Im Bild (v.l.): Gert Lanz, Fritz Oskar Wielander, Stefan Sagmeister, Marina Wallnöfer, Beat Wunderer und Erhard Joos.

„An haufn Orbet“

Publiziert in 4 / 2013 - Erschienen am 6. Februar 2013
Die LVH-Mitglieder von Glurns und Taufers i.M. trafen sich kürzlich zur Jahresversammlung im Glurnser Restaurant „Steinbock“. Glurns - Ortsobfrau Marina Wallnöfer konnte zahlreiche geladene Gäste begrüßen. Unter ihnen Gert Lanz, Präsident des Landesverbandes der Handwerker (LVH). „Das Handwerk in Südtirol ist eine wichtige Wirtschaftskraft und ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Systems“, erklärte Lanz. Aktuell gebe es jedoch einige Probleme zu bewältigen. „Die Bürokratie kostet viel Zeit und stellt eine große Belastung dar, vor allem für die kleinen Betriebe. Wir sprechen jedes Jahr vom Bürokratieabbau, aber es wird nicht besser“, sagte Bezirksobmann Erhard Joos. „In Südtirol gibt es rund 13.000 Betriebe mit etwa 44.000 Beschäftigen. Das sind im Schnitt drei Handwerker pro Betrieb. Es darf nicht sein, dass sich die vielen Kleinbetriebe mit derartigen bürokratischen Hürden rumplagen müssen“, ergänzte Lanz. Rund 460 Arbeitsstunden im Jahr gehen im Schnitt für Bürokratie drauf. Auch bezüglich Steuerdruck sei Italien Spitze. „Vielleicht wird es mit der neuen Regierung besser“, hoffte Joos. Appelliert wurde auch an die Gemeinden. „Die Aufträge sollen im Ort bleiben und nicht an auswärtige Firmen vergeben werden“, so Joos. Die Nahversorgung müsse gewährleistet sein, nur so könne man der Abwanderung aus den Dörfern entgegenwirken. „Es ist ein schleichender Prozess; erst schließt ein Gasthaus, dann die Post – wenn die Nahversorgung stirbt, kommt die Abwanderung“, sagte der Bezirksobmann. Die Politik sei gefordert, die nötigen Maßnahmen zu treffen, damit die Menschen in den Orten bleiben. „Es werden teilweise Gesetze gemacht, die dafür sorgen, dass die Arbeit nicht im Dorf bleibt“, kritisierte Lanz die öffentlichen Ausschreibungen. Viel Positives gab es hingegen über den LVH selbst zu berichten. Trotz der Wirtschaftskrise sei die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr nicht gesunken. „Ohne die rund 1.000 Funktionäre wäre es nicht möglich, einen Verband in dieser Größenordnung zu leiten“, lobte Lanz. „Wir sind in Südtirol der größte Wirtschaftsverband, darauf sind wir stolz“, freute er sich. Der Glurnser BM Erich Wallnöfer und sein Tauferer Amtskollege Hermann Fliri versicherten, dass die Gemeinden darum bemüht seien, die Arbeiten im Dorf zu behalten. Albrecht Plangger, SVP-Kandidat für die Abgeordnetenkammer, sprach dem LVH seine Solidarität aus. Der Landtagsabgeordnete Sepp Noggler wünschte allen Handwerkern „an haufn Orbet“. Der Ortsausschuss wurde einstimmig wiedergewählt. Neu ist Annia Malloth aus Taufers. Geehrt wurden Fritz Oskar Wielander, ­Stefan Sagmeister und Beat Wunderer für ihre 10-jährige verdienstvolle Tätigkeit im Ortsausschuss. LVH-Bezirksbüroleiter Peter Hofer informierte über Neuheiten im rechtlichen und steuerrechtlichen Bereich. Michael Andres
Michael Andres
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