Daniel Gruber holte den Gesamtsieg.
Daniel Gruber holte den Gesamtsieg.

Vinschger Rodler auf dem Thron

Gesamtweltcupsieg für Daniel Gruber, Premierenerfolg für Nina Castiglioni.

Publiziert in 5 / 2026 - Erschienen am 10. März 2026

JAUFENTAL - Die Naturbahnrodel-Asse aus dem Vinschgau sind weltweit spitze: Dies stellten der Schleiser Daniel Gruber und die erst 16-jährige Partschinserin Nina Castiglioni in der unlängst zu Ende gegangenen Saison klar. Gruber krönte sich beim Weltcupfinale im Jaufental erstmals in seiner Karriere zum Gesamtweltcupsieger und konnte sich so über die große Kristallkugel freuen, Castiglioni feierte ihren ersten Weltcupsieg im Elite-Bereich. Gruber war mit einem satten Vorsprung von 55 Punkten auf den Nordtiroler Fabian Achenrainer ins Finale gegangen. Bei einem Sieg des Österreichers hätte Gruber ein siebter Platz gereicht, um den Gesamtsieg zu holen. Auf der 660 Meter langen Tonnerboden-Bahn im Wipptaler Rodelzentrum landete er nach zwei Läufen bei starkem Schneetreiben schließlich auf dem fünften Platz, zwei Hundertstel hinter dem viertplatzierten Achenrainer. Das reichte locker. Der Sieg ging derweil an den Völlaner Hannes Unterholzner, der sich vor Matthias Lambacher (Villnöß/+0,51 Sekunden) und dem Tschenglser Alex Oberhofer (+0,53) durchsetzen konnte. Für den 23-jährigen Gruber, der für den ASC Laas startet, war es der größte Erfolg in seiner Karriere. „Von klein auf will man eine solche Kugel daheim stehen haben. Darauf arbeitet man hin. Nun habe ich sie“, freute er sich. Gruber, der mittlerweile in Lana wohnhaft ist und als Förster auf dem Ritten arbeitet, ist beim SV Arunda Schleis unter dem langjährigen Rodel-Sektionsleiter und Trainer Lorenz Abart groß geworden. Im Jänner 2024 feierte er in Laas seinen ersten Weltcupsieg, im heurigen Jänner holte er genau dort auch den EM-Titel.

Elite-Weltcupsiegerin mit 16 

Grund zur Freude hatte beim Weltcupfinale auch Nina Castiglioni. Sie feierte im Alter von nur 16 Jahren ihren ersten Weltcupsieg im Elite-Bereich. Als Dritte nach Durchgang eins setzte sie sich mit einem perfekten zweiten Lauf an die Spitze und siegte 0,30 Sekunden vor ihrer um vier Jahre älteren Schwester Jenny, die zur Halbzeit noch in Führung lag. „Es ist unglaublich, ich bin sprachlos. Mit dem ersten Weltcupsieg hätte ich nicht gerechnet“, unterstrich Nina Castiglioni. In der Gesamtwertung landete sie hinter der Nordtirolerin Riccarda Ruetz auf dem überragenden zweiten Platz. Erst im Jänner dieses Jahres hatte sich Nina Castiglioni in Laas auch EM-Gold geholt. Zudem krönte sie sich zur souveränen Junioren-Gesamtweltcupsiegerin. Nina fährt genauso wie ihre Schwester für den ASV Latsch. Den beiden wurde der Rodelsport sozusagen in die Wiege gelegt. Ihr Vater Andreas Castiglioni war früher selbst ein starker Rodler und holte u. a. 2005 bei den Weltmeisterschaften in Tarsch die Silbermedaille. Mittlerweile ist er als Alpin-Rodel-Sportdirektor im internationalen Rennrodelverband FIL tätig. Auch die Mutter der beiden Castiglioni-Schwestern, Renate Kasslatter, war erfolgreiche Rodlerin und hat zwei Weltcupsiege sowie eine WM-Bronze-Medaille (2009) auf dem Konto und arbeitet nun als Trainerin. Der Dritte im Geschwisterbund, Bruder Alex Castiglioni (Jahrgang 2011), fährt ebenfalls bereits erfolgreich im Junioren-Weltcup und holte sich in dieser Saison mit Jakob Gruber Genetti den Gesamtsieg bei den Doppelsitzern. Neben den Castiglioni-Schwestern ließ beim Weltcupfinale im Jaufental auch eine weitere Vinschgerin aufhorchen. Die Laaserin Nadine Staffler landete 0,53 Sekunden hinter Nina Castiglioni auf dem dritten Platz und machte den Vinschger Dreifachsieg perfekt. 

Michael Andres
Michael Andres

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