Neuwahlen des KVW-Frauenbezirksausschusses: Im Rahmen der Vollversammlung wurde der KVW-Frauenausschuss neu gewählt: Josefa Pirhofer, Irene Stecher Federer, Helene Dietl Laganda, Maria Luise Gritsch, Gertrud Telser Schwabl und Manuela Egger Hofer stehen den KVW-Frauen für die nächsten 4 Jahre vor. Über eine Kooptierung von 2 weiteren KVW-Frauen wurde bereits im Anschluss an die Wahl laut nachgedacht.

Die Frau im Allgemeinen und im Besonderen

Publiziert in 24 / 2005 - Erschienen am 14. Dezember 2005
Helene Dietl Laganda, Mitglied im KVW-Frauenbezirksausschuss, hat für ihr Kurzreferat bei der Bezirksversammlung einen etwas eigenen Titel gewählt. Sie stellte die Frage nach der Daseinsberechtigung der Frauenorganisationen im KVW und nach der Notwendigkeit einer Veränderung. Aber wer soll die sozialen Nöte, die Krisenzeiten, die Probleme zu bewältigen helfen, wenn nicht Frauen, die sich organisieren, die bereit sind, den „Karren“ zu ziehen? Frauen sind stark, besonders wenn es um die eigene Familie geht. Frauen zerbrechen aber auch häufig unter der Last, die sie zu tragen haben. Wenn wir Frauen heute viele Rechte genießen, so sind längst nicht alle Frauenanliegen zur Zufriedenheit gelöst, so gibt es immer noch viele Frauen, die unter der neuen Armut oder unter häuslicher Gewalt in jeder Form leiden. Besonders für diese Frauen sind Frauenstrukturen wichtig! Helene Dietl Laganda warf einen Blick zurück auf das Ansehen der Frau in der Gesellschaftsgeschichte: Die Tiroler Geschichte ist voll von Helden, wo aber sind die Heldinnen? fragt sie. Hat die Tiroler Frau keine Leistungen vorzuweisen, oder stand sie nur im Schatten des Mannes? Über Jahrhunderte war die Frau gesellschaftlich benachteiligt. Sie durfte weder Beruf, Ehepartner noch politische Vertretung frei wählen. Frauen waren von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Ihnen war über Jahrhunderte die Schulbildung versagt Dahinter stecken dürfte wohl die Angst vor einer gebildeten Frau – eine männliche Angst! So die Mutmaßung von Helene Dietl Laganda. Die Arbeitskraft der Frau wurde in der Regel halb so hoch bewertet wie jene des Mannes. Auch die Strafjustiz verhielt sich Frauen gegenüber anders: mehr als 10.000 Frauen wurden als Hexen vor Gericht gestellt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Am Beispiel der Tschirfser Hexe, welche auf der Fürstenburg bei Burgeis festgehalten wurde, zeigt sich, wie schnell man zur Hexe werden konnte. Männliche Hexenmeister gibt es eigentlich nur in Kindermärchen!
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Vinschger Sonderausgabe

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