RAS-Direktor Georg Plattner, ­Ressortleiter Josef March, Bürgermeister Ulrich Veith, die Vizebürgermeisterin von Kastelbell-Tschars Rita Gstrein Kaserer (von links) mit Landesrat Florian ­Mussner in der Telecom-Zentrale am Bahnhof von Mals.

Der Verkehr auf der Datenautobahn wird flüssiger

Publiziert in 27 / 2013 - Erschienen am 24. Juli 2013
Der Einzug der Glasfasertechnik in allen Gemeinden könnte 2013 zum Jahr der Vinschger Datenautobahn machen. Mals - Wenn es nach dem Ressort für Umwelt, Energie, Bauten und Vermögen geht, soll der ­Vinschgau nicht länger im digitalen Abseits, sondern unmittelbar an der Datenautobahn liegen. Das „schnelle Internet“ über Glasfasertechnik dürfte 2013 in allen 16 Gemeinden zwischen Töll und Reschenpass Einzug halten. Fast euphorisch wurde bei einem Informationstreffen in Mals das „Breitbandzeitalter“ im Vinschgau beschworen. Vor Vertretern der Gemeinden Graun, Mals, Taufers, Stilfs, Schluderns, Schlanders, Kastelbell-Tschars und Schnals erklärte ein sichtlich stolzer Landesrat Florian ­Mussner den aktuellen Stand der Arbeiten. „Wir freuen uns, dass wir bis Ende des Jahres alle Südtiroler Gemeinden an das Glasfasernetz angebunden haben werden“, so Mussner. „Wir wollen alle erreichen. Es sollen alle unsere Höfe erschlossen werden. Dies ist auch eine Maßnahme gegen die Abwanderung“ betonte er. Möglich geworden sei es nur durch die Teamarbeit von Land, Gemeinden, Bezirksgemeinschaften, Telecom, der Rundfunkanstalt Südtirol (RAS), der Brennercom und privater Unternehmen. Nur wenige Tage zuvor hatten auch die Vinschger Unternehmer nach einer „leistungsfähigen Breitbandleitung“ gerufen. Der Vinschgau wird aktiviert Marco Springhetti, Direktor des Landesamtes für Infrastrukturen, stellte den Glasfaserstrang im Gleiskörper der Vinschger Bahn als Hauptachse vor. Davon würden die Linien in die einzelnen Ortschaften zu den PoP’s (Points of Presence, Knotenpunkte) und zu den Telecom-Zentralen gezogen. Bereits aktiviert worden seien die Zentralen in Tschars, Kastelbell, Schlanders, Prad, Stilfs, Schluderns, Mals, St. Valentin auf der Haide und Reschen. In Kürze würden auch die von der Rundfunkanstalt Südtirol (RAS) koordinierten Arbeiten an den Zentralen in Partschins, Naturns, Staben, Plaus, Tabland und Tartsch beendet. Im Herbst komme es zum Anschluss der Telecom-Zentrale in der Latscher Industriezone. Die Freileitung für den Breitband-Internet-Anschluss (ADSL) über Telefon bis Kurzras in Schnals müsse durch Glasfaserkabel ersetzt werden. Die Arbeiten zum Verlegen der Leerrohre ins Martelltal würden heuer noch ausgeschrieben. Das Ziel des Landes sei die Realisierung eines Datennetzes, um öffentliche Strukturen wie Rathäuser, Krankenhäusern, Feuerwehrhallen und Zivilschutzzentren untereinander zu verbinden, fasste Landesrat Mussner zusammen und empfahl den Gemeinden, einen Masterplan zu erstellen, um detailliert die Breitbanderschließung zu planen. Bisher hätten im Vinschgau Partschins, Plaus, Kastelbell-Tschars, Schlanders, Glurns und Graun den Plan ausgearbeitet und eingereicht. Wie Balsam für die Seele des Landesrates müssen die Worte des Telecom-Verantwortlichen Giancarlo Galasi geklungen haben, der den Weitblick der Provinz Bozen in Sachen Breitband lobte. Volle Bandbreite für Taufers im Münstertal Mehrfach erwähnte Landesrat Mussner die Gemeinde Taufers im Münstertal als „ein gutes Beispiel für die koordinierte Zusammenarbeit“. Die Gemeinde habe dort bereits die Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen und nach der Verlegung der Glasfasern in die Gemeinde durch das Land werde seit 17. Juli die Funkverbindung auf Glasfaser umgestellt, teilte er mit. Auf den Hinweis von Amtsdirektor Springhetti, man habe inzwischen PoP’s an den Staatsgrenzen in Reschen und Taufers erreicht, machte der im Saal anwesende Informatik-Techniker und Verwaltungsrat der Schludernser Energiegenossenschaft (SEG), Siegfried Warger, auf das schweizerische Münstertal aufmerksam. Es werde seit Ende der 90er-Jahre mit Breitband versorgt und derzeit auf die „Hochgeschwindigkeitstechnik VDSL“ (Very High Speed Digital Subscriber Line) umgerüstet. Beim anschließenden Lokalaugenschein der Telecom-Zentrale am Bahnhof von Mals erzählte Warger dem der Vinschger, dass der SEG-Verwaltungsrat unter Obmann Siegfried Stocker und Bürgermeister Hermann Fliri bei der Planung des Fernwärmenetzes für ­Taufers das teurere Glasfasernetz der günstigen Kupferleitungen vorgezogen und damit weit voraus geschaut hätten. „Seit 17. Juli hängt Taufers definitiv am Landesglasfasernetz“, erklärte Warger. „Die Genossenschaft hat mit Brennercom und ­Raiffeisen Online ein Abkommen abgeschlossen und vermietet das Glasfasernetz an sie weiter. So haben die Endabnehmer in Taufers zumindest die Wahl zwischen zwei Providern (Internetanbietern). Unsere Haushalte - 82% der 320 effektiv bewohnten sind angeschlossen - verfügen nun auf Wunsch über die volle Bandbreite, also über eine Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Mbit/s (1 Megabit pro Sekunde = 1 Million Dateneinheiten pro S). Bisher ermöglichte die Funkanbindung von Mals nur 2 Mbit/s. Die ADSL-Versorgung über das Kupfernetz der Telecom im Vinschgau hängt jeweils von der Distanz zur Telecom-Zentrale ab und schwankt zwischen 0,64 Mbit/s bis höchstens 7 Mbit/s. Nur bis Laas sind derzeit maximal 20 Mbit/s verfügbar“, erzählte Warger, der bestens über die Internet-Anbindung im Vinschgau informiert ist. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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Vinschger Sonderausgabe

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