Eine große Menschenmenge ist am 8. Juli nach Sulden gekommen, um Olaf Reinstadler auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Eine große Menschenmenge ist am 8. Juli nach Sulden gekommen, um Olaf Reinstadler auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Eine große Menschenmenge ist am 8. Juli nach Sulden gekommen, um Olaf Reinstadler auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Eine große Menschenmenge ist am 8. Juli nach Sulden gekommen, um Olaf Reinstadler auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Olaf Reinstadler im Jahr 2021

Abschied von Olaf

Langjähriger Leiter der Bergrettung Sulden zu Grabe getragen. „Immer zur Stelle, wenn Menschen am Berg Hilfe brauchten.“

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Sulden - Ein große Menschenmenge hat sich am 8. Juli in Sulden versammelt, um von einem Menschen Abschied zu nehmen, der in seinem geliebten Heimatdorf über Jahrzehnte hinweg viel Gutes getan und Spuren hinterlassen hat: Olaf Reinstadler. Er war am 5. Juli nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren gestorben. Die Nachricht seines Todes hatte landesweit Trauer ausgelöst, denn Olaf Reinstadler war vor allem als Bergretter und Bergführer in ganz Südtirol und darüber hinaus geschätzt und bekannt. 

„Wir müssen dich loslassen“

„Es fällt deiner Familie, deinen Freunden und uns allen schwer, dich, lieber Olaf, loszulassen, aber wir müssen dich loslassen, es führt kein Weg daran vorbei“, sagte Florian Öttl, ehemaliger Pfarrer in Sulden (1999 bis 2024) und Freund von Olaf. Öttl, der den Trauergottesdienst zusammen mit Ruedi Heim zelebrierte, beschrieb den langjährigen Leiter der Bergrettung Sulden, Freiwilligen des Weißen Kreuzes Sulden und Bergführer als einen Menschen, der immer zur Stelle war, wenn es Hilfe brauchte und „der sich mit Kompetenz, Fachwissen, vollem Einsatz und auch mit Herz, Verstand und aller Kraft für alle Menschen eingesetzt hat, die in Bergnot geraten sind.“ Er habe zusammen mit seinem Team viele Menschen vom Ortler und anderen Bergen geholt, lebend und auch tot. Auch seinen Einsatz für seine Familie und die Dorfgemeinschaft hob Öttl hervor. Olaf habe zwar auch seine Ecken und Kanten gehabt, „aber er war immer geradlinig, auch im Glauben und in seiner Haltung als Christ.“

„Besser, einfacher und sicher“

Ein persönliches Bild des Bergretters, Bergführers, Bäckers, passionierten Hubschrauberpiloten, Tüftlers, Lawinensprengmeisters, Ausbilders, Familienmenschen und Mannes mit einem großen Herzen zeichnete Mara Reinstadler nach. Als Bergretter habe sich Olaf – einer der vier „Bäckerbuabm“ in Sulden – immer darum bemüht, die Rettung von Menschen besser, einfacher und sicher zu gestalten. Olaf hatte immer neue Einfälle und Ideen – vor allem in Bezug auf die Entwicklung neuer Ausrüstungsgegenstände und neuer Bergegeräte – die er zusammen mit Freunden auch umsetzte.

Landesweit geschätzt und gefragt

Dass Olaf Reinstadler landesweit als exzellenter Bergretter, ausgesprochener Lawinenexperte, Einsatzleiter bei Großübungen und auch als Bergkamerad geschätzt und anerkannt war, zeigte sich auch bei der Beerdigung, zu der viele Bergrettungsleute sowie starke Vertretungen weiterer Rettungsorganisationen und Behörden nach Sulden gekommen waren. Bestattet wurde Olaf Reinstadler neben seinen Brüdern Toni (gestorben am 22. Mai 2023) und Eugen (gestorben am 16. Juni 2024) sowie neben dem früheren Bürgermeister Franz Heinisch, der am 9. Juli vor einem Jahr gestorben ist und der ebenfalls eine große Lücke in Sulden, in der gesamten Gemeinde Stilfs und weit darüber hinaus hinterlassen hatte. Das Mitgefühl der vielen Trauernden galt der Frau von Olaf Reinstadler, Erika, seinem Madl Anett, seinem Enkel Elias, seinem Bruder Klaus und allen weiteren Verwandten und Freunden. In einem Interview über die Bergrettung in Sulden, geführt im Jahr 2021, hatte sich Olaf Reinstadler gewünscht, „dass auch in Zukunft junge Menschen bereit sind, sich auszubilden und in Not geratenen Menschen in den Bergen ehrenamtlich zu helfen.“

Josef Laner
Josef Laner

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