TeilnehmerInnen beim Jahrestreffen in Nordtirol/Längenfeld.
Ein Baumschläfer
Ein Gartenschläfer
Ein Siebenschläfer
Eine Haselmaus

Baumschläfer & Co: Besondere Arten im Fokus

Publiziert in 3 / 2026 - Erschienen am 10. Februar 2026

Dreiländereck - Kürzlich fand in Nordtirol/Längenfeld das 2. Jahrestreffen des laufenden INTERREG-Projektes „Der Baumschläfer und Co in der Terra Raetica“ statt. In grenzüberschreitender Zusammenarbeit der Regionen im Dreiländereck Österreich, Italien und der Schweiz forschen Kleinsäuger-Expert:innen zu den vier, teils seltenen und europaweit streng geschützten Bilch-Arten Baum-, Garten-, Siebenschläfer und Haselmaus. Aus den Forschungsergebnissen werden konkrete Schutzmaßnahmen für diese besonderen Arten formuliert und umgesetzt. Eine faszinierende Wanderausstellung zu den vier Bilch-Arten wird aktuell konzipiert und ab Anfang 2027 im Nationalparkhaus „avimundus“ in der Fußgängerzone von Schlanders gezeigt.

Kleine, scheue Gruppe

Derzeit sind sie zwar noch im tiefen Winterschlaf aber schon bald werden sie die Wälder und teils auch die nähere Umgebung des Menschen wieder mit ihrer Anwesenheit bereichern. Die Rede ist von den sogenannten „Bilchen“ oder „Schlafmäusen“. Diese kleine, scheue Gruppe von Nagetieren umfasst den Siebenschläfer, den Gartenschläfer, die Haselmaus und den Baumschläfer. Speziell der Baumschläfer, aber auch die anderen Bilch-Arten, werden im Rahmen eines INTERREG-Projektes unter Koordination des Naturpark Ötztal im Dreiländereck Italien (Nationalpark Stilfser Joch), der Schweiz (Biosphärenpark Engiadina-Val Müstair) und Nordtirol (Naturpark Ötztal, Naturpark Kaunertal) genauer unter die Lupe genommen. Die Untersuchungsflächen im Vinschgau liegen in den Gemeinden Martell und Prad am Stilfserjoch.

Grenzenlose Zusammenarbeit

Projektkoordinator Thomas Schmarda freut sich: „Die internationale Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist bei diesem Projekt besonders spannend und fruchtbar. Die bislang spärlichen Kenntnisse zu dieser versteckt lebenden Kleinsäugergruppe können durch das laufende Projekt maßgeblich verbessert werden.“ Die beteiligten Kleinsäuger-Expert:innen untersuchen im Rahmen des Projektes das Nahrungsspektrum, die Lebensraumansprüche, den Aktivitätsrhythmus und die Populationsbiologie der Bilche. Aus den Ergebnissen werden unter anderem grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen für die vier Bilch-Arten abgeleitet. Das Projekt läuft noch bis April 2027.

„Musca und ihre Freunde“

Um die Gruppe der Bilche auch in der heimischen Bevölkerung der Terra Raetica-Region bekannt zu machen und für ihren Schutz zu werben, wird derzeit eine Wechsel-Ausstellung konzipiert. Dabei werden die vier Bilcharten an acht interaktiven Themenstationen multimedial vorgestellt. Die 3-sprachige (de-it-rumantsch/vallader) Ausstellung wird am Freitag, 19. Juni 2026 im Naturpark Ötztal offiziell eröffnet. Ab September geht die Ausstellung dann auf Tour durch die benachbarten Länder und kommt ab 2027 in den Vinschgau. Die Koordination dieses INTERREG-geförderten Projektes liegt beim Naturpark Ötztal in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung (GWR)/ Südtirol. Assoziierter Partner ist die UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair/Graubünden. Das Projekt wird von der EU über das INTERREG-Programm
(Italien – Österreich) und vom Land Tirol (Abteilung Umweltschutz) gefördert und von den Regionalmanagements Imst, Landeck und Vinschgau unterstützt. In der Schweiz wird es durch die Somaha-Stiftung finanziell unterstützt. Zudem beteiligen sich die Schutzgebiete in der Terra Raetica.Wissenschaftliche Partner:innen sind apodemus – Institut für Wildtierbiologie (Haus im Ennstal, Österreich), Kleinsäuger-Expertin Eva Ladurner (Marling) und Öko Tester – Ökologische Gutachten und Inventare/Pro Bilche (Basel, Schweiz).

Redaktion

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.