Dieses Bild spricht Bände: links Referent Alexander Telser, rechts BM Erwin Wegmann

Es knistert im Rathausgebälk

Publiziert in 36 / 2013 - Erschienen am 16. Oktober 2013
BM Erwin Wegmann unter Beschuss. Schluderns - Nicht nur Ratsmitglieder, sondern auch Referenten nahmen den BM Erwin Wegmann bei der jüngsten Ratssitzung unter Beschuss. Den Anlass dazu bot ein Schreiben, das eine Familie an alle Räte verschickt hatte. Darin wird beanstandet, dass die Familie schon seit über einem Jahr auf einen Ratsbeschluss bezüglich der „Erweiterungszone Peer“ wartet. Konkret geht es darum, dass die Familie einen Baugrund gekauft und dort ein Haus gebaut hat. Und zwar im Glauben, den Grund bis zum Grenzzaun des Spielplatzes von der Gemeinde abkaufen und den Außenbereich mit Ausfahrt fertigstellen zu können. „Wir haben den Grund gekauft, weil wir dachten, die Versprechen der Gemeinde würden eingehalten“, sagte Simone Sagmeister Klotz, die der BM bei der Sitzung ihr Anliegen vortragen ließ. Erwin Wegmann hätte ihr unlängst mitgeteilt, „dass wir den Grund nutzen aber nicht kaufen können.“ Alexander ­Telser, Heiko Hauser, Elmar Koch, Martin Reinalter und andere Räte kritisierten, dass Erwin Wegmann Versprechungen gemacht, aber nicht eingehalten habe. Außerdem sei es zu langen Verzögerungen gekommen. Wegmann wies die Kritik zurück. Öffentlicher Grund könne nicht so ohne weiteres veräußert werden. Es brauche eine Bauleitplanänderung und vieles mehr. Bei der Diskussion wurde auch zu bedenken gegeben, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte. Am Ende konnte Simone Sagmeister Klotz die ­Sitzung mit der Zusage verlassen, dass der Gemeinderat demnächst einen Grundsatzbeschluss fassen wird, wonach die Gemeinde alle nötigen Schritte für den Verkauf des Grundes setzen soll. Kraftwerk noch auf hoher See Kritik musste sich Wegmann auch bezüglich des geplanten Kraftwerks Konfall anhören. Wie der BM informierte, war er kürzlich bei der Gesellschaft GSE (Gestore dei Servizi Energetici) in Rom. Dort habe er erfahren, dass es zurzeit schwierig sei, für ein Kraftwerk dieser Größenordnung in den Genuss von Förderungen zu kommen. Es lägen sehr viele Anfragen vor. Sollte ein Projekt für ein kleineres Werk erstellt werden, könnte man eventuell im Jahr 2015 in die Liste mitaufgenommen werden. Der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger und Ingenieur Walter Gostner würden sich nun mit dem Vorhaben befassen und es dann dem Gemeinderat vorstellen. Wichtig sei jetzt, die Konzession zu bekommen. Diese ist derzeit aber noch auf hoher See. Bekanntlich ist auch der Bau der Beregnungsanlage „Ebnet“ mit dem Kraftwerksbau gekoppelt. Mit 2 Mio. Euro soll der Bau der Beregnungsanlage querfinanziert werden. „Auch mit dem Bonifizierungskonsortium ist zu reden“, so der Bürgermeister. Sollte die Rentabilität nicht gegeben sein, stelle sich die Frage, ob ein Kraftwerksbau überhaupt noch sinnvoll ist. Er selbst sei davon nach wie vor überzeugt. Mehrere Räte pochten erneut auf genaue Investitions- Wirtschaftlichkeitsdaten. „Dass die Bauern von den 2 Mio. Euro nicht abgehen, ist so gut wie sicher“, sagte Alexander Telser. „Und ohne die Bauern gibt es keine Konzession“, so Elmar Koch. Hier sei das Fell des Bären verteilt worden, ohne den Bär überhaupt gesehen, geschweige denn erlegt zu haben. „Grauenvoll“ Auf die Frage, warum er bei Ratssitzungen von Referenten und Räte regelmäßig unter Beschuss genommen wird, meinte Erwin Wegmann am Tag nach der Sitzung: „Das rührt noch von den Wahlen her und von der Zusammensetzung des Ausschusses.“ Ist es nicht schwierig, unter solchen Umständen zu arbeiten? Wegmann: „Es ist manchmal grauenvoll und es raubt einem viel Energie und Zeit.“ Er habe manchmal den Eindruck, als werde immer und überall nur das Haar in der Suppe gesucht. Auf die Frage, ob er bis zu den nächsten Wahlen durchhält, meinte Wegmann: „Das ist meine feste Absicht. Den ­Gefallen, vorzeitig zu gehen, tue ich ihnen bestimmt nicht.“ Sepp
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