Im Bild (v.l. stehend): Johanna Willeboer, Günther Bauer, Georg Hillebrandt, Erich Donà, Max Andres, Alexander Angerer und Birgit Platzer; (v.l. sitzend): Referent Franz Christanell und Thea Gall.

Einrenken bzw. Manipulieren von Gelenken

Publiziert in 7 / 2018 - Erschienen am 27. Februar 2018

Naturns - Einrenken bzw. Manipulieren von Gelenken - worauf ist zu achten? So lautete das Thema des diesjährigen 8. Treffens zwischen dem Therapeuten Franz Christanell und den Ärzten von Naturns und Umgebung. Per Definition versteht man unter „Einrenken/Manipulieren“ ein Lösen von Blockaden oder Einschränkungen in der Wirbelsäule bzw. in den peripheren Gelenken. Außerdem kann eine Manipulation die Muskelverspannung reduzieren. Christanell wies darauf hin, dass über das „Einrenken“ viele Unwahrheiten im Umlauf sind: zum Beispiel kann ein Wirbel durch eine ruckartige Bewegung nicht einfach „raus springen“ und wieder eingerenkt werden. Wenn es Blockaden oder Verschiebungen im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule gibt, dann in einem Ausmaß von einigen Millimetern. Manipulieren sollte nur jemand, der die notwendige Fachkompetenz mitbringt. Es gibt klare Richtlinien, wann und ob jemand manipuliert werden soll oder nicht. Folgende Punkte sprechen gegen eine Manipulation: Patienten mit starker Osteoporose, Patienten, die längere Zeit Cortison-Präparate zu sich genommen haben und Patienten mit Gefäßverletzungen oder -einschränkungen. Außerdem ist die Manipulation bei Schwangeren, bei starken Entzündungen und bei Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzel-Ausstrahlungen mit Vorsicht zu genießen. Der klassische Patient für eine Manipulation, so Christanell, ist jener, der sich durch eine ruckartige, explosive Bewegung einen einschießenden, stechenden und lokalen Schmerz mit Bewegungseinschränkung zugezogen hat. Um eine Manipulation sicher und erfolgreich durchzuführen, braucht es zuerst eine genaue manuelle Untersuchung mit Gespräch durch den Therapeuten.  Röntgen- oder MRT-Bilder können hilfreich sein, sind jedoch nicht notwendig, da der Therapeut sogenannte manuelle Sicherheits-Tests durchführen muss, um gröbere Verletzungen an Gefäßen, Knochen oder Bändern ausschließen zu können. Bevor eine Manipulation durchgeführt wird, muss der Patient unbedingt darüber informiert und aufgeklärt werden. Außerdem darf eine Manipulation nur unter Zustimmung des Patienten erfolgen. Nachdem Christanell die theoretischen Aspekte erläutert hat, führte er einige praktische Anwendungen an einer Patientin an Hals- und Lendenwirbelsäule vor. Zusammenfassend wurde darauf hingewiesen, dass bei korrekter Durchführung von Untersuchung und Behandlung das Risiko von Verletzungen durch Manipulation sehr gering sei. Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, sollte eine Manipulation nur von ausgebildetem Fachpersonal unter Berücksichtigung einer gewissenhaften klinischen Untersuchung mit Aufklärung des Patienten durchgeführt werden.

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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