Angeregte Diskussion mit Gerd Locher, Benjamin Profanter, Peter Schuster, Stefan Kuhn und Horst Egger.

Es lief, aber es ging nicht recht weiter

Publiziert in 20 / 2012 - Erschienen am 23. Mai 2012
Vinschger Urpaarl-Bäcker geben Vinschger Sonderweg auf und vertrauen sich dem Projekt Regiokorn an. Latsch - „Das Brot Backen haben wir im Griff, aber die Projektkoordination hat nicht so funktioniert“, erklärte Bezirksinnungsmeister Peter Schuster. Vor fast 20 Jahren, im Rahmen der Leader-Förderung, seien 14 Bäcker an 15 Bauern herangetreten. Nun seien es noch sieben Bäcker, vier davon ohne Nachfolger, die das Vinschger Urpaarl backen. „Irgendwie läuft es, aber es geschieht nichts dazu“, stellte der Laatscher Bäckermeister fest. „Wir sind nicht zeitgemäß. Wir verarbeiten regionale Produkte, können aber keine Qualitätskontrolle vorweisen“. Es war so etwas wie eine historische Innungsversammlung, zu der der Ortsobmann der Kaufleute und Bäckermeister Horst Egger in den Versammlungssaal der Raiffeisenkasse Latsch geladen hatte. Was als Kooperationsprojekt zwischen Bauern und Bäckern im Leader 1-Projekt begann und unter dem Titel „Ur-Paarl nach Klosterart“ nicht nur dem Oberen Vinschgau Impulse gab, verlor nach und nach an Schwung, weil die Vermarktung nie koordiniert worden war. Nun haben sich die Vinschger Bäcker dem Management-Wissen im „Cluster Alimentaris“ des „TIS Innovation park“ anvertraut. Koordiniert von Bettina Schmid betreuen der Südtiroler Bauernbund und die Versuchsanstalt Laimburg seit April 2011 unter der Bezeichnung „Regiokorn“ Pustertaler Getreidebauern und suchten die passenden Partner für die Abnahme und Verarbeitung des regionalen Getreides. Das Projekt wird bis 2013 auch vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Seit Oktober 2011 hat das Netzwerk Südtiroler Dimensionen angenommen und sich auch nach Westen ausgeweitet. 28 Landwirte, 34 Bäcker und die Meraner Mühle haben ein Abkommen getroffen, um rund 200 Tonnen Getreide aus 53 Hektar Anbaufläche zu ernten, zu verarbeiten und zu vermarkten. Urpaarl ist auch Aufwertung für Regiokorn In Anwesenheit des Landesinnungsmeisters Benjamin Profanter und der Ernährungswissenschaftler Schmid und Gerd Locher entwickelte sich in Latsch eine intensive Diskussion zum Thema Bio-Zertifizierung, zu Rezepturen, zu den klimatischen Vorteilen durch die Teilnahme des Vinschgaus und zur ­Beteiligung der Vinschger Kornkammer. Es tauchten Bedenken auf, ob denn genug Vinschger Korn für Vinschger Bäcker übrig bleibe. Von Gerd Locher wurde betont: „Das Vinschger Urpaarl wertet das Projekt Regiokorn ungemein auf.“  Günther Schöpf
Günther Schöpf
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