Ende der Arbeiten in Sicht
Zu Ostern 2026 soll die Umfahrung Kastelbell-Galsaun freigegeben werden.
Kastelbell-Tschars - Es gab zwar einen rund zweijährigen Stillstand, aber nach der Wiederaufnahme der Arbeiten im Sommer 2023 – begonnen hatten sie vor 6 Jahren – ist die Fertigstellung der Umfahrung Kastelbell-Galsaun in Sicht. „Läuft alles planmäßig, wird die Umfahrung vor Ostern 2026 für den Verkehr freigeben”, kündigte Bürgermeister Gustav Tappeiner bei einer Tunnel-Besichtigung am 5. November an. Neben den Mitgliedern des Gemeinderates hatte er dazu auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Kastelbell-Tschars eingeladen. In seinen einleitenden Worten erinnerte der Bürgermeister einerseits an die bisherige Baugeschichte und die derzeit laufende Endphase der Arbeiten und andererseits auch an die Herausforderungen, die mit der Fertigstellung der Umfahrung für die Gemeinde, speziell für Kastelbell und Galsaun, einhergehen. Unbestritten ist, dass die Umfahrung mehr Sicherheit und Lebensqualität für die Bewohner der betroffenen Dörfer bringen wird. Andererseits ist aber auch darauf zu achten, dass die Orte auch in Zukunft „lebendig“ bleiben. Dass vor allem Geschäfte und Betriebe zum Teil vom Durchzugsverkehr leben, liegt auf der Hand.
Aus Durchzugsstraße wird Dorfstraße
Mit der künftigen Entwicklung und Zukunft befasst sich speziell die „Arbeitsgruppe Mobilität“, für die Gemeindereferent Simon Maringgele zuständig ist. „Wir möchten uns intensiv und gut auf die Zeit nach der Öffnung der Umfahrung vorbereiten“, sagte Maringgele. Die Aufgabenfelder gehen weit über den Bereich Mobilität hinaus. Eine der Kernfragen sei es, „wie wir unsere künftige Dorfstraße gestalten möchten und wie es gelingen kann, vor allem das Dorf Kastelbell ‚lebendig‘ zu halten.“ Mit vielen geballten und konkreten Informationen zur Umfahrung wartete Ingenieur
Michael Pfeifer von der Pfeifer Partners GmbH auf (Planung, Bauleitung und Sicherheitskoordination). Das Kernstück der 3,36 Kilometer langen Umfahrung ist der fast 2,5 Kilometer lange Tunnel – er ist nach dem Tunnel in Leifers der zweitlängste des Landes –, der bereits zum Großteil asphaltiert ist. Der Tunnel entspricht mit seiner speziellen Auskleidung und der technischen Ausstattung hochmodernen Standards, vor allem in punkto Sicherheit. Neben je 4 Fluchtstollen und Pannenbuchten sind zum Beispiel zusätzlich zu einer modernen Lüftungsanlage eigene große Ventilatoren vorgesehen, die in Brandfällen die verrauchte Luft über einen großen Kamin absaugen. Die Fluchtstollen sind außerdem so angelegt, dass sie von Rettungs- und kleineren Feuerwehrfahrzeugen befahren werden können. Auch über viele weitere Sicherheitsvorkehrungen und technische Details informierte Michael Pfeifer, etwa über eine Videoüberwachung rund um die Uhr. Auch ein Handyempfang im Tunnel soll gewährleistet werden.
„Tunnel frei“ ab Ostern 2026
Der Großteil der Arbeiten soll vor Ostern 2026 fertiggestellt werden. Dazu gehört u.a. auch die Errichtung der Anschlusspunkte an die Staatsstraße: Kreisverkehr im Osten und T-Kreuzung im Westen. Abschließende und ergänzende Arbeiten, auch in den Außenbereichen bei den Tunnelportalen Ost und West, sollen bis zum Sommer 2026 abgeschlossen werden. Die gesamten Baukosten bezifferte Pfeifer mit ca. 62 Millionen Euro. Weitere rund 8 Millionen kämen für weitere Arbeiten dazu. Im Zuge der Arbeiten im Tunnel stieß man auch auf Wasser. Analysen haben ergeben, dass es sich um gutes Trinkwasser handelt. Es wurden bereits Vorbereitungen dafür getroffen, dass die Gemeinde bei Bedarf auf dieses Trinkwasser zugreifen bzw. es über eine Pumpe ableiten kann. Wie bei der Besichtigung weiter zu erfahren war, arbeiten derzeit rund 70 Personen im Tunnel bzw. an anderen Baustellen der Umfahrung. Insgesamt wurden bisher insgesamt ca. 80.000 Kubikmeter Beton verbaut. Rund zwei Drittel des Aushubmaterials, das zurzeit noch auf angrenzenden Grundflächen lagert, wird im Zuge noch ausstehender Arbeiten in den Bereichen der Anschlusspunkte vor Ort verwendet und muss somit nicht weggekarrt werden. Laut dem Bürgermeister stellt die Umfahrung für die Entwicklung der Gemeinde Kastelbell-Tschars einen großen und wichtigen Meilenstein dar, der allerdings auch mit Herausforderungen verbunden ist. Wie Gustav Tappeiner dem der Vinschger am Rande der Besichtigung mit Freude bestätigte, hat die Einwohnerzahl der Gemeinde kürzlich erstmals die Marke von 2.400 erreicht und dürfte in Zukunft weiter steigen.