Freuten sich mit Daniel Gruber über den Heimsieg (v.l.) ASC-Laas-Präsident Andreas Strimmer, Lorenz Abart und der Laaser Rodel-Sektionsleiter Günther Staffler.
Raste zu Gold: Nina Castiglioni
Holte Silber: Alex Oberhofer

Vinschger Rodel-Festspiele 

Alpin-Rodel-Europameisterschaft in Laas: ein Höhepunkt mit einheimischen Protagonisten.

Publiziert in 2 / 2026 - Erschienen am 27. Januar 2026

LAAS - Der Jubel im Ziel war groß: Hier, auf seiner Heimbahn, an dem Ort, wo er vor fast exakt zwei Jahren seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, krönte sich Daniel Gruber erstmals zum Europameister. Bei den Titelkämpfen im Alpin Rodeln – wie sich der Naturbahnrodelsport seit dieser Saison nennt – war der Schleiser, der seit einigen Jahren für den ASC Laas startet, nicht zu schlagen. Gruber führte bereits nach dem ersten Lauf und verteidigte die Spitzenposition im entscheidenden zweiten Durchgang. Mit ihm im Ziel freute sich sein langjähriger Mentor Lorenz Abart, der frühere Rodel-Sektionsleiter beim ASV Arunda Schleis, jenem Verein, in dem Gruber groß geworden ist. Der EM-Titel sei in einer Saison, in der keine WM stattfindet, ein großes Ziel gewesen. Diesen in Laas zu feiern, sei umso schöner, unterstrich Gruber. „Es herrschte eine tolle Stimmung“, so der 23-jährige Vinschger, der mittlerweile in Lana wohnhaft ist. Nun gelte der Fokus dem Gesamtweltcup. Als Weltcupführender befindet sich Gruber hierbei in aussichtsreicher Position. Über EM-Silber durfte sich ein weiterer Laaser Lokalmatador freuen. Alex Oberhofer aus Tschengls landete 0,67 Sekunden hinter Gruber auf dem zweiten Platz. Bronze ging an den Feldthurner Fabian Brunner. 

Nina Castiglioni glänzt  

Auch bei den Damen gab es eine Vinschger Goldmedaille. Die erst 16-jährige Partschinserin Nina Castiglioni legte in beiden Läufen die Bestzeit auf die Bahn und triumphierte 0,40 Sekunden vor der Österreicherin Riccarda Ruetz. Bronze ging an Lisa Walch (Deutschland). Dass es mit dem Sieg klappe, hätte sie sich nicht erwartet, ihr Ziel sei es gewesen, „auf dem Siegerfoto der besten drei zu sein“, so Nina Castiglioni. Sie stammt aus einer echten Rodelfamilie. Ihr Vater Andreas Castiglioni, früher ebenfalls erfolgreicher Naturbahnrodler, ist als Sportdirektor im internationalen Rennrodelverband FIL für den Alpin-Rodel-Bereich verantwortlich. Ihre Mutter, Renate Kasslatter, war ebenfalls erfolgreiche Rodlerin und arbeitet unter anderem als Trainerin.  Nina selbst setzte sich erstmals im Alter von vier Jahren auf die Rodel, mit sechs bestritt sie die ersten Wettkämpfe. Ihre um wenige Jahre ältere Schwester Jenny (20) landete bei der EM auf dem fünften Platz und freute sich für ihre jüngere Schwester. Konkurrenzdenken gebe es kaum. „Wir pushen uns gegenseitig“, unterstrich Jenny. Die Laaser Lokalmatadorin Nadine Staffler beendete das Rennen auf Platz sechs.

Großes Organisationstalent

Freuen durften sich auch die Laaser Veranstalter um den Rodel-Sektionsleiter Günther Staffler und Co. Sie bewiesen Organisationstalent und reagierten auch auf kurzfristige Stromausfälle, zu denen es aufgrund des Schneefalls gekommen war. Detail am Rande: Auch der spätere Europameister Daniel Gruber griff im zweiten Lauf kurzerhand zum Besen, um während des Stromausfalls die Bahn vom Neuschnee zu befreien.  Für ein buntes Rahmenprogramm war bei der EM ebenfalls gesorgt. Kinder der Laaser Grund- und Mittelschule präsentierten bei einem Malwettbewerb Bilder zum Thema Rodeln. „Große Komplimente an den Laaser Sportverein. Es ist beeindruckend, was hier geleistet wird“, fand Bürgermeisterin Verena Tröger die passenden Worte.

Michael Andres
Michael Andres

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