Der Großteil der Gewinner der Preise „Made in Vinschgau“ mit Vertretern des hds.

„Es ist nicht egal, wo ich einkaufe“

Publiziert in 13 / 2015 - Erschienen am 9. April 2015
hds-Bezirksversammlung mit Prämierung. Kaufleute sind „Pfleger der Orte“. Goldrain - „Die Bauern pflegen die Landschaft, die Kaufleute sind die Pfleger der Orte.“ So umschrieb der neue hds-Direktor Bernhard Hilpold bei der Bezirksversammlung des Handels- und Dienstleistungsverbandes im Bildungshaus Schloss Goldrain die Aufgaben und zugleich Herausforderungen der Kaufleute und Dienstleister. „Am Ende ist es der Konsument, der entscheidet“, so Hilpold. Womit die Südtiroler Klein- und Kleinstbetriebe gegen internationale Handelsketten und anonyme Großkonzerne punkten können, „sind Beratung, Qualität und Einzigartigkeit.“ Nahversorgung bedeute außerdem auch Unabhängigkeit. Auch hds-Landespräsident Walter Amort gab sich überzeugt, „dass Kleinbetriebe Zukunft haben. Und auch Kraft. Wir müssen mehr die Chancen sehen und weniger die Probleme, auch wenn große Kolosse Druck machen.“ Klare Worte fand auch Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser: „Großkonzerne drücken ins Land. Wir müssen auf der Hut sein und darauf achten, dass unsere historisch gewachsenen Orte lebendig bleiben. Es ist nicht egal, wo ich einkaufe.“ Wenn irgendwo ein Geschäft schließt, „werden wir alle miteinander ärmer.“ Anstatt anonyme Großkonzerne zu bereichern oder im Internet einzukaufen, ist es besser, dass man das eigene Umfeld „füttert“. Spechtenhauser verwies auch darauf, dass die ca. 240 Einzelhandelsbetriebe im Vinschgau immerhin rund 700 Personen beschäftigen. „Mein Ort soll leben. Erlebe Deinen Ort.“ Mit der bezirksweiten Initiative „Mein Ort soll leben. Erlebe Deinen Ort.“ versuchte der hds, mit einer bewusst provokanten Plakataktion darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig lebendige und attraktive Orte und Dörfer für Einheimische und Gäste sind. Spechtenhauser: „Wir wollten mit der Aktion irritieren und zum Diskutieren anregen. Dieses Ziel haben wir erreicht.“ Auch mit einem Gewinnspiel für die Kunden war die Aktion verbunden. Teilgenommen haben ca. 5.000 Kunden. Zu gewinnen gab es 13 exklusive Preise mit speziellen Bezügen zum Vinschgau. Die ­Palette reicht von einer Führung im Marmorbruch mit Marende über eine Besichtigung der ­Whisky Destillerie mit Verkostung bis hin zu einer geführten Tour auf den Ortler, einer Übernachtung im Iglu, einer Bunker-Führung und weiteren Preisen „Made in Vinschgau“. Die Prämierung war einer der Höhepunkt der gut besuchten Bezirksversammlung. Auch Einkaufsgutscheine im Gesamtwert von 1.000 Euro sind im Rahmen der Aktion verlost worden. Für 40-jährige hds-Mitgliedschaft wurde der Familienbetrieb Riedl in Glurns (Bäckerei, Café, Konditorei, Eisdiele) geehrt. Ausufernde Bürokratie Bei der Diskussion wurde kritisiert, dass die Bürokratie nicht abnehme, sondern weiter aus­ufere. „Jedes kleine Geschäft braucht einen Wirtschaftsberater“, hieß es. Beanstandet wurden auch die neuen Vorschriften bezüglich der elektronischen Übermittlung von Rechnungen an öffentliche Verwaltungen und bezüglich der teils ziemlich kompliziert gewordenen Abwicklung von Aufträgen bzw. Lieferungen an öffentliche Verwaltungen. Seit dem 31. März müssen alle Rechnungen an ­öffentliche Verwaltungen elektronisch ausgestellt und über eine eigene Plattform verschickt werden. Über das Thema der E-Rechnungen informierte der hds-Experte Moritz Schorn. Zu den Ehren­gästen der Bezirksversammlung gehörten Gemeindepolitiker sowie Vertreter aus dem Tourismus und aus anderen Wirtschaftssparten. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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