Viele Ehrengäste nahmen am 13. Oktober an der Jubiläumsfeier „25 Jahre ­Bildungshaus Schloss Goldrain“ teil (Bild unten).

25 Jahre Bildung und Kultur auf Schloss Goldrain

Publiziert in 38 / 2012 - Erschienen am 24. Oktober 2012
Das Vinschger Bildungshaus in Goldrain hat bewegte Zeiten hinter sich. Bei der 25-Jahr-Feier wurde Rück- und Vorschau gehalten. Goldrain - Vor über 25 Jahren wurde im Vinschgau die Idee geboren, auf Schloss Goldrain ein Bildungs- und Kulturzentrum einzurichten. Für ein Bürgerkomitee, bestehend aus Goldrainern, war dies ein besonderes Anliegen. Die Gemeinde Latsch erklärte sich bereit, als Eigentümerin zu fungieren, allerdings mit dem Vorbehalt, dass das Bildungs- und Kulturzentrum eine übergemeindliche Einrichtung bleiben muss. Nach der Eigentumsübertragung an die Gemeinde wurde 1987 die Genossenschaft Bildungshaus Schloss Goldrain gegründet. Mit der Gemeinde Latsch wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach sie das Schloss der Genossenschaft überlässt, „und zwar zum ausschließlichen Zweck der Sanierung und Führung als Bildungshaus,“ wie Obmann Ernst Steinkeller ausführte. Die Vereinbarung endet 2016. Auch die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten ließ Steinkeller Revue passieren, den Bau des Bettenhauses und den Beginn der Bildungs- und Kulturtätigkeit. Erster Obmann war der Landtagsabgeordnete Robert Kaserer, erster Bildungsleiter war ­Christian Alton, gefolgt von Gerwald Wallnöfer und Friedrich Haring. Seit 2002 wird das Bildungshaus von Claudia Santer als Direktorin geleitet. Die Sicherung der Geldmittel für die Restaurierung und auch für die Führung war nicht leicht. Das Land stellte ebenso Geld bereit, wie die Standortgemeinde Latsch und die anderen Gemeinden des Vinschgaus. Die Bildungstätigkeit wuchs kontinuierlich, das Angebot wurde ständig erweitert. Steinkeller: „In den letzten Jahren hatten wir zwischen 300 und 350 Bildungsveranstaltungen pro Jahr, bei rund der Hälfte davon handelte es sich um Eigenveranstaltungen.“ Einen hohen Standard habe das Bildungshaus bei der Durchführung von ESF-Projekten erreicht. 2010 bekam Schloss Goldrain erstmals das Qualitäts-Zertifikat „4 Sterne“ bei der EFQM-Prüfung. Besondere Verdienste habe sich hierbei Claudia Santer zusammen mit ihrem Team erworben. „Weitere Kürzungen sind nicht zu verkraften“ Wenngleich es gelungen ist, in den vergangenen vier Jahren positive Bilanzen zu schreiben, kann das Bildungshaus laut ­Steinkeller angesichts der bisherigen Streichungen von Beiträgen keine weiteren Kürzungen mehr verkraften. Sollte das Amt für Weiterbildung einen für 2013 erhofften Beitrag streichen - wie kürzlich angekündigt - könnte die Lage ernst werden. Eine Lösung sei auch in Bezug auf die Konvention mit der Gemeinde Latsch zu finden: „Vielleicht können neue Möglichkeiten geschaffen werden, um im Gastronomie- und Tourismusbereich Mehrein­nahmen zu erzielen.“ Dringend zu führen sei auch eine Diskussion zum Thema der Haftung: „Die Genossenschaft hat keinen Besitz und die Haftung eines Obmannes und des Vorstandes mit ihrem Privatvermögen für eine öffent­liche Einrichtung ist unzumutbar.“ Steinkeller dankte allen, die sich für das Bildungshaus in irgendeiner Form eingesetzt haben und dies weiter tun. 2011 war das bisherige Rekordjahr An die 10.000 Menschen kamen 2011 für Weiterbildungsangebote und kulturelle Veranstaltungen ins Bildungshaus. „2011 war das bisherige Rekordjahr“, freute sich Claudia Santer. Die Besucher schätzen die Angebote und die besondere Atmosphäre. „Immer mehr Menschen fühlen sich verbunden mit diesem Bildungshaus und dem, was hier angeboten wird und geschieht“, so die Direktorin. „Bildung zum Nulltarif wird es nicht mehr geben“ „Bildung zum Nulltarif werden wir in Zukunft nicht mehr anbieten können,“ sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder. Das Land werde Geldmittel bereit­stellen, „inwieweit dies möglich ist.“ Aber auch die Gemeinden werden gefordert sein. Auch Landesrat Richard Theiner hob den Stellenwert des Bildungshauses und der Bildung hervor: „Vor allem für eine Minderheit in einem fremden Staat ist Bildung wichtig.“ Stellvertretend für alle, die sich um das Bildungshaus verdient gemacht haben, nannte Theiner den Obmann Ernst Steinkeller sowie Robert Kaserer, Hermann Schönthaler, Markus Pircher, ­Wilfried Stimpfl und Franz Bauer. BM Karl Weiss überbrachte die Gruß- und Dankesworte der Gemeinde Latsch. Auch er wünschte sich, dass der Weiterbestand gesichert werden kann. Der Malser BM Ulrich Veith, der im Bezirksausschuss für Bildung zuständig ist, bestätigte dem , dass sich die Situation in Sachen Bildungshaus in den vergangenen Jahren stark verbessert hat: „Die Bilanzen sind seit etlichen Jahren positiv, sodass finanzielle Altlasten schrittweise abgebaut werden konnten.“ An einer Ausrichtung für die Zukunft werde gearbeitet. Verbessert werden sollte die Zusammenarbeit mit anderen Bildungsanbietern. Weitere Beitragskürzungen seitens des Landes könnten auch laut Veith zu einem Problem werden. Aufgelockert wurde die Feier mit Filmdokumenten von Josef Steinkeller sowie dem Auftritt zweier Geigenspielerinnen und des Leonhard Lechner Chors. Zu den Ehrengästen gehörten viele frühere und jetzige ­Politiker sowie Vertreter aus Kultur, Schule und Bildung. Rolf Klaus Friedrich sprach zum Thema „Weiterbildung – der Zukunft Gestalt geben.“ Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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