Die Krankenverunsicherung

Publiziert in 11 / 2016 - Erschienen am 23. März 2016
Mals/Bozen - Über Sorgen und Verunsicherung der Grenzpendler wurde im Zuge der Tagung in Schluderns bereits berichtet. Im Mittelpunkt der allgemeinen Verunsicherung stand die Krankenversicherung. Seither fühlten sich Betroffene allein gelassen. Sie klagten über mangelnde Informationen und glaubten, sie würden „zwei Mal gemolken“, in der Schweiz und in Südtirol. „Wir sind immer die Dummen. Man hält uns für solche, die nur beanspruchen und nicht zahlen“ hieß es unter anderem oder „Niemand kann man mehr trauen“. Spätestens am 8. März erfuhren die Grenzpendler aus dem Internet, dass für die 60.000 lombardischen Pendler das Problem gelöst zu sein scheint: „risolto il problema sanitá - i frontalieri non pagheranno in italia“, niemand wird in Italien zahlen, lautete die Schlagzeile. Im Gegensatz zur ministerialen Bestimmung vom September 2015 würde die Krankenversicherung über jenen Anteil an Steuern abgeglichen, der von der Schweiz nach Italien überwiesen wird. Am 16. März kam dann auch die Mitteilung für die Südtiroler „Frontalieri“: „Schweizer Grenzpendler erhalten Beiträge für Krankenversicherung zurück“. Auf Nachfrage bei Abteilungsdirektor Martin Matscher wurde bestätigt, dass ca. 400 Pendler den Versicherungsbeitrag bereits eingezahlt hätten. Jetzt würden sie schriftlich von der Rücknahme der Ministerialbestimmung und von der Rückzahlung informiert. Auf die Verunsicherung der Grenzpendler angesprochen: „Das hätte nicht sein müssen. An sich war alles klar. Jeder konnte entscheiden, ob er sich am Arbeitsplatz oder im Wohnland versichern möchte. Es genügte, sich den Betrag auszurechnen. Wir mussten nur ausführen, aber wir konnten nicht wie ein Politiker vor die Leute treten und eine Regelung versprechen.“ Einer, der sich sehr für die Grenzpendler einsetzt wie Roland Pircher vom KVW Patronat in Mals, hielt sich bedeckt und gab sich verstimmt: „Ich habe den Kopf hingehalten und die Leute informiert. Nun ist alles anders. Ich will mich aber nicht mehr darüber äußern.“ s
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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