Wenn der Wasserstand seinen Höchststand erreicht hat, versinkt das Gebäude zum Teil im Wasser.

Ein Infocenter am Reschensee?

Publiziert in 22 / 2012 - Erschienen am 6. Juni 2012
Bei einem Projekt der Meraner Fachoberschule „Marie Curie“ ­beschäftigte sich eine Gruppe mit der Aufwertung des Gebietes um den Grauner Kirchturm. Graun/Meran - Drei Schülerinnen der 4. Klasse, Hannah Waldner aus Graun, Tanja Theiner aus Prad und Verena Tammerle aus Lana, erarbeiteten im Rahmen des Projektes „Jugend und Tourismus“, unter der Leitung von Andreas Dietl und Piero Di Benedetto, ein erstaunliches Tourismuskonzept mit interessanten Vorschlägen. Für ihr Projekt gründeten sie das fiktive Unternehmen „uppervinschgautourismgroup“ und setzten sich die bessere Vermarktung des Obervinschgaus zum Ziel. Die Schülerinnen arbeiteten ein Jahr lang an ihrem Projekt und präsentierten vor Kurzem ihren Mitschülern und Lehrern die Ergebnisse im Meraner Touriseum. Doch damit nicht genug; das Projekt ließ bereits in der Gemeinde Graun aufhorchen und soll auch dem Gemeinderat präsentiert werden. In einem Jahr harter Arbeit beschäftigten sich die Schülerinnen mit der Geschichte des Dorfes Graun, machten Umfragen und sprachen mit Experten, unter anderem wurde der Grauner Bürgermeister Heinrich Noggler um Rat gefragt. Herausgekommen ist dabei ein anschauliches und ­realitätsnahes Tourismuskonzept. Das Herzstück stellt die Errichtung eines Infocenters mit integriertem Museum und Tourismusbüro, direkt am Ufer des Reschensees, dar. Das mit Glasscheiben ausgestattete Gebäude bietet den Besuchern einen Blick auf den Grauner Kirchturm. In der Bar und im Shop sollen hauptsächlich regionale Produkte verkauft werden. Ganz im Stil eines profess­ionellen Unternehmens machten die Schülerinnen im Voraus eine reale Umfrage unter Einheimischen und Touristen. Demnach glauben 92% der Befragten, dass das Gebiet rund um den Reschensee derzeit schlecht genutzt wird. Die Vermarktung des Obervinschgaus wird von den Einheimischen kritisiert, die derzeitigen Infotafeln am Kirchturm seien unzureichend. Nahezu alle Befragten, Einheimische wie Touristen, würden ein Museum befürworten. Selbst der Grauner Bürgermeister Heinrich ­Noggler befürwortet ein derartiges Projekt. Ähnliche Ideen habe bereits die Arbeitsgruppe „Tourismuskonzept Graun“ erarbeitet. Bisherige Versuche, ein Museum oder Ähnliches zu errichten, seien jedoch gescheitert, „da man sich bis heute noch nie mit einem Gesamtkonzept an dieses Areal herangewagt hat“, erklärt BM Noggler. In Zusammenarbeit mit dem Vinschger Architekten Arnold Gapp erstellten die Schülerinnen erste Pläne für das Infocenter. „Das Erscheinungsbild des Centers wird geprägt durch klare Strukturen, gerade Linien und einer Holz-Glas-Stein-Konstruktion“, so die Mädchen in ihrer Präsentation. Selbst ein Finanzierungskonzept arbeitete die Projektgruppe bereits aus. Nach einer Grobplanung würde die Umsetzung des Projekts rund 2,5 Millionen Euro kosten.  Michael Andres
Michael Andres
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Vinschger Sonderausgabe

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