Die Eltern waren eingeladen mitzumachen und ihren Online-Konsum offenzulegen. Auch sie nutzen das Internet quasi „ständig“.

Achtung, mein Kind ist online!

Publiziert in 42 / 2016 - Erschienen am 23. November 2016
Ängste nehmen, aber auch neue Risiken im Internet aufzeigen: Das konnte der Medienpädagoge Hannes Waldner bei einem Vortrag in Latsch. LATSCH - Der Elternrat der Latscher Grundschule hatte den Medien­pädagogen Hannes Waldner als Referenten zum Thema „Unsere Kinder im Netz… und wir?“ geladen. Die Internet-Nutzer werden nämlich immer jünger, bereits im Grundschulalter sind die Sprösslinge bestens mit dem Netz vertraut. Dies bringt auch immer wieder neue Herausforderungen für die Eltern mit sich. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren geändert. „Das Onlinesein wurde ein Teil unserer Realität“, betonte Waldner. Mittlerweile lebe man oft in einer Mischung aus realer und virtueller Welt, siehe Pokémon Go. Das Internet befinde sich laufend im Wandel. Und damit auch das Nutzungsverhalten. „Vor einigen Jahren war so gut wie jeder im ­sozialen Netzwerk facebook. Auch in den Mittelschulen war facebook der Renner. Heute findet man dort kaum mehr Mittelschüler“, so Waldner. Laut einer österreichischen Studie nutzen demnach heutzutage gerade mal 69% der Jugendlichen facebook. Die Nummer Eins ist mittlerweile der Messenger Whats App, genutzt von 94% der Jugendlichen. Knapp dahinter Youtube. 87% der Jugendlichen nutzen das Videoportal, vor allem als Suchmaschine. Neue Risiken: Sexting und Co. Das Internet birgt viele Chancen. Die Kommunikation, die Fort­bildung, die freie Verfügbarkeit von Wissen und vieles mehr. „Doch natürlich hat das Web auch seine Schattenseiten“, gestand der Referent und warnte: „Nichts im Internet wird vergessen.“ Stellt man etwas ins Internet, hat man demnach nie die Sicherheit, dass es auch vollständig wieder verschwindet. Aktuelle Problematiken, neben altbekannten Phänomenen wie Hacker und der Suchtgefahr, seien das so genannte Sexting und damit verbundenes Cybermobbing. „Die Jugendlichen entdecken ihre Sexualität. Bereits in Mittelschulen werden online intime Gespräche geführt, im Jugendalter Nacktbilder zum Beispiel via Whats App an den Partner geschickt. Enden solche Beziehungen und werden die Bilder dann aus Rache veröffentlicht, kann dies fatale Folgen haben“, so der Referent. Internet kein rechtsfreier Raum In Gruppen und sozialen Netzwerken werden einzelne fertig gemacht, Cybermobbing hat sich zu einem großen Problem entwickelt, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen. „Das Problem ist aber nicht die App, nicht das Internet, das Problem liegt beim User“, so ­Waldner. Für die Eltern hatte der Experte auch Tipps parat: „Das Wichtigste ist Interesse zu zeigen, sich Gedanken zu machen, sich ein Wissen anzueignen und zu versuchen, die Kinder Schritt für Schritt zu begleiten“. Als Tipps für den sicheren Umgang mit dem Internet für Eltern, Schüler und Lehrer nannte Waldner die EU-Initiative saferinternet.at und die Website klicksafe.de. MICHAEL ANDRES
Michael Andres
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Vinschger Sonderausgabe

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