Sebastian Conrad

„Es gibt nichts, was es nicht gibt...

Publiziert in 45 / 2013 - Erschienen am 18. Dezember 2013
Müstair - ...und wenn wir es nicht hier haben, besorgen wir es Ihnen.“ Das war laut Angela Conrad einer der Leitsätze ihres Vaters Sebastian. Die Ehrlichkeit, der Respekt vor allen Menschen und die Hilfsbereitschaft von ­Sebastian Conrad waren auch vielen Vinschgerinnen und Vinschgern bekannt, die beim „Conrad“ in Müstair, gleich hinter der Grenze in Taufers, einkehrten, um zu tanken, einzukaufen, einen Kaffee zu trinken oder bestimmte Salben zu holen, die es eben nur beim „Conrad“ gibt. Am 18. Oktober 2013 ist Sebastian Conrad gestorben. Es war ihm nicht mehr beschieden, die Fertigstellung der umfangreichen Umbauarbeiten und Neuerungen mitzuerleben. Sein Geist aber ist noch immer allgegenwärtig und seine Nachkommen legen großen Wert darauf, sein Vermächtnis am Leben zu erhalten und weiterzuführen. „Das Einzige was zählt, sind zufriedene Kunden.“ Das ist ein weiterer Grundsatz, den Sebastian Conrad seinen Kindern vermittelte. „Unser Vater hat die Kunden zuallererst immer gefragt, wie es ihnen geht“, sagt Angela. Er sei ein sehr menschlicher und hilfsbereiter Geschäftsmann gewesen, für die Kunden ebenso wie die Mitarbeiter. Allen, die mit Anliegen zu ihm kamen, versuchte er entgegenzukommen. Nicht selten waren das auch ­Hilfestellungen beim Aufsetzen von Briefen und Sebastian Conrad informierte viele Grenzpendler aus dem Vinschgau über Aktuelles. Als er 1975 die Drogerie eröffnete, war das auch sehr positiv für den Vinschgau, denn mit der medizinischen Grundversorgung war es damals noch nicht sehr gut bestellt. Vier Tage lang hat die Familie Conrad vom 5. bis zum 8. Dezember den Abschluss der Umbauarbeiten und Neuerungen gefeiert. Die Kunden, darunter auch viele Vinschgerinnen und Vinschger, wurden mit einem Apéro und einem Snack begrüßt. Neu ist laut Angela Conrad so ziemlich alles. So wurde zum Beispiel die Tankstelle umgebaut und den neuen Sicherheitsbestimmungen angepasst. Der Eingangsbereich sowie auch das Lebensmittelgeschäft und die Drogerie wurden überschaubarer und noch kundenfreundlicher gestaltet. Neu im Parterre ist auch eine kleine Bar, die speziell für die Tankstellen-Kunden – aber nicht nur – errichtet wurde. Bei Conrad gibt künftig auch die Möglichkeit, natürliche Heilmittel herzustellen, und zwar in einem eigenen Labor, in dem der Apotheker Nicolas Brescacin arbeitet. Das Restaurant im Obergeschoss wurde umgebaut und mit einem Lunch-Bereich erweitert, sodass die Kunden in ruhigen Ecken gemütlich zusammensitzen können. Zu den Neuheiten im Obergeschoss gehört auch eine Praxis für medizinische Massagen (Krankenkassen anerkannt), und ganzheitliche kosmetische Behandlungen im Studio La Vita mit Produkten von Matis und Biosel. Alle Neuerungen tragen die Handschrift von Sebastian Conrad. Nahezu „heilig“ waren ihm laut Angela die „sieben Todsünden der modernen Welt“, wie sie Mahatma Gandhi formulierte: „Reichtum ohne Arbeit, Genuss ohne Gewissen, Wissen ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne Menschlichkeit, Religion ohne Opferbereitschaft, Politik ohne Prinzipien.“ sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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