Die Zahl der Gäste, die Bürgermeister Zeno Christanell (links) zum Jubiläum „50 Jahre Naturpark Texelgruppe“ begrüßen konnte, war groß.
Im Bild (v.l.): Florian Zerzer, Peter Brunner, Annamaria Gapp, Valentin Schroffenegger, Johanna Berger und Leo Hilpold.
Georg Kaser
Arnold Rinner
Walter Weiss
Gründungsfeier des Naturparks Texelgruppe am 18. September 1976 in Pfelders mit dem damaligen Landeshauptmann Silvius Magnago.
Für Musik sorgten Monika und Stefan Gritsch aus Tschirland mit ihren Kindern Leo, Sara und Felix.
Warten auf den Anschnitt der Geburtstagstorte.
Die neue Freilichtausstellung beim Naturparkhaus in Naturns.

„50 Jahre gelebter Naturschutz“

Naturpark Texelgruppe feiert runden Geburtstag.

Publiziert in 10 / 2026 - Erschienen am 19. Mai 2026

Naturns - Mit 31.391 Hektar, aufgeteilt auf die Gemeinden Algund, Moos in Passeier, Naturns, Partschins, Riffian, Schnals, St. Martin in Passeier und Tirol, ist der Naturpark Texelgruppe der größte des 7 Naturparke Südtirols. Als er 1976 gegründet wurde, gab es nicht nur Zustimmung, sondern auch Skepsis, Einwände und Widerstand. Vor allem Teile der Landwirtschaft, aber auch betroffene Gemeinden befürchteten Einschränkungen. Wie der Naturnser Bürgermeister Zeno Christanell am 9. Mai bei der Jubilämumsfeier „50 Jahre Naturpark Texelgruppe“ im neuen Naturparkhaus in Naturns zusammen mit Landesrat Peter Brunner und weiteren Rednern übereinstimmte, war die Entscheidung, den Naturpark zu gründen, keine leichte, aber eine mutige und zukunftsweisende. „Wir feiern heute 50 Jahre gelebten Naturschutz“, sagte Christanell. Das Jubiläum soll auch Auftrag sein, „weiterhin Verantwortung für diesen außergewöhnlichen und kostbaren Lebensraum zu übernehmen.

Schutz der Natur im Mittelpunkt

Auch laut Peter Brunner ist der Naturpark Texelgruppe mittlerweile nicht mehr wegzudenken: „Es geht weiterhin darum, die Interessen der Landwirtschaft und der Wirtschaft insgesamt auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und dabei immer den Schutz der Natur vor Augen zu haben.“ Valentin Schroffenegger, der im Landesamt für Natur für den Naturpark Texelgruppe verantwortlich ist, blickte auf die Entstehung und Geschichte des Naturparks zurück. Er erinnerte u. a. daran, wie es dank einer großen Kundgebung, die im Herbst 1981 beim Eishof stattgefunden hatte, gelungen ist, ein Staudammprojekt zu verhindern. Als weiteren Meilenstein nannte er die Errichtung des Meraner Höhenweges, der 1985 eröffnet wurde.

470 Kilometer Wanderwege

Der Naturpark Texelgruppe, für den jährlich insgesamt rund eine Million Euro zur Verfügung gestellt wird, sei ein Mehrwert für alle, nicht zuletzt auch für den Tourismus. Über ein Dutzend Mitarbeitende der Forstbehörde sind damit betraut, das rund 470 Kilometer umfassende Wanderwegenetz im Naturpark in Schuss zu halten. Einen Blick in die Vergangenheit warfen auch der ehemalige Bürgermeister Walter Weiss, für den die Umwelt während seiner Amtszeit (1977-2005) ein zentraler Schwerpunkt war, sowie Arnold Rinner, der derzeitige Präsident des Führungsausschusses des Naturparks. Robert Schönweger, der frühere langjährige Präsident, hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Feier kommen können. Florian Zerzer, Direktor der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, kündigte an, dass künftig in allen Naturparkhäusern des Landes 2 fixe Arbeitsstellen vorgesehen seien. Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur, richtete den Blick auf künftige Aufgaben und Herausforderungen. Im Besonderen ging er auf die Verpflichtungen ein, wie sie die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur vorgibt. Die Verordnung ist 2024 in Kraft getreten. Verbesserungen der Naturlandschaft sollten nicht im Alleingang, sondern im Dialog mit allen Beteiligten erfolgen. 

„Weißkugel wird ein Schotterhaufen“

Das Impulsreferat des Klimaforschers Georg Kaser zum Thema „Klimawandel 1976 - 2026 - ...“ hatte Johanna Berger (Koordinatorin des Bereichs Umweltbildung in der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung) als Herzstück der Jubiläumsfeier angekündigt. Kaser bedauerte, dass er zum Jubiläum mit nicht gerade schönen Nachrichten aufwarten könne. Beim globalen Ausstoß von Treibhausgasen komme es immer wieder zu neuen Rekordwerten. Auch wenn es viel Geld koste, sei es unumgänglich, die CO₂-Emissionen einzuschränken. Zurzeit würde das Klima leider weiter angeheizt. Das sei gefährlich, „denn die Klima-Anpassungsfähigkeit wird bald erschöpft sein.“ Oberste Priorität müsse es sein, mehr für den Klimaschutz zu tun. Gefragt sei ein gesamtgesellschaftliches Umdenken. Auch auf den Gletscherschwund ging Kaser ein und wartete mit Beispielen auf: „Aus der Weißkugel wird in Zukunft ein Schotterhaufen.“

Bunte Angebote im Jubiläumsjahr

Die vielfältigen Angebote, mit denen das Naturparkhaus Texelgruppe im heurigen Jubiläumsjahr aufwartet, stellte Annamaria Gapp, die Leiterin und Seele des Hauses, vor. Die neue Freilichtausstellung mit großformatigen Landschafts-, Tier- und Pflanzenfotografien zum Thema „50 Jahre Naturpark“, die derzeit in Naturns bewundert werden kann, wird abwechselnd in allen Naturparkgemeinden Halt machen. Zum Programm gehören auch geführte Wanderungen. Neu erschienen sind zum Jubiläum eine überarbeitete Wanderkarte (Maßstab 1:25.000), ein aktualisiertes Faltblatt, eine neue Postkartenserie zum Naturpark und das Naturpark-Himmel-Hölle-Spiel.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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