Toni Steiner (2. v.r.), begann seinen „Classic“ in der Spitzengruppe und beendete ihn als 3.
Julia Hensel und Peter Pfeifer mit dem Marathon-Sieger Benedikt Hoffmann.
Sprecher Silvio Mevio aus Bormio freute sich mit der Marathonetin Tamara Schwienbacher.
Auch noch nach 30 kraftzehrenden Kehren hatte Anna Pircher ein Lächeln für den Fotografen.
10 Grad am Joch brachten auch Günther Angerer zum Schwitzen.
Annemarie Schöpf, Gerlinde Baldauf und Selina Gurschler (v.l.) bei der „Flower“-Zeremonie, im Vinschgau auch „Apple“-Zeremonie genannt.

Von unendlich lang bis kurz und knackig

Die 3. Ausgabe des „Stelvio Marathon“ wurde zum Kraftakt für alle Beteiligten. 

Publiziert in 22 / 2019 - Erschienen am 25. Juni 2019

Prad/Stilfserjoch -  Es war eine Feuerprobe, die weit über das Sportliche hinausragte. Es hatte weniger mit Magie zu tun, um den „Magic Pass“ zu erreichen, sondern mehr mit Adrenalin und Nervenkraft. Peter Pfeifer und Julia Hensel an der Spitze des 14-köpfigen Organisationsteams hatten spannende Tage und Stunden hinter sich. Erst gegen 5 Uhr morgens und erst durch den erfolgreichen Einsatz des Straßendienstes stand es fest: Die Lauf- und Radveranstaltungen mit Start in Prad und Trafoi finden am Samstag, 15. Juni statt. Trotz meterhoher Schneewände, trotz der Erdmure auf der „Laner“ und trotz der sonntäglichen Joch-Touristen. Freie Fahrt wurde auch dem Amateurradsportverein Vinschgau für die 35. „Trophäe Raiffeisenkasse Prad-Taufers“ gegeben. Damit ersparte man den Standbetreibern auf der Passhöhe eine weitere Sperrung. Tribut zollen musste man allerdings dem vielen Frühjahrsschnee. Er zwang die Läufer schon ab Kehre 43 auf die Stilfserjochstraße.

„Das Kehren waren unendlich lang“
Man durfte gespannt sein, was sich auf „dem Joch“ abspielen würde, wenn um 7.15 Uhr der Volksmarsch, um 8 Uhr der Classic-Berglauf, um 8.10 Uhr der Marathon, um 8.35 Uhr das Radrennen in der Schmelz und um 10 Uhr der Kurzstreckenlauf in Trafoi gestartet werden. Und siehe da, es funktionierte hervorragend. Alles fuhr und lief. Alle kämpften gegen den „inneren Schweinehund“, schwitzten gegen 48 Kehren, rangen um Luft und freuten sich, das Ziel am „magic Pass“ erreicht zu haben. Die Alpenbläser, die „ils infernales“ aus der Val Müstair am Start, Gustav Thöni und Familie in Trafoi und die Engadiner Scheller auf der Passstraße motivierten und lenkten ab. Ein Heer von Helfern hatten Verpflegungsstellen zum Teil in die Schnee-Wächten gebaut. Den ersten Zieleinlauf gönnten sich wenige Minuten nach 11 Uhr die Sieger des „Classic-Run“, darunter einmal mehr der starke Toni Steiner aus Laas auf Platz 3. Er gestand: „Heuer war ich besonders fix und fertig“. Mit Günther Angerer (6.) und Ludwig Andres (9.) zeigte sich der Rennerclub Vinschgau von seiner kompakten Seite. Als 2. seiner Altersgruppe krönte der Lederhosenläufer aus Laas, Hansi Pinggera, seinen 65. Geburtstag. 

Mehr Kehren, größere Abstände
Um 11.14 lächelte bereits der Sieger der „kurzen und knackigen Sprintstrecke“ (Sprecher Günther Leitgeb) in die Kameras und Handys. Es war der König des Reschenseelaufs, Hermann Achmüller, der sein Versprechen eingelöst hatte, auch beim 3. Jochlauf anzutreten. Um seine Vorbereitungen auf einen Marathonlauf nicht zu gefährden, zog er die kürzestmögliche Lösung vor. Bester Vinschger hinter Achmüller war Hubert Theiner (5. gut 5 Minuten hinter dem Sieger). Bei den Frauen beherrschten die Vinschgerinnen das Sieges-Podest. Gerlinde Baldauf (Glurns, 1,35,41) siegte vor Annemarie Schöpf (Mals, 1,38,34) und der jungen Biathletin Selina Gurschler aus Schlanders (1,45,42). Über die Classic-Distanz (an sich 26 km, heuer 29 km) fand Anna Pircher (Morter) ihre Meisterin in der routinierten Trail-Läuferin Sibylle Schild. Zweitbeste Vinschgerin wurde Evi Strimmer aus Laas (61.). Eher zurück gehalten haben sich Vinschgerinnen und Vinschger über die Marathon-Strecke. Daniel Nicente aus Mals hat es dennoch gewagt und ist als 22. eine gute Stunde hinter dem Sieger aus Deutschland, Benedikt Hoffmann (in 3:27.55), eingelaufen. Rang 31 belegte Maurizio Giusti aus Prad in 4:51.42. Unter den 41 Frauen, die sich an die längste Strecke wagten, gelang Tamara Schwienbacher, als Trafoierin eine Lokalmatadorin, mit Rang 6 und Rang 1 in der Kategorie F40 ein persönlicher Erfolg. Sie erreichte in 5:09:48 - 45 Minuten nach der Siegerin Karin Freitag aus Graz - das Ziel am Joch. Auf Rang 12 scheint die Malserin Dunja Pitscheider (5:59.57) und auf 22 Carolina Eberhöfer (6:21.31) auf.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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