richard Theiner vor Ort. Im VIP-Zelt unterhielt man sich über die „großartige Veranstaltung“. Nicht im VIP-Zelt zugegen war der Landtagspräsident Sepp Noggler während des Rennens. Er lief nämlich auch diesmal selbst mit. Noggler umrundete den See in 1:18.57 Minuten, eine Zeit, die sich sehen lassen kann. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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