Nicht alle strampeln mit eigener Muskelkraft auf den Schlanderser Nördersberg, um die Abfahrt zu genießen.

Ärger mit Mountainbikern

Publiziert in 23 / 2014 - Erschienen am 18. Juni 2014
Fehlende Beschilderung führt zu Problemen am Nördersberg in Schlanders. Schlanders - Der Fahrrad- und Mountainbike-Tourismus wächst Jahr für Jahr, und zwar beträchtlich. Grundsätzlich ist das eine positive Entwicklung, speziell für die Tourismusbranche. Immer mehr Radler und Mountainbiker kommen in den Vinschgau, nicht selten für mehrere Tage. Das heißt, dass sie auch einiges an Geld ausgeben. Allerdings gibt es auch einige Schattenseiten. Die Klärung von Durchfahrtsrechten ist hier ebenso zu nennen wie die Frage der Haftung oder Konflikte mit Wanderern, Spaziergängern und Anrainern. Ärger und Kritik werden zum Beispiel seit einiger Zeit am Nördersberg in ­Schlanders laut. Eigene Mountainbike-Routen Um die Mountainbiker im Gemeindegebiet in möglichst geordnete Bahnen zu lenken und der Lage Herr zu werden, hatte die Gemeindeverwaltung schon vor einiger Zeit beschlossen, in Absprache mit Grundeigentümern, der Forstbehörde, dem Nationalpark und weiteren Beteiligten eigene Mountainbike-Strecken zu schaffen und zu beschildern. Im Zuge eines ersten Projektes wurde am Nördersberg eine Strecke ausgewiesen bzw. angelegt, die unterhalb des Wiebenhofes beginnt und unter dem Festplatz Malanz endet. Einer weiterer Abschnitt (Hasl-Wieben) ist geplant. Die bereits angelegte Strecke zog vor allem an den vergangenen Wochenenden sehr viele Mountainbiker an. Wie Anrainer dem der Vinschger bestätigten, gibt es immer wieder höchst undisziplinierte und aggressive Radler, die der Ansicht seien, das Gelände gehöre ihnen und sei ausschließlich für sie reserviert. „Es gibt sehr aggressive Radler“ Nicht selten rasen sie mit Höchstgeschwindigkeiten zu Tal. Erschwerend hinzu komme, dass sich viele Mountainbiker mit Shuttlebussen hochfahren lassen, um dann die Abfahrt zu genießen. Einige absolvieren gleich mehrere Abfahrten pro Tag. „Müssten alle selbst hinauffahren, wäre die Zahl der Mountainbiker ­sicher merklich niedriger“, räumt Walter Gurschler ein, der als Gemeindereferent unter anderem für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie für die Bergfraktionen zuständig ist. Den Ärger der Anrainer über bestimmte Vorkommnisse könne er durchaus nachvollziehen. Das Hauptproblem sieht Gurschler aber darin, „dass wir uns noch in der Umsetzungsphase befinden und die Beschilderung derzeit noch fehlt.“ Es sei in Absprache mit Martin „Matze“ Gruber von der „Bikeschule vinschgauBIKE“­ vereinbart worden, noch vor der endgültigen Beschilderung zumindest an sensiblen Stellen möglichst rasch provisorische Schilder anzubringen. Damit soll vermieden werden, dass Mountainbiker zum Beispiel in Privatgründe eindringen und dann nicht mehr weiterkommen, oder dass sie vor geschlossen Gittern halten müssen und nicht mehr weiter wissen. Ob die Beschilderung alle Probleme lösen wird, bleibt abzuwarten. Vom Grundgedanken, nach dem Beispiel der Gemeinde Latsch eigene Routen auszuweisen, ist Gurschler nach wie vor überzeugt, „denn zu noch viel größeren Problemen kommt es, wenn keine Vereinbarungen mit Grundeigentümern und anderen Beteiligten geschlossen werden.“ „Blockade“ am Sonnenberg Vorerst auf Eis gelegt werden mussten in die Sinn die Bemühungen zur Ausweisung von Mountainbike-Routen am Schlanderser Sonnenberg. Dort wurde alles blockiert. Gelöst aber ist das Problem dennoch nicht, denn auch am Sonnenberg sind Mountainbiker unterwegs. Offen bleibt auch die Frage: Wer - wenn überhaupt - ist mit welchem Rechtstitel berechtigt, Mountainbiker zu strafen? sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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