Bei der Ratssitzung am 27. Juni wurden alle Beschlüsse einstimmig gefasst.

Einstimmigkeit unter der Churburg

Kindergarten-Neubau beginnt im Herbst. „Alles auf einmal geht nicht.“

Publiziert in 24 / 2017 - Erschienen am 4. Juli 2017

Schluderns - Dass bei einer Gemeinderatssitzung alle anwesenden Ratsmitglieder bei allen Tagesordnungspunkten mit Ja stimmen, kommt selten vor. Zugetragen hat sich diese Rarität am 27. Juni in Schluderns. Mit dem ersten einhelligen Beschluss ratifizierte der Gemeinderat eine Bilanzänderung, mit der ein Landesbeitrag von 700.000 Euro für den Neubau des Kindergartens eingebaut werden konnte. Bürgermeister Peter Paul Trafoier dankte allen, die mit dazu beigetragen hatten, dass diese Geldmittel aus dem Reservefonds des Landes zur Verfügung gestellt worden waren. „In der Politik braucht es Ruhe, Diplomatie und sachbezogene Diskussionen“, resümierte Trafoier.

„Kein Grund für Übermut“

Einen Grund, „jetzt übermütig zu werden, gibt es allerdings nicht, denn es sind noch etliche Vorhaben anzugehen.“ Einige der Arbeiten für den Bau des neuen Kindergartens wurden bereits vergeben. Der Zuschlag für die Baumeisterarbeiten soll Ende Juli erfolgen. Inklusive der Einrichtung wird der Neubau insgesamt ca. 3 Millionen Euro kosten. Im Haushalt 2017 sind 1,2 Mio. Euro vorgesehen, im Haushalt 2018 sind es 1,3 Mio. Euro. Die Arbeiten sollen heuer im Herbst beginnen. Während der ca. zweijährigen Bauphase werden die Kindergartenkinder in Ausweichräumen in der Grundschule untergebracht. Ein weiteres Großvorhaben der Gemeinde ist der Abriss und Neubau des Altersheims. Die Heimbewohner werden während der Bauzeit ausgesiedelt. Der Finanzierungsplan für das neue Heim darf laut dem Bürgermeister nicht gefährdet werden.

Bedenken des Denkmalamtes

Was die Architektur des Neubaus betrifft, so seien seitens des Denkmalamtes Bedenken bezüglich der Höhe des Bauobjektes geäußert worden. Befürchtet werde eine Beeinträchtigung des Dorfbildes. Unter dem Punkt Allfälliges informierte Trafoier über den derzeitigen Stand weiterer Vorhaben. So etwa über das Vorhaben, das Haus in der Meraner Straße Nr. 41, das ursprünglich dem geförderten Wohnbau hätte zugeführt werden sollen, zu sanieren und für die Aufnahme von 6 Asylwerbern nach dem sogenannten SPRAR-Modell zur Verfügung zu stellen. Die Sanierungskosten in Höhe von ca. 50.000 Euro trägt der Staat.

Unterkünfte für 6 Asylwerber

Mirko Stocker, Armin Bernhard und weitere Räte regten eine aktive Integrationsarbeit an, auch auf Gemeindeebene. Die Koordination der Betreuung und Begleitung der Asylwerber liegt laut dem Bürgermeister bei den Sozialdiensten der Bezirks­gemeinschaft. Bedauert haben Vizebürgermeister Andreas Hauser und mehrere Räte, dass es in Südtirol Gemeinden gibt, die sich weigern, beim SPRAR-Modell mitzumachen und ihren Beitrag zu leisten. Einhellig genehmigt hat der Gemeinderat u.a. auch die überarbeitete Vereinbarung bezüglich des übergemeindlichen Polizeidienstes. Grundsätzlich hielt der Bürgermeister fest, dass sich die Verwaltung bemühe, in aller Transparenz zu arbeiten. So werden den Räten etwa regelmäßig die Protokolle der Ausschusssitzungen über
mittelt. Klar sei, „dass nicht alles auf einmal geht und dass wir nur gemeinsam nach vorne kommen.“

Kein „Krieg“ wegen Jagdausübung

Keinen „Krieg“, sondern eine einvernehmliche Lösung wünscht sich Trafoier auch bezüglich der Jagdausübung im Ellerwald und auf der Upia Alm. Diese Gebiete sind zwar Eigentum der Gemeinde Schluderns, befinden sich aber in der Katastralgemeinde Matsch und gehören zum Jagdrevier Matsch. Anstelle weiterer Prozesse sollte versucht werden, mit Verhandlungen über Wildabschüsse zu einer Lösung zu kommen. 

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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