Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus

Publiziert in 21 / 2025 - Erschienen am 18. November 2025

Naturns - Vom 20. bis zum 26. Oktober war in der Rathausgalerie Naturns die Wanderausstellung „Oh eine Dummel“ zu sehen. Mit scharfem Witz, klarer Botschaft und einer guten Portion Satire setzte sie sich mit Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit auseinander. Die 44 Karikaturen hielten der Gesellschaft auf humorvolle, aber unmissverständlich kritische Weise den Spiegel vor. Viele Besucher/innen nahmen sich Zeit, um über QR-Codes Hintergrundinformationen zu lesen oder in der Begleitzeitschrift weiterzublättern. Ein Höhepunkt der Woche war der Vortrag von Thomas Kobler, Politikwissenschaftler und Sozialpädagoge mit Schwerpunkt Rechtsextremismus. Unter dem Titel „Rechtsextremismus – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ führte Kobler rund 25 Teilnehmende durch die Entwicklung des Rechtsextremismus seit dem Zweiten Weltkrieg. Er zeigte auf, dass Prävention und gesellschaftliches Engagement entscheidend sind, um extremistischen Tendenzen wirksam zu begegnen. Anschließend entspann sich eine lebendige Diskussion, in der auch persönliche Erfahrungen und Fragen Platz fanden. Während der gesamten Ausstellungswoche konnte das Publikum auf einer Mitmachwand seine Haltung zu verschiedenen Aussagen zeigen. Deutlich abgelehnt wurde die Aussage „Rassismus ist heute kein großes Problem mehr“ – ein klares Signal, dass das Thema nach wie vor als hochaktuell und ernst wahrgenommen wird. Große Zustimmung erhielt „Zivilcourage beginnt im Kleinen“, während viele einräumten, dass es im Alltag nicht immer leicht ist, gegen diskriminierende Aussagen einzutreten. Auch beim Thema Meinungsfreiheit zeigten sich klare Positionen: „Meinungsfreiheit bedeutet, dass jede Meinung gehört werden darf – aber nicht widerspruchsfrei bleibt“ fand breite Zustimmung. Damit brachten die Besucher/innen ein differenziertes Verständnis demokratischer Diskussionskultur zum Ausdruck – insbesondere im Hinblick auf Debatten in sozialen Medien, wo Gegenrede häufig fälschlich als Einschränkung der Meinungsfreiheit verstanden wird. Die Ausstellung war ein Gemeinschaftsprojekt des Jugenddienstes Naturns und des JuZe Naturns. Sie machte eindrucksvoll deutlich, dass Kunst und Satire wichtige Werkzeuge sind, um gesellschaftliche Themen zugänglich zu machen, Diskussionen anzustoßen – und Haltung zu zeigen. 

Redaktion

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