Der „Kümmerer“ wird sich darum kümmern
Latsch - 2017 ist die „Plattform Land“ von einer Interessensgemeinschaft zwischen Südtiroler Bauernbund und Gemeindenverband zu einem Verein geworden. Inzwischen gehören 13 Mitglieder dazu, darunter auch das Land Südtirol. Der Verein will eine „Südtiroler Allianz für lebendige, ländliche Räume“ sein und sieht in der intelligenten Flächennutzung und Aufwertung der Dorfkerne zentrale Aspekt eines „Gemeindeentwicklungsprogrammes“, für das die Gemeinden in Zukunft selbst verantwortlich sein werden. Dabei bezieht man sich auf das am 10. Juli 2018 verabschiedete Gesetz „Raum und Landschaft“, das am 1. Jänner 2020 in Kraft tritt und mit dem die „Leerstandserhebung“ zur Pflicht werden soll. Alle Gemeinden müssen Gebäude, die seit mehr als einem Jahr leer stehen, erheben und melden. Der Gemeinderat Latsch hat das Angebot der Beratung durch die Plattform genutzt und sich vom Sekretär, André Mallossek, informieren lassen. Seine Ausführungen eröffnete dieser mit einem Kurzfilm über das „Wunder von Glurns“ und Erfahrungsberichten aus der Gemeinde Truden. Inzwischen sei das „Pilotprojekt Leerstandsmanagement“ entstanden, berichtete Mallossek und nannte unter den 7 Pilotgemeinden auch Taufers im Münstertal. Als Unterstützung durch die Plattform versprach er Beratung in Koordinierung, in Mitorganisation von Sensibilisierungsveranstaltungen, in der Abstimmung mit der Landesverwaltung und dem Gemeindenverband, in der Schulung der Gemeindetechniker, im Erfahrungsaustausch und in der Einbindung von Experten. Für die Erhebung habe sich die Beauftragung eines „Kümmerers“ als vorteilhaft erwiesen. „Der Kümmerer ist ein Mensch, der das Dorf kennt, dem man im Dorf vertraut und der zum wichtigen Vermittler zwischen Verwalter und Besitzer wird“, erklärte Mallossek.