Bürgermeister Georg Altstätter bei den Aufräumarbeiten oberhalb von Martell Dorf.
Einheimische Bauern bauten ihre Zäune wieder auf.
Die Unwetter richteten große Schäden an.

Ein Tal krempelt die Ärmel hoch 

Trotz Coronavirus-Krise tut sich im Martelltal viel. 

Publiziert in 16/17 / 2020 - Erschienen am 7. Mai 2020

MARTELL - November 2019, Martell Dorf: In ganz Südtirol kommt es zu extremen Unwettern. Auch das Martelltal ist stark davon betroffen. Bäume fallen zu Boden, eine ganze Reihe von Lawinen donnert zu Tal. 

Lawine mitten im Dorf

Eine Lawine in Martell Dorf ging mitten durch die Häuser hindurch. Es war die sogenannte Eberhöfer-Lawine, die in der Vergangenheit schon oft das Dorf Martell streifte. Mehrere Menschen wurden evakuiert, Verletzte gab es glücklicherweise keine. Der Schaden jedoch war groß. Mittlerweile konnte auch im Wald oberhalb von Martell Dorf mit den Aufräumarbeiten begonnen werden.

Aufräumarbeiten

„Die Lawine hat Zäune und Bäume mitgenommen“, blickt Bürgermeister Georg Altstätter im Gespräch mit dem der Vinschger zurück. Die Abteilung Wildbachverbauung vom Bevölkerungsschutz kümmerte sich dieser Tage um die Aufräumarbeiten, fleißige Landwirte bauten ihre Zäune wieder auf. „Ein großes Danke an die Landesämter, die Agentur für Bevölkerungsschutz sowie an unsere heimischen Bauern“, betont Altstätter. Tausende Meter von Weide- und Wiesenzäunen mussten neu errichtet werden. Vor allem in Zeiten der Coronavirus-Krise sei es nicht einfach. „Die Arbeiten gestalteten sich schwierig aufgrund der Corona-Maßnahmen“, so der Marteller Bürgermeister.

„Krise ist fatal für Wirtschaft und Tourismus“

Im Martelltal tue sich ohnehin einiges. Auch in Zeiten der Krise. „Wir sind ja glücklicherweise vom Virus verschont geblieben, nachgewiesene Infizierte gab und gibt es hier keine“, erklärt Altstätter. Für die Wirtschaft und den Tourismus sei die Situation jedoch fatal. „Es ist schwierig. Niemand weiß wann und wie der Sommertourismus starten kann“, so der Bürgermeister. Auch für die Schutzhütten und Almen sei die Situation nicht einfach. Man hoffe auf einheimische Gäste und darauf, dass auch die Touristen aus dem Ausland bald wieder kommen dürfen.  

Neuer Almenweg

Zu sehen gäbe es im Martelltal genug. Unter anderem wird bis Juni ein neuer Almenweg komplett fertig gestellt mitsamt Beschilderung. Im Juli sollte eine offizielle Eröffnungsfeier stattfinden, sofern es die Coronavirus-Krise zulässt. Der Weg schließt am Plima-Schluchtenweg bei der Zufallhütte an und verbindet vier Almen im idyllischen Hintermartell, und zwar die Schafalm, die Peder-Stieralm, die Lyfi Alm und die Enzianalm. „Eine tolle Attraktion für das ganze Tal“, freut sich Altstätter. Der Almenweg entstand im Zuge eines Leader-Projekts der Europäischen Union. 

Glasfaser bis ins hintere Tal

Auch sonst gibt es, trotz Corona, einige Neuigkeiten aus Martell. „Die Arbeiten in Sachen Glasfasernetz sind in weiten Teilen des Tals abgeschlossen“, so der Bürgermeister. In Ennewasser, Gand und Martell Dorf stehe das Glasfaser-Internet schon bereit. Auch im hinteren Martelltal laufen hierbei derzeit die Arbeiten. „In Zeiten wie diesen liegt die Zukunft wohl im Home-Office. Insbesondere für ein Tal wie Martell. Es ist doch ideal, wenn jemand nicht mehr täglich zur Arbeit nach Bozen oder Meran muss und stattdessen 1,2 Mal wöchentlich von daheim aus arbeiten kann“, bringt es Altstätter auf den Punkt. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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