Wieder zurück zum Bauern oder bis zum 5. Oktober im Langtauferer Tal: Bei der Schofschoad wird ge- und entschieden.

Am Berg überwintert

Publiziert in 32 / 2014 - Erschienen am 17. September 2014
Für rund 600 Schafe hieß es bei der Langtauferer Schofschoad: ab nach Hause. Weitere rund 400 Schafe bleiben bis zum 5. Oktober im Tal. Langtaufers - Es ist robust, kräftig und widerstandsfähig. Bestens geeignet für Hochalpen und dort, so heißt es vom Juraschaf, sei es auch standorttreu. Diese Eigenschaften müssen der „Überwinterten“ auf jeden Fall zuge­sprochen werden. Schäfer Gabriel Folie, bereits den 12. Sommer als Hirte unterwegs, brachte nicht nur fast alle der 1.040 aus Langtaufers, Graun, St. Valentin, Schluderns, Taufers und Schleis stammenden Schafe wieder mit zurück, neben 35 Lämmern kam auch jenes Juraschaf mit, das im letzten Jahr am Berg blieb. „Beim Ablammen blieb sie alleine“, so Folie, „später hatte sie das Lamm verloren, die anderen Schafe waren schon weg“. Spätere Versuche, sie zu holen, seien für Mensch und Tier zu risikoreich gewesen. Jetzt kam das ca. fünf Jahre alte Tier mit ins Tal. Neben dem Juraschaf, das in der Schweiz übrigens Schwarzbraunes Schaf genannt wird, waren weiße, schwarze und gescheckte Tiroler Bergschafe, aber auch Heidschnucken auf der Berg, „und natürlich Kreuzungen“, sagt Folie. Die Heidschnucken gehören dem Hirten selbst, dass sie eigentlich zu einer Landschafrasse gehören, scheint die kleinen wolligen Tiere am Berg kaum zu ­stören: „Sie sind äußerst trittsicher und gut geeignet für den Berg“. Die nordische Kurzschwanzschafrasse wird hauptsächlich in der Lüneburger Heide gezüchtet und: beide Geschlechter tragen Hörner. Rund 70 Schafhalter hatte ihre Tiere mit Folie auf den Berg geschickt, manche mit großen Herden von 50 Tieren, aber auch Halter, die sich mit zwei oder drei Tieren begnügen. Heinrich Blaas aus Graun kennt sich mit Schafen seit über 40 Jahren aus, seine eigenen schickt er mit Gabriel Folie auf den Berg: „Das macht der wunderbar“. Das Schofschoad-Fest in Grub organisierte die Fraktion Langtaufers, die Alminteressentschaft Maseben und der Schafzuchtverein Obervinschgau. Letzterer ist Gründungsmitglied des Verbandes der Südtiroler Kleintierzüchter und feierte in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubliäum. Der nächste Abtrieb findet am 5. Oktober in Pedross statt. kat
Katharina Hohenstein
Katharina Hohenstein

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