Musikalisch umrahmt wurde die offizielle Eröffnung der Hegeschau von der Jagdhornbläsergruppe „St. Hubertus“ aus Schlanders.
Auch viele Ehrengäste waren zur Eröffnung der Hegeschau in die Sportzone Schlums gekommen.
Bezirksjägermeister Günther Hohenegger.

Das Jagdjahr 2018

Viel Fallwild. 1.321 Stück Rotwild erlegt. „Bejagungsmethoden kritisch hinterfragen“

Publiziert in 10 / 2019 - Erschienen am 19. März 2019

Kastelbell - Auf ein zum Teil außergewöhnliches Jagdjahr 2018 blickte Bezirksjägermeister Günther Hohenegger bei der Eröffnung der Bezirks-Hegeschau zurück, die am vergangenen Wochenende in der Sportzone Schlums in Kastelbell stattgefunden hat. Wegen des extrem schneereichen Winters 2017/2018 war die Zahl des Fallwildes entsprechend hoch. Es wurden 231 Stück Rotwild, 131 Rehe, 73 Gemsen und 50 Stück Steinwild verendet aufgefunden. Was die jagdliche Rotwild-Entnahme betrifft, so hat sich diese im Bezirk Vinschgau in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Hohenegger: „Seit drei Jahren liegt das Hauptaugenmerk nicht mehr in einer rein zahlenmäßigen Anhebung der Abschlusspläne, sondern in einer gezielten gesteigerten Entnahme beim Kahlwild und insbesondere bei den Tieren.“ Im Vorjahr wurden 342 Hirsche und 979 Stück Kahlwild erlegt. Dieses Ergebnis kann sich laut dem Bezirksjägermeister sehen lassen: „Bisher kam nur im Jahr 2017 bezirksweit mehr Kahlwild zur Strecke als im Vorjahr.“ Zusätzlich zu den 1.321 Stück Rotwild haben die 37 Jägerinnen und 860 Jäger im Bezirk Vinschgau u.a. auch 495 Rehe und 367 Gemsen erlegt. Die Jagdstrecke beim Fuchs war auch im Vinschgau rückläufig. Das Schalenwild, insbesondere das Rotwild, findet im Vinschgau beste Lebensbedingungen vor. „Von unschätzbarer Bedeutung ist, dass noch viele Gebiete oberhalb der Waldgrenze nicht touristisch erschlossen sind“, sagte Hohenegger. Ob diese Ruhe in den Hochlagen weiterhin erhalten bleibt, sei angesichts der immer dichteren Erschließung des Geländes mit Infrastrukturen, Wanderwegen und Trails zu bezweifeln. Die Freizeitaktivitäten nehmen sprunghaft zu, „aber auch der Jagddruck wird immer größer.“ Den Beitrag, den die Jägerschaft leisten soll, sieht der Bezirksjägermeister darin, „dass wir in den Revieren und darüber hinaus unser Bejagungsmethoden und die Jagdperioden kritisch hinterfragen und zeitlich und örtlich verbessern.“ Nicht zu vergessen sei außerdem, „dass wir künftig auch verstärkt mit anderen Naturnutzern ins Gespräch kommen müssen. Wir Jäger müssen Veränderungen zulassen, und besser noch, Veränderungen auch aktiv mitgestalten.“ Grußworte an die Jägerschaft überbrachten Bürgermeister Gustav Tappeiner, Landesrat Arnold Schuler, Landesjägermeister Berthold Marx, der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger und Guido Marangoni als Vertreter der italienischen Sprachgruppe. Arnold Schuler kündigte für 2020 die gesetzliche Regelung der Wildruhezonen an. Berthold Marx verwies auf die Werte einer bodenständigen Jagd, wie sie in Südtirol ausgeübt wird. Bedauert hat er, dass das Rehwild im Vinschgau vernachlässigt werde: „Das müsste nicht sein.“ Stolz sein könne der Bezirk Vinschgau, vor allem das Revier Schnals, auf die landesweit besten Gamsbestände. Der Landesjägermeister sprach sich auch für eine bodenständige und zeitgemäße Ausrichtung der Hegerichtlinien aus. Albrecht Plangger freute sich, dass es gelungen ist, das „Kapitel Waffenpass“ in Rom zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Mehrfach gedankt wurde dem Jagdrevier Kastelbell-Tschars mit der der Jagdhorbläsergruppe „Spielegg“ für die vorbildhafte Ausrichtung der Bezirkshegeschau 2019.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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