Vor den Trümmern: Marcel Riedl (links) und Georg Fliri blicken trotz allem nach vorne.
Vize-Sektionsleiter Mirco Klotz (links) und Karl, ein freiwilliger Helfer aus der Nachbarschaft, bei den Aufräumarbeiten.

Countrystadt: Blick nach vorne   

Countryfest findet trotz Brandanschlag und Corona-Krise statt. Viel Solidarität. 

Publiziert in 26 / 2020 - Erschienen am 30. Juli 2020

PRAD - Im Wilden Westen lässt man sich nicht unterkriegen. Weder von der Coronavirus-Krise noch von Brandanschlägen. Das traditionelle Countryfest, welches seit rund 30 Jahren stattfindet und die Säule eines ganzen Vereins bildet, findet vom 7. bis 9. August statt. „Das Fest ist für unseren Eishockeyverein essenziell“, weiß Georg Fliri, Leiter der Sektion Eishockey im Prader Sportverein. Rund 200.000 Euro und tausende Arbeitsstunden waren in jener Nacht auf den 16. Juli in Flammen aufgegangen. Vermutlich aufgrund der Tat eines miesen Feuerteufels waren mehrere Gebäude in der Westernstadt „Sacramento City“, unter anderem der Saloon und der Ausschank-Bereich mitsamt Küchengeräten sowie die Hauptbühne völlig abgebrannt. „Das Herz blutete“, betont Mitorganisator Marcel Riedl. Versichert sei man für solche Brandanschläge nicht, dies sei schwer möglich, wie die Organisatoren des Countryfests betonen. Dennoch: „Wir müssen nach vorne schauen“, betont Fliri. Unterstützung kommt auch von Sponsoren, Gönnern, der Gemeindepolitik und natürlich dem gesamten Sportverein. „Wir alle stehen hinter der Sektion Eishockey“, betont der neue ASV Prad-Präsident Thomas Unterberger. 

Dennoch ein hochkarätiges Fest

Ohne das Countryfest sei der Eishockeybetrieb in Prad nicht zu stemmen. „Das Fest ist seit Jahren dazu da, die Sektion Eishockey mit ihren vielen Kindern und Jugendlichen zu finanzieren“, erklärt Fliri. Nun laute das Motto aber: „Jetzt erst Recht“. Nach einer Reihe der Solidarität sei es gelungen, ein hochkarätiges Fest auf die Beine zu stellen. Um etwas Wild-West-Stimmung in die Stadt zu zaubern, bekomme man die passenden Kulissen von den Organisatoren der Südtiroler Ritterspiele. Zudem werde sich einiges bei und in den noch stehenden Western-Gebäuden abspielen. „Das gesamte Fest-Gelände wird genutzt, so können auch die Sicherheitsbestimmungen aufgrund der Coronakrise eingehalten werden“, sagt Riedl. Ausschank an den Theken und „Schnapsbudl“ werde es nicht geben. „Die Bedienung erfolgt an den Tischen“, so Riedl. Damit könne man auf ein perfektes Sicherheitskonzept bauen und dennoch zahlreichen Besuchern den Einlass gewähren. Shows gebe es diesmal keine, dafür setze man umso mehr auf ein hochwertiges Musikprogramm. 

„Es muss weitergehen“ 

„Jetzt freuen wir uns erst mal auf ein schönes Fest. Danach muss man weiter schauen“, sagt Fliri. Auf alle Fälle wolle man die Countrystadt wieder aufbauen. „Die Stadt ist mittlerweile ja auch zu einer touristischen Attraktion geworden“, so Sektionsleiter Fliri. Die große Solidarität im Dorf und weit darüber hinaus zeige zudem auch den Stellenwert des Festes. „Es wird zwar Jahre dauern bis wir wieder da sind, wo wir waren. Aber es muss weitergehen“, betont Riedl.

Vorverkauf

Der Kartenvorverkauf läuft bereits auf Hochtouren. Tickets für das Countryfest findet man im Internet unter www.ticektone.it sowie in allen Athesia-Filialen.  

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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