Die Seelsorgeeinheit Latsch-Martell wurde von Bischof Ivo Muser besucht.
Besuch von Bischof Ivo Muser und Sekretär Michael Horrer. Dahinter Moderator Josef Bernhart und Pfarreienratspräsident Harald Plörer (von rechts).

Die Erwartungshaltung war hoch

Die Seelsorgeeinheit Latsch-Martell begegnete ihrem Bischof

Publiziert in 40 / 2019 - Erschienen am 19. November 2019

Latsch - Von einer Pastoralvisite erwarten sich die „Schäfchen“ von ihrem „Hirten“ inhaltliche Impulse, Aussprachen, Ermutigung und natürlich Auseinandersetzung. Pfarreienratspräsident Harald Plörer (Morter) hatte dazu eine Begegnung der Vertreter der 5 Pfarreien und der 3 Arbeitsgruppen mit Bischof Ivo Muser als offene Gesprächsrunde angesetzt. Die Moderation hatte Plörer seinem Landsmann Josef Bernhart anvertraut. Bischof Muser wurde von seinem Sekretär Michael Horrer begleitet. Den klingenden und einstimmenden Rahmen schafften die „Joyful Singers“ mit Chorleiter Pasquale Bonfitto am Klavier. Gedacht war an einen offenen Diskussionsabend zu 3 Themen, die im Vorfeld von Arbeitsgruppen unter Anleitung erarbeitet worden waren. Dabei hatte es sich um „Jugend und Liturgie“, um die „Sakramentenkatechese“ mit Schwerpunkt „neue Firmung“ und um „die Verantwortung der Frauen und Männer in der Kirche“ gehandelt. Jedes Thema wurde im CulturForum vorgetragen und anschließend vom Bischof kommentiert. Dass die katholische Kirche dabei sei, die Jugend zu vergraulen, war dem ersten Referat zu entnehmen. Bischof Muser empfahl „das Bild des Weges“ zum Glauben vor Augen zu haben. Er erinnerte, dass der Glaube wie in einer Kette von Generation zu Generation weitergetragen werden müsse und warnte vor der „subjektiven Interpretation“ des Glaubens. Mit dem Wort-Ungetüm „Sakramentenkatechese“ wurden die Reform der Firmung und die damit verbundenen Unsicherheiten angesprochen. Bischof Muser ging sehr ausführlich auf mehrere Aspekte ein. Es gehe vor allem um ein klares, freiwilliges Bekenntnis zur Kirche, machte er aufmerksam, und es gehe auch um das Vertrauen den Jugendlichen gegenüber. Gleich 3 Stimmen führten in das Thema „Verantwortung in der Kirche“ ein. Einmal bat Pfarrer Johann Lanbacher (Latsch) um Klärungen zum „Teamwork“ in der Seelsorgeeinheit, dann beklagte die ehemalige Religionslehrerin Elisabeth Wielander (Latsch) die geringe Unterstützung junger Familien in Glaubensfragen. Schließlich wollte die ehemalige Lehrerin Margarethe Pichler (Tarsch) etwas über die zukünftige Rolle der Frau in der Kirche erfahren. Die Erläuterungen des Bischofs zur Rolle der Frau gipfelten in der Erkenntnis: „Frauen sind in der Kirche nicht mehr wegzudenken. Sehr oft wird die Rolle der Frau aus der Sicht der Männer definiert. Frauen waren in der Kirche prägender als viele Priester und Bischöfe.“ Es waren schon mehr als 2 Stunden der Begegnung vergangen, als sich erste, kritische Stimmen regten. Sie kamen aus dem Chor und es ging dabei um den Wunsch nach konkreteren Antworten. Aus derselben Ecke kamen auch Vorschläge zum Thema Jugend und Beziehungen zum Gottesdienst. Zu fortgeschrittener Stunde meinte der Bischof: „Ich höre die Botschaft, aber helfen Sie uns dabei, dass es gelingen kann.“ Papst, Bischöfe und Priester seien nur ein Teil der Kirche.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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